“All librarians speek the same language, the language of access to information”: World Library and Information Congress der IFLA 2018

Von Dr. Ursula Arning

“Alle Bibliothekar*innen sprechen die gleiche Sprache, die Sprache des Zugangs zur Information”, sagte Glòria Pérez-Salmerón, die Präsidentin der IFLA, in der Closing Session des World Library and Information Congress (WLIC) der International Federation of Library Associations (IFLA) 2018. Es handelt sich um die Internationale Konferenz des Bibliothekswesens, auf der sich Kolleginnen und Kollegen (aller Bibliothekstypen) der ganzen Welt eine Woche lang sowohl über ganz alltägliche Fragen als auch über strategische Fragen zur Zukunft der Bibliotheken austauschen. Die Konferenz fand dieses Jahr vom 23.8. bis zum 30.8. in Kuala Lumpur/Malaysia statt. Jedes Jahr wieder ist es beeindruckend und überaus bereichernd, wenn die globale “bibliothekarische” Welt mit ihrer Diversität an einem Ort zusammenkommt. So war die Zusammenfassung von Glòria Pérez-Salmerón, dass „alle Bibliothekar*innen die gleiche Sprache sprechen, die Sprache des Zugangs zur Information”, durchaus ein bemerkenswerter Satz. Bei allen Unterschieden, alle verbindet ein Ziel: Der Zugang zur Information.

Willkommensschild auf der IFLA 2018

Willkommensschild auf der IFLA 2018 © Ursula Arning

Dies zeigte sich auch am letzten Tag des Kongresses, an dem Interessierte an Bibliotheksführungen teilnehmen konnten (1). Ich hatte mich – in der Deutschen Zentralbibliothek für Medizin beheimatet – für die angebotene Tour zu den Bibliotheken in Pahang entschieden. Ziel war unter anderem die dortige Medizinische Bibliothek, die Dar Al-Hikmah Library an der International Islamic University Malaysia. So konnte ich für die Kolleginnen und Kollegen Impressionen einer „Schwester-Bibliothek“ mit nach Hause nehmen. Die offene Architektur des Gebäudes erfordert eine gute Organisation: Oben, im 3. OG, Stillarbeit mit zahlreichen, gut ausgestatteten Kabinen mit Flipchart und Gruppentischen bzw. Kabinen zur Einzelarbeit. Unten, offene Gruppentische, entweder nur für „Sisters“, für „Brothers“ oder für gemischte Gruppen sowie eine ausgezeichnete erste Anlaufstelle, an der einem mittels eines großen Ansicht-Bildschirms die benötigte Information vermittelt wird.

Leseecke im Erdgeschoss der Dar Al-Hikmah Library in Kuala Lumpur.

Im Erdgeschoss der Dar Al-Hikmah Library. © Ursula Arning

Blick vom 3. Obergeschoss der Dar Al-Hikmah Library in Kuala Lumpur ins 2. Obergeschoss.

Blick vom 3. Obergeschoss der Dar Al-Hikmah Library ins 2. Obergeschoss. © Ursula Arning

Zu der Besuchstour gehörten auch zwei Öffentliche Bibliotheken: Um die fehlenden Personalkapazitäten auszugleichen, die den Nutzenden bei der Suche helfen können, hat die Bentong Public Library eine App entwickelt, mit der man die Büchertitel in den jeweiligen Regalen über einen QR Code auf sein Handy scannen kann.

Impression von einem Messestand auf der IFLA 2018 in Kuala Lumpur.

Impression von der IFLA 2018. © Ursula Arning

Die State Library of Pahang, gerade erst in ein neues Gebäude gezogen, überzeugt mit einem vielfältigen interaktiven Angebot für alle Bevölkerungsgruppen: Sie verfügt über einen abgetrennten, gut ausgestatteten Baby-Raum, der nicht mit Schuhen betreten werden darf, eine weiträumige Kinderbibliothek, in der auch (wissenschaftliche) Experimente durchgeführt werden: So zeigten Studierende einer jüngeren Schulklasse, wie sich Papier aus Bananenfasern schöpfen lässt.

Einer jüngeren Schulklasse wird von Älteren in der State Library of Pahang erklärt, wie aus Bananenfasern Papier geschöpft werden kann.

Einer jüngeren Schulklasse wird von Älteren in der State Library of Pahang erklärt, wie aus Bananenfasern Papier geschöpft werden kann. © Ursula Arning

Weiter ging es zu einem Musik/Tonstudio, zu einem 3-D-Kino, einem Computer Lab, einer kleinen, ruhigen Blindenbibliothek mit Büchern in Brailleschrift. Aber nicht nur diese Bilder und gestalterischen Ideen habe ich mitgenommen. Neben dem Zugang zur Information sind die Wärme und der Stolz der Gastgeber*innen, „ihre“ Bibliothek vorstellen zu dürfen, wohl auch allen Bibliothekar*innen auf der Welt gemeinsam. In diesem Sinne sollten sich alle Bibliotheken an der IFLA Library Map beteiligen, um aufzuzeigen, wo Bibliotheken sich überall zum Wohle der Gesellschaft und Wissenschaft engagieren.

Als Gremienmitglied der Section for Academic and Research Libraries (der Sektion der Akademischen und Wissenschaftlichen Bibliotheken), habe ich auch einen aktiven Part auf dem WLIC. Alle Mitglieder sind aufgerufen, in ca. fünf Bullet Points die wichtigsten Entwicklungen im Bibliothekswesen ihres Landes im letzten Jahr darzustellen. Dadurch entsteht ein schneller Vergleich, der Themen identifiziert, die weltweit für wichtig erachtet werden. In diesem Jahr waren Wissensmanagement, Kooperationen und System Sharing, Transformation und damit Herausforderungen für das Bibliothekspersonal, Forschungsdatenmanagement sowie Erwerbungsstrategien die meist genannten Themen. Des Weiteren geht es bei den Sektionen auch um die Planung von Aktivitäten für den nächsten World Library and Information Congress der IFLA. Jede Sektion hat einen Slot von zwei Stunden, um z.B. die Entwicklungen der akademischen und wissenschaftlichen Bibliotheken weltweit aufzugreifen und zu besprechen. In diesem Jahr umfassten die Hot Topics die Themenbereiche Open Access, Künstliche Intelligenