Management von Forschungsdaten – komplexe Anforderungen an Forschende und Anbieter von Serviceleistungen

von Birte Lindstädt

Jedes Jahr im Oktober findet die International Open Access Week statt. Weltweit organisieren Bibliotheken und andere Wissenschaftseinrichtungen Aktionen, um auf das Thema Open Access aufmerksam zu machen. Auch ZB MED beteiligt sich an der Open Access Week. Wir informieren in der kommenden Woche über Open Access und Open Science, also die Öffnung des gesamten Forschungsprozesses. Zudem stellen wir unsere Dienstleistungen kurz vor.

Wissenschaftliche Erkenntnisse werden in Textform präsentiert – in der Regel basieren sie jedoch auf Daten, die im Forschungsprozess entstehen. Die ZB MED-Angebote zu Forschungsdaten orientieren sich an den sogenannten FAIR-Prinzipien, einem Set von Leitlinien, um Forschungsdaten auffindbar (findable), zugänglich (accessible), interoperabel (interoperable) und nachnutzbar (reusable) zu machen. Die Prinzipien bieten einen Rahmen für das Management wissenschaftlicher Forschungsdaten für alle, die am Forschungsprozess beteiligt sind.

Forschungsdatenmanagement betrifft den gesamten Lebenszyklus der Daten. Es erfordert daher ganzheitliche Lösungen, die im Konsens zwischen den Beteiligten gefunden werden müssen. Bibliotheken können in diesem Prozess eine treibende und vermittelnde Kraft sein. Aus dieser Einsicht heraus entwickelt ZB MED unterstützende Services für Forschende und Multiplikatoren entlang des Lebenszyklus von Forschungsdaten. Dies beginnt bei der Erstellung eines Datenmanagementplans zur dynamischen Fortschreibung im Projektverlauf. Dazu erprobt ZB MED aktuell die Anwendung des Research Data Management Organiser (RDMO) in einem agrarwissenschaftlichen Forschungsprojekt und stellt eine Instanz – den RDMO4Life – zur Nutzung durch andere lebenswissenschaftliche Forschungseinrichtungen zur Verfügung.

Die Services von PUBLISSO entlang des Lebenszyklus von Forschungsdaten.

Im Hinblick auf die Dokumentation von Daten spielt in den Lebenswissenschaften das Elektronische Laborbuch oder Electronic Lab Notebook (ELN), eine wichtige Rolle. Um den Beratungsbedarf zu diesem Thema zu begegnen, hat ZB MED einen Leitfaden  erstellt.

Zentral für die Dokumentation ist darüber hinaus die Einhaltung von Standards, insbesondere Metadatenstandards. Im Rahmen von Projektanträgen in einzelnen lebenswissenschaftlichen Fachcommunities werden deshalb Kurationskriterien und Qualitätsstandards von Forschungsdaten gemeinsam mit Forschungseinrichtungen erprobt.

Bei der Publikation bietet ZB MED zum einen eine Publikationsberatung an. Zum anderen wird das Fachrepositorium Lebenswissenschaften (FRL) aufgebaut, um gegebenenfalls Lücken in der Versorgung lebenswissenschaftlicher Forschungseinrichtungen mit Forschungsdatenrepositorien zu schließen. Zum Publikationsservice gehört auch die Vergabe von persistenten Identifikatoren, sogenannten Digital Object Identifiern (DOI). ZB MED ist DOI-Vergabestelle und Data Cite-Mitglied. Das ZB MED-Suchportal LIVIVO enthält Nachweise zu Forschungsdaten.

Die Digitale Langzeitarchivierung (dLZA) als eine der letzten Phasen im Datenlebenszyklus wird im Rahmen eines Pilotprojekts mit einem außeruniversitären Forschungsinstitut erprobt, so dass das dauerhafte Lesbarhalten von Forschungsdaten und darauf basierend die dLZA bei ZB MED ausgebaut werden kann.
Begleitet werden diese Services durch ein umfangreiches Beratungsangebot: Workshops zu unterschiedlichen Themen, Vorträge auf lebenswissenschaftlichen und bibliothekarischen Fachkonferenzen, Webinare und Tutorials.

Alle Angebote von ZB MED rund um das Forschungsdatenmanagement finden Sie auf dem Open-Access-Publikationsportal PUBLISSO.

Kontakt: publisso@zbmed.de


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Webinare als Informationsquelle zu Open Access und Open Science

von Jasmin Schmitz

Jedes Jahr im Oktober findet die International Open Access Week statt. Weltweit organisieren Bibliotheken und andere Wissenschaftseinrichtungen Aktionen, um auf das Thema Open Access aufmerksam zu machen. Auch ZB MED beteiligt sich an der Open Access Week. Wir informieren in der kommenden Woche über Open Access und Open Science. Zudem stellen wir unsere Dienstleistungen kurz vor.

PUBLISSO, das ZB MED-Publikationsportal für die Lebenswissenschaften, bietet umfangreiche Beratungsleistungen rund um Open Access und Open Science an, auf die wir in unserem gestrigen Beitrag bereits eingegangen sind.

Ein besonderes Augenmerk richten wir heute auf das Format Webinar. Bei Bedarf bieten wir selbst solche Web-Seminare zu speziellen Themen rund um Open Access und Open Science an. Wir bauen dieses Angebot weiter aus. Anregungen dafür können Sie uns gerne schicken!

Eine besondere Form der Beratung: das Webinar.

Auf der PUBLISSO-Website finden Sie aber auch eine umfangreiche Übersicht mit frei im Web zugänglichen Webinaren. Bei der Auswahl haben wir feste Kriterien berücksichtigt, wie Qualität und Aktualität. Thematisch deckt die Liste die unterschiedlichsten Facetten von Open Access und Open Science ab. Die Übersicht wird regelmäßig aktualisiert; Ergänzungsvorschläge nehmen wir gerne entgegen.

Kontakt: publikationsberatung@zbmed.de


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Was Sie schon immer über Open Science wissen wollten …

von Jasmin Schmitz

… erfahren Sie bei der PUBLISSO-Publikationsberatung!

Jedes Jahr im Oktober findet die International Open Access Week statt. Weltweit organisieren Bibliotheken und andere Wissenschaftseinrichtungen Aktionen, um auf das Thema Open Access aufmerksam zu machen. Auch ZB MED beteiligt sich an der Open Access Week. Wir informieren in der kommenden Woche über Open Access und Open Science, also die Öffnung des gesamten Forschungsprozesses. Zudem stellen wir unsere Dienstleistungen kurz vor.

Die Expertinnen aus dem PUBLISSO-Team informieren zu allen Themen rund um Open Science. Die Beratung ist neutral, stellt den Bedarf der Forschenden in den Mittelpunkt und berücksichtigt die Bedingungen und Anforderungen im wissenschaftlichen Publikationswesen. Mit dieser Dienstleistung unterstützt PUBLISSO lebenswissenschaftlich Forschenden. Aber das Angebot richtet sich ebenso an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in wissenschaftlichen Bibliotheken, an Graduiertenschulen und an lebenswissenschaftlichen Fachbereichen von Hochschulen – Personen, die ihrerseits Beratungsleistungen für Forschende anbieten.

Die PUBLISSO-Beratung umfasst ein breites Themenspektrum: Es
reicht von allgemeinen Informationen zu Open Access über das wissenschaftliche Publizieren bis hin zu Forschungsdaten. Derzeit wird das Angebot ausgebaut, so dass in Zukunft auch die Beratung zur digitalen Langzeitarchivierung zum Angebot zählt.

Das Poster zeigt das breite Themenspektrum des Beratungsangebots von PUBLISSO.

Für die Beratung halten wir eine Vielfalt an Formaten bereit, um verschiedenen Informationsbedürfnissen gerecht zu werden. Neben der persönlichen Beratung per Telefon oder E-Mail halten die Expertinnen Vorträge, geben Seminare oder Workshops.  Und die PUBLISSO-Website bietet eine Vielzahl an Informationen, die direkte Antworten auf viele Fragen geben.

Kontakt: publikationsberatung@zbmed.de


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International Open Access Week 2019 unter dem Motto „Open for Whom? Equity in Open Knowledge!“

von Constanze Beringer und Ulrike Ostrzinski

Jedes Jahr im Oktober findet die International Open Access Week statt. Weltweit organisieren Bibliotheken und andere Wissenschaftseinrichtungen Aktionen, um auf das Thema Open Access aufmerksam zu machen. In diesem Jahr lautet das Motto „Open for Whom? Equity in Open Knowledge!“ und nimmt die Gerechtigkeit, die die Offene Wissenschaft ermöglicht, in den Fokus.

Für ZB MED sind Open Access, der unbeschränkte und kostenlose Zugang zu wissenschaftlicher Information, und Open Science, die Öffnung des gesamten Forschungsprozesses, wichtige Handlungsfelder. Daher nutzen wir die Open Access Week, um über Open Access, Open Science und unsere Angebote dazu zu informieren.

Auf PUBLISSO, dem Open-Access-Publikationsportal für die Lebenswissenschaften, stellt ZB MED alle Informationen und Services bereit. Das Portal richtet sich an lebenswissenschaftlich Forschende, die ihre Veröffentlichungen und Forschungsdaten frei zugänglich publizieren wollen, und an informationswissenschaftlich Tätige. Wir bieten Beratung und Workshops zu allen Fragen rund um Open Access und Open Science an.

Mit den PUBLISSO-Publikationsplattformen ermöglicht ZB MED Autorinnen und Autoren, die Dissertationen, Forschungsdaten oder Journalartikel veröffentlichen möchten, die Publikation sowohl für den Goldenen als auch für den Grünen Weg des Open Access.

Mit PUBLISSO bietet ZB MED eine Publikationsinfrastruktur für Open Science

Seit über 15 Jahren publizieren wir in Kooperation mit DIMDI und AWMF wissenschaftliche Fachzeitschriften unter dem Dach von German Medical Science und blicken damit auf eine lange Open-Access-Tradition zurück. Herausgebende sowie Autorinnen und Autoren profitieren daher beim Ausbau von PUBLISSO von der umfassenden Expertise der Redaktion. In vier bei der DFG und dem BMBF eingeworbenen Drittmittelprojekten wird gezielt der Bedarf in verschiedenen Fachcommunities ermittelt, um unter anderem darauf aufbauend die Systeme kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Falls Sie sich fragen, was mit dem Goldenen und Grünen Weg des Open Access gemeint ist, hilft Ihnen PUBLISSO auch da weiter. Denn diese und viele andere Fragen beantworten die FAQs.

Kontakt: publisso@zbmed.de


Weiterführende Infos

„Open science: just science done right“ – Auftaktveranstaltung zum Fellow-Programm „Freies Wissen“

von Eva Seidlmayer

Rima-Maria Rahal von der Tilburg University (Niederlande)

Rima-Maria Rahal von der Tilburg University hält die Keynote bei der Auftaktveranstaltung zum Fellow-Programm „Freies Wissen“

Obwohl Wissenschaftler*innen an sehr unterschiedlichen Themen arbeiten, teilen sie doch ein Ziel: die Suche nach der Wahrheit als gerechtfertigte wahre Meinung. Sie kann an dem Anspruch gemessen werden, Aussagen über einen Sachverhalt zu treffen, die dann eintreffen. Darauf wies auch Rima-Maria Rahal von der Tilburg University (Niederlande) in ihrer Keynote bei der Auftaktveranstaltung zum Fellow-Programm „Freies Wissen“ in den Räumen der Wikimedia Deutschland am Tempelhofer Ufer in Berlin hin. Doch dieser eigene Anspruch sei, so Rahal, derzeit in eine akute Schieflage geraten. Es bestehe eine Spannung zwischen „Mission“ und „Praxis“ der Wissenschaft. Die Gründe für diese Problematik seien vielfältig. Einen sieht sie in der „Publish or Perish“-Mentalität, die in vielen Wissenschaftsbereichen herrsche. Sie setze die Wissenschaftler*innen unter Druck, eher auf Masse statt Klasse ihrer Publikationen zu setzen. Die verschobene Schwerpunktsetzung – weg von einer inhaltsgetriebenen Qualität hin zu einer Orientierung an der Verwertbarkeit – ist eng mit den Arbeitsbedingungen und Finanzierungsmodellen in der Wissenschaft verbunden.

Rima-Maria Rahal von der Tilburg University

Rima-Maria Rahal ist Alumna des Fellow-Programms. Sie appelliert in der Keynote: Change the Game!

Dem düsteren Bild, das die Keynote vom status quo der wissenschaftlichen Praxis entwarf, wurden während des Veranstaltungswochenendes vielfältige Möglichkeiten für eine Wissenschaft entgegengestellt, die ihren Zielen besser gerecht wird: Bei Offener Wissenschaft werden die verwendeten Daten und Quellen transparent offen gelegt, wodurch eine Nachnutzung in anderen Forschungsprojekten gewährleistet ist. Zudem wird auch die Überprüfung der angestellten Studien oder Argumentationen überhaupt erst möglich. Auch die Dokumentation der Methoden und des Forschungsprozesses über verschiedene Kanäle – von Datenmanagementplänen bis hin zu sozialen Netzwerken – gehört zur Offenen Wissenschaft. Die Veröffentlichung der Ergebnisse in Open-Access-Journalen und -Monographien ist ebenso ein wichtiger Baustein für eine Wissenschaft, die nur der Wahrheitsfindung gerecht werden möchte, zu der eben auch eine Verbreitung dieser Inhalte gehört. Diese Gleichsetzung von authentischer Wissenschaft und offener Wissenschaft wurde an diesem Wochenende in Workshops und im direkten Austausch oft gezogen: „Open science: just science done right.“

Eva Seidlmayer, ZB MED - Informationszentrum Lebenswissenschaften

Eva Seidlmayer stellt ihr Projekt vor, bei dem es um die Nachnutzung von Autor*innen-Informationen aus Wikidata geht.

In diesem Sinne haben beim Auftaktwochenende des Fellow-Porgramms „Freies Wissen“, das von der Wikimedia-Deutschland, der Volkswagenstiftung und dem Stifterverband nun schon zum vierten Mal ausgerichtet wird, zwanzig Fellows ihre Projekte vorgestellt. Ich bin eine davon. Bei ZB MED arbeite ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Informationsdienste in der Forschungsgruppe von Prof. Dr. Konrad Förstner im Projekt Q-Aktiv. Im Projekt beschäftigen wir uns mit Dynamiken von Wissensfeldern, ihren Konvergenzen und Divergenzen auf Grundlage von Publikationsdaten. Q-Aktiv wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Förderlinie “Quantitative Wissenschaftsforschung” ermöglicht. Hier kooperieren wir mit dem Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) in Kiel und der Christian-Albrechts-Universität (CAU) in Kiel.

Am Fellow-Programm “Freies Wissen” nehme ich mit einem Projekt zu einem Teilaspekt von Q-Aktiv teil: Mein gefördertes Projekt ermöglicht eine Nachnutzung von Autor*innen-Informationen aus Wikidata, einer Linked-Open-Data-Plattform der Wikimedia Foundation, für eine Anreicherung von Publikationsdaten.

Unsere bibliometrischen Analysen von wissenschaftlichen Publikations-Netzwerken bei Q-Aktiv profitieren von dieser Erweiterung um die soziale Dimension von Forschungstätigkeit. Wir erhoffen uns dadurch, besser zu verstehen, warum Wissenschaftler*innen mit wem zusammenarbeiten oder welche Wissenschaftler*innen sich für welche Themen interessieren und damit zu einer Konversion unterschiedlicher Wissensfelder beitragen. Das anvisierte Tool kann dabei insgesamt Analysen der Scientometrie, die stark auf Co-Zitations-Netzwerke und Co-Autor*innen-Netzwerke setzt, zum Einsatz kommen und die Analysen um eine soziale Dimension ergänzen.

