Bericht zum Workshop „Was tun, wenn es passiert ist? Umgang mit Publikationen, die bei einem Predatory Journal eingereicht wurden.“

von Jasmin Schmitz, ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften  und
Stefan Schmeja, TIB – Leibniz Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften.
Zugleich veröffentlicht im TIB Blog.

Der Workshop wurde im Rahmen der Open-Access-Tage 2019 veranstaltet, die vom 20.09.-02.10. in Hannover stattfanden.

Motivation für den Workshop war das Identifizieren von möglichen Handlungsoptionen, wenn Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler in einer Zeitschrift mit zweifelhaftem Geschäftsgebaren publiziert haben.

Leitfragen der Veranstaltung waren:

  • Mit welchen Fragestellungen oder Erwartungen wenden sich betroffene Organisationseinheiten und/oder Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an die Open-Access-Verantwortlichen in Bezug auf Predatory Publishing?
  • Welche Strategien haben sich im Umgang mit Publikationen in Predatory Journals als erfolgreich herausgestellt?
  • Gibt es institutionelle Policies zu dem Thema oder gibt es Institutionen mit einer einheitlichen Praxis beim Umgang mit Publikationen in Predatory Journals?
  • Wie erfolgt die hochschulinterne Abstimmung bei divergierenden Interessen der Beteiligten (Forschende, Präsidium, Bibliothek, Forschungsdezernat…)?

Die Diskutanten waren sich einig, dass Artikel in Predatory Journals deshalb ein Problem sind, weil man nicht weiß, ob ein Peer-Review-Verfahren stattgefunden hat. Grundsätzlich herrscht sowohl in den Einrichtungen als auch bei den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Haltung vor: Die Publikation ist passiert! Damit verbunden das Bewusstsein, dass diese Publikation nicht weiter zum Reputationsaufbau genutzt werden kann.

Somit war man sich einig, dass es gilt, Einreichungen bei Predatory Journals im Vorfeld durch Aufklärung zu verhindern. Insbesondere Doktorandinnen und Doktoranden sollten als Nachwuchsforschende sensibilisiert werden, weil diese zumeist noch über wenig Publikationserfahrung verfügen.

Eine Herausforderung hierbei ist zu vermitteln, dass es sich bei Open-Access-Zeitschriften mit Professionalitätsmängeln nicht zwingend um Predatory Journals handelt, es also auch einen großen Graubereich an Zeitschriften gibt, die redliche Absichten haben, aber einen gewissen Professionalisierungsgrad noch nicht erreicht haben und somit auch Merkmale aufweisen könnten, die man eigentlich einem Predatory Journal zuschreiben würde.

Ein weiteres Ergebnis der Veranstaltung war, dass es:

  1. bislang keine Strategie gibt, die sich als „Goldstandard“ identifizieren lässt und übergreifend empfohlen werden kann
  2. nur selten einrichtungsweites abgestimmtes Vorgehen oder eine Art „Workflow“ für dem Umgang mit dem Thema gibt.

Dennoch kristallisiert sich an einzelnen Einrichtungen regelmäßige Vorgehensweisen im Umgang mit den Publikationen heraus wie zum Beispiel: Verweis auf die Rechtsabteilung, Erhöhung der Sichtbarkeit der Artikelversion in einem legitimen Publikationskanal oder vorherige Genehmigung der Publikation durch die Direktion.

Wir danken allen Workshopteilnehmerinnen und -teilnehmern für die engagierte Diskussion.


Ein ausführlicher Bericht zum Workshop mit Ausführungen zu den möglichen Strategien und weitere Diskussionspunkte ist auf Zenodo abrufbar.

Webinare als Informationsquelle zu Open Access und Open Science

von Jasmin Schmitz

Jedes Jahr im Oktober findet die International Open Access Week statt. Weltweit organisieren Bibliotheken und andere Wissenschaftseinrichtungen Aktionen, um auf das Thema Open Access aufmerksam zu machen. Auch ZB MED beteiligt sich an der Open Access Week. Wir informieren in der kommenden Woche über Open Access und Open Science. Zudem stellen wir unsere Dienstleistungen kurz vor.

PUBLISSO, das ZB MED-Publikationsportal für die Lebenswissenschaften, bietet umfangreiche Beratungsleistungen rund um Open Access und Open Science an, auf die wir in unserem gestrigen Beitrag bereits eingegangen sind.

Ein besonderes Augenmerk richten wir heute auf das Format Webinar. Bei Bedarf bieten wir selbst solche Web-Seminare zu speziellen Themen rund um Open Access und Open Science an. Wir bauen dieses Angebot weiter aus. Anregungen dafür können Sie uns gerne schicken!

Eine besondere Form der Beratung: das Webinar.

Auf der PUBLISSO-Website finden Sie aber auch eine umfangreiche Übersicht mit frei im Web zugänglichen Webinaren. Bei der Auswahl haben wir feste Kriterien berücksichtigt, wie Qualität und Aktualität. Thematisch deckt die Liste die unterschiedlichsten Facetten von Open Access und Open Science ab. Die Übersicht wird regelmäßig aktualisiert; Ergänzungsvorschläge nehmen wir gerne entgegen.

Kontakt: publikationsberatung@zbmed.de


Weitere Informationen

Was Sie schon immer über Open Science wissen wollten …

von Jasmin Schmitz

… erfahren Sie bei der PUBLISSO-Publikationsberatung!