In den nächsten Monaten entwickle ich ein Tool für die Programmiersprache Python, die häufig in den Data Science eingesetzt wird. Unterstützt werde ich dabei von meinem Fellow-Mentor Jakob Voß vom Gemeinsamen Bibliotheksverbund (GBV) in Göttingen. Außerdem werden wir im Rahmen von WikiCite, einer Wikipedia-Initiative, die eine offene Sammlung von Bibliographie- und Zitationsdaten entwickelt, Mitte nächsten Jahres eine Veranstaltung organisieren.

 


Auftaktveranstaltung Fellow-Programm Freies Wissen 2019/2020 vom 13. bis 15. September 2019 in Berlin, Gruppenbild

Auftaktveranstaltung Fellow-Programm Freies Wissen 2019/2020 vom 13. bis 15. September 2019 in Berlin

Weiterführende Infos:

Die Versorgungsstrategie von ZB MED

von Dr. Elisabeth Müller

ZB MED ist das überregionale deutsche Zentrum für Informationen und Literatur in den Lebenswissenschaften. Vor dem Hintergrund der Digitalisierung hat sich das Nutzungs- und Publikationsverhalten gewandelt. Dies bietet Chancen zu einer leichteren Zusammenarbeit in der Literaturversorgung. ZB MED agiert daher jetzt auf der Grundlage von Bedarf und Literaturversorgung im „Gesamtsystem Deutschland“ und nicht mehr nur auf der Grundlage des eigenen Bestandes. Das Poster stellt diesen Paradigmenwechsel vor und zeigt den Stand der Umstellung auf die neue Strategie auf.

Versorgungsstrategie von ZB MED

Die Versorgungsstrategie von ZB MED – Poster präsentiert auf der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für medizinisches Bibliothekswesen vom 16. bis 18. September 2019 in Göttingen.

 

Umfassende Informationen zu Elektronischen Laborbüchern: ZB MED veröffentlicht Wegweiser

ELN-Wegweiser

 

„Elektronische Laborbücher im Kontext von Forschungsdatenmanagement und guter wissenschaftlicher Praxis – ein Wegweiser für die Lebenswissenschaften“

von Beatrix Adam und Birte Lindstädt

 

 

 

Forschungsdaten-Lebenszyklus

Lebenszyklus von Forschungsdaten und ZB MED-Services dazu

Im Bereich Forschungsdatenmanagement orientieren sich die Informationsangebote und Services von ZB MED am Lebenszyklus von Forschungsdaten:Ein wichtiger Baustein ist das Elektronische Laborbuch, das Electronic Lab Notebook (ELN). Es dient der Dokumentation des Forschungsprozesses und der dabei erhobenen Rohdaten.

Über die Vorteile der Nutzung und die Herausforderung, ein geeignetes ELN zu finden, haben wir bereits in einem Blogbeitrag berichtet. Weitere aktuelle Informationen finden sich auf den PUBLISSO Webseiten zum Thema. Dort steht auch der neue ELN-Wegweiser zum Download zur Verfügung.

Mit dem ELN-Wegweiser verfolgen wir das Ziel, sowohl den Verantwortlichen für Informationsinfrastrukturen als auch Forschenden notwendige Informationen rund um ELNs an die Hand zu geben. Dies unterstützt sie darin, den Entscheidungsprozess zur Auswahl eines geeigneten Tools individuell und bedarfsgerecht gestalten zu können. Da es dafür keinen allgemeingültigen Weg gibt, entstand die Motivation zur Herausgabe unseres Leitfadens, der sowohl benötigtes Hintergrundwissen als auch konkrete Handlungsempfehlungen enthält.

Kernstück des Wegweisers ist die Darstellung von Best-Practice-Beispielen. Grundlage für die Erstellung der Fallbeispiele sind Interviews mit Expertinnen und Experten, die wir im Herbst 2018 geführt haben. Die Auswahl der Interviewpartnerinnen und -partner erfolgte unter dem Gesichtspunkt, Beispiele aus verschiedenen Sichtweisen darstellen zu können. Deshalb haben wir neben Forschenden selbst auch Personen befragt, die mit der Bereitstellung von IT-Services oder Infrastruktur betraut sind.

Anhand zweier Toolboxen gibt der Wegweiser darüber hinaus konkrete nachnutzbare Werkzeuge an die Hand: eine Bedarfsabfrage und eine Checkliste dienen als Grundlage für die Erstellung eigener Tools. Sie können individuell angepasst werden.

Neben der Beschreibung der wesentlichen Anforderungen, die an ein ELN gestellt werden, geben weitere Kapitel des Wegweisers greifbare Handlungsempfehlungen für Auswahl, Test und Einführung eines elektronischen Laborbuchs.

Den Kapiteln sind Infoboxen zugordnet, die Hinweise zu weiterführenden Informationen – größtenteils Webressourcen – enthalten. Beispielsweise informiert im Kapitel „Auswahl eines geeigneten ELN“ die gleichnamige Infobox über Fachartikel zum Auswahlprozess und enthält Links zu empfehlenswerten Übersichtsseiten mit Produktvergleichen, die regelmäßig aktualisiert werden.

Gerne treten wir in einen Dialog mit Ihnen sowohl zum ELN-Wegweiser als auch zum Thema insgesamt. Auch wenn Sie weiteren Beratungsbedarf haben, stehen wir gerne zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare und Fragen hier im Blog oder per E-Mail an forschungsdaten@zbmed.de.


Zum ELN-Wegweiser


Weiterführende Links:

Aufbau einer Community für digitale Kompetenz bei ZB MED: Carpentries und HackyHours

Ein Ort, an dem alle zusammenkommen können, um sich auszutauschen und voneinander zu lernen

Von Eva Seidlmayer, Konrad Förstner, Silvia Di Giorgio, Chris Erdmann

Für ZB MED gehören Trainingsaktivitäten zum Aufbau datenwissenschaftlicher Fähigkeiten zu den zentralen Aufgaben und wichtigen Services. Dafür bietet das Informationszentrum Library und Software Carpentry Workshops an. Es spricht damit sowohl die Bibliotheks- als auch die lebenswissenschaftliche Community an. Inzwischen halten im ZB MED-Team drei zertifizierte Instruktorinnen und Instruktoren (Silvia Di Giorgio, Till Sauerwein, Konrad Förstner) die Workshops ab. Außerdem ist Konrad Förstner zertifizierter Trainer zur Ausbildung der Instruktoren. Darüber hinaus unterstützen weitere Teammitglieder die Durchführung und Weiterentwicklung der Carpentry Workshops:

Der erste Software Carpentry Workshop bei ZB MED mit Silvia di Giorgio.

First Software Carpentry Worshop at ZB MED with Silvia di Giorgio.

  • Git – Eva Seidlmayer und Silvia Di Giorgio
  • Python – Konrad Förstner
  • Wikidata – Muhammad Elhossary, Till Sauerwein und Konrad Förstner.

Seit Mitte 2018 hat das ZB MED-Team fünf interne Library Carpentry Workshops und einen externen Software Carpentry Workshop veranstaltet. Weitere Workshops fanden an der Universität zu Köln, dem ZBIW, der TIB Hannover, dem DRL Berlin, der FU Berlin und der TU Wien statt.

Nach der Veranstaltung stellt sich immer wieder eine Frage: Was passiert nach einem Library Carpentry Workshop?

Die Workshops geben den Teilnehmenden Starthilfe. Danach müssen sie selbst weiter machen und das Gelernte anwenden. Um diese kontinuierliche Weiterbildung zu unterstützen, veranstaltet ZB MED wöchentlich HackyHours – informelle Treffen, bei denen sich die Teilnehmenden über Code, Tools und Forschung austauschen können. Den Namen und das Konzept haben Till, Silvia und Konrad aus Würzburg mitgebracht, wo sie mehrere Software Carpentry Workshops mit anderen Dozentinnen und Dozenten gehalten haben. Bei den HackyHours wird Kaffee angeboten – natürlich kostenlos – und alle können Themen mitbringen. Es liegt an den Moderatorinnen und Moderatoren, die Interessen und Anforderungen der Teilnehmenden gleichermaßen zu beachten.