Jedes Jahr im Oktober findet die International Open Access Week statt. Weltweit organisieren Bibliotheken und andere Wissenschaftseinrichtungen Aktionen, um auf das Thema Open Access aufmerksam zu machen. Auch ZB MED beteiligt sich an der Open Access Week. Wir informieren in der kommenden Woche über Open Access und Open Science, also die Öffnung des gesamten Forschungsprozesses. Zudem stellen wir unsere Dienstleistungen kurz vor.

Die Expertinnen aus dem PUBLISSO-Team informieren zu allen Themen rund um Open Science. Die Beratung ist neutral, stellt den Bedarf der Forschenden in den Mittelpunkt und berücksichtigt die Bedingungen und Anforderungen im wissenschaftlichen Publikationswesen. Mit dieser Dienstleistung unterstützt PUBLISSO lebenswissenschaftlich Forschenden. Aber das Angebot richtet sich ebenso an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in wissenschaftlichen Bibliotheken, an Graduiertenschulen und an lebenswissenschaftlichen Fachbereichen von Hochschulen – Personen, die ihrerseits Beratungsleistungen für Forschende anbieten.

Die PUBLISSO-Beratung umfasst ein breites Themenspektrum: Es
reicht von allgemeinen Informationen zu Open Access über das wissenschaftliche Publizieren bis hin zu Forschungsdaten. Derzeit wird das Angebot ausgebaut, so dass in Zukunft auch die Beratung zur digitalen Langzeitarchivierung zum Angebot zählt.

Das Poster zeigt das breite Themenspektrum des Beratungsangebots von PUBLISSO.

Für die Beratung halten wir eine Vielfalt an Formaten bereit, um verschiedenen Informationsbedürfnissen gerecht zu werden. Neben der persönlichen Beratung per Telefon oder E-Mail halten die Expertinnen Vorträge, geben Seminare oder Workshops.  Und die PUBLISSO-Website bietet eine Vielzahl an Informationen, die direkte Antworten auf viele Fragen geben.

Kontakt: publikationsberatung@zbmed.de


Weitere Informationen

International Open Access Week 2019 unter dem Motto „Open for Whom? Equity in Open Knowledge!“

von Constanze Beringer und Ulrike Ostrzinski

Jedes Jahr im Oktober findet die International Open Access Week statt. Weltweit organisieren Bibliotheken und andere Wissenschaftseinrichtungen Aktionen, um auf das Thema Open Access aufmerksam zu machen. In diesem Jahr lautet das Motto „Open for Whom? Equity in Open Knowledge!“ und nimmt die Gerechtigkeit, die die Offene Wissenschaft ermöglicht, in den Fokus.

Für ZB MED sind Open Access, der unbeschränkte und kostenlose Zugang zu wissenschaftlicher Information, und Open Science, die Öffnung des gesamten Forschungsprozesses, wichtige Handlungsfelder. Daher nutzen wir die Open Access Week, um über Open Access, Open Science und unsere Angebote dazu zu informieren.

Auf PUBLISSO, dem Open-Access-Publikationsportal für die Lebenswissenschaften, stellt ZB MED alle Informationen und Services bereit. Das Portal richtet sich an lebenswissenschaftlich Forschende, die ihre Veröffentlichungen und Forschungsdaten frei zugänglich publizieren wollen, und an informationswissenschaftlich Tätige. Wir bieten Beratung und Workshops zu allen Fragen rund um Open Access und Open Science an.

Mit den PUBLISSO-Publikationsplattformen ermöglicht ZB MED Autorinnen und Autoren, die Dissertationen, Forschungsdaten oder Journalartikel veröffentlichen möchten, die Publikation sowohl für den Goldenen als auch für den Grünen Weg des Open Access.

Mit PUBLISSO bietet ZB MED eine Publikationsinfrastruktur für Open Science

Seit über 15 Jahren publizieren wir in Kooperation mit DIMDI und AWMF wissenschaftliche Fachzeitschriften unter dem Dach von German Medical Science und blicken damit auf eine lange Open-Access-Tradition zurück. Herausgebende sowie Autorinnen und Autoren profitieren daher beim Ausbau von PUBLISSO von der umfassenden Expertise der Redaktion. In vier bei der DFG und dem BMBF eingeworbenen Drittmittelprojekten wird gezielt der Bedarf in verschiedenen Fachcommunities ermittelt, um unter anderem darauf aufbauend die Systeme kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Falls Sie sich fragen, was mit dem Goldenen und Grünen Weg des Open Access gemeint ist, hilft Ihnen PUBLISSO auch da weiter. Denn diese und viele andere Fragen beantworten die FAQs.

Kontakt: publisso@zbmed.de


Weiterführende Infos

Was uns im März bewegt hat – Aktuelles zu Open Access, Open Science und Digitalisierung

Auf unserem Twitter-Kanal informieren wir über aktuelle Artikel, Blogposts, Podcasts etc., die sich mit Entwicklungen rund um Open Access und Open Science oder allgemein mit der Digitalisierung befassen. Einmal im Monat geben wir Ihnen an dieser Stelle eine Zusammenfassung all der Themen, die uns bewegt haben!

Im März ging es unter anderem um die European Open Science Cloud, Berichte von der Open Science Conference und dem damit verbundenen Barcamp in Berlin und den Geburtstag des World Wide Web!

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