HackyHour am Standort Bonn von ZB MED

Die HackyHour findet meist am Standort Köln von ZB MED statt, gelegentlich aber auch am Standort Bonn.

Neben den unterschiedlichen Hintergründen und Kenntnissen müssen die HackyHour-Moderatorinnen und -Moderatoren bei ZB MED auch die Sprachbarrieren berücksichtigen. Während die Beschäftigten von ZB MED überwiegend Deutsch sprechen, sprechen die meisten wissenschaftlich Mitarbeitenden neben ihren jeweiligen Muttersprachen auch Englisch. Trotz dieser Herausforderungen ist das Team bestrebt, die HackyHours integrativ zu gestalten und allen die Teilnahme zu ermöglichen. Dabei wird Englisch gesprochen und bei Bedarf gibt es eine simultane Peer-to-Peer-Übersetzung ins Deutsche.

Die HackyHours-Themen sind sehr vielfältig und variieren von Woche zu Woche, da sie oft von Zeitplänen und Terminen beeinflusst werden. Seit November 2018 sind nicht nur Interne, sondern auch Kolleginnen und Kollegen aus anderen Institutionen beteiligt. Die Themen reichen von der Einführung in Python, Erfahrungen mit verschiedenen integrierten Entwicklungsumgebungen bis zu Single-Board-Computer-Arduino-Projekten und Docker-Containern.

Prof. Rebholz-Schuhmann, Wissenschaftlicher Direktor von ZB MED, sagt: „HackyHours bei ZB MED geben den Menschen die Möglichkeit, sich zu treffen, verschiedene Themen auszutauschen und zu diskutieren und weiter zu lernen. Das ist eine wichtige Aufgabe für uns als Informationszentrum.“

ZB MED und seine Community sind gespannt, wie sich die HackyHours und die Teilnehmenden in naher Zukunft weiterentwickeln werden. Die Kombination aus den Carpentries Trainings und HackyHours bietet einen hilfreichen und sinnvollen Rahmen für den Ausbau der digitalen Kompetenz und die Vorbereitung des Informationszentrums auf die Weiterentwicklung der Forschungsdienstleistungen.


Dieser Artikel ist übertragen aus dem Englischen Blog-Beitrag
Building a Community for Digital Literacy at ZB MED: The Carpentries and HackyHours, erschienen im Blog der Library Carpentry am 19.6.2019.

Er ist unter einer Creative Commons Attribution 4.0 International License lizenziert.

Autorinnen und Autoren: Eva Seidlmayer, Konrad Förstner, Silvia Di Giorgio, Chris Erdmann
Übersetzung: Ulrike Ostrzinski


Weitere Informationen:

The Carpentries
Library Carpentry
HackyHour Cologne

Was uns im März bewegt hat – Aktuelles zu Open Science, FAIR Data und Digitalisierung …

Auf unserem Twitter-Kanal informieren wir über aktuelle Artikel, Blogposts, Podcasts etc., die sich mit Entwicklungen rund um Open Science, FAIR Data oder allgemein mit der Digitalisierung befassen. Einmal im Monat geben wir Ihnen an dieser Stelle einen kurzen Überblick mit Beiträgen, die uns besonders bewegt haben. Im März war das natürlich die Open Science Conference mit dem dazugehörigen Bar Camp und die Dokumentation dazu im Open Science Radio. Aber es gab auch noch anderes zu berichten:

Was uns im Februar bewegt hat – Aktuelles zu Open Science, FAIR Data, Digitalisierung …

Auf unserem Twitter-Kanal informieren wir über aktuelle Artikel, Blogposts, Podcasts etc., die sich mit Entwicklungen rund um Open Science, FAIR Data oder allgemein mit der Digitalisierung befassen. Einmal im Monat geben wir Ihnen an dieser Stelle einen kurzen Überblick mit Beiträgen, die uns besonders bewegt haben. Im Februar war das zum Beispiel das Thema FAIR Data und dazu auch der Sprint „Top 10 FAIR Data & Software Things“ oder der Plan S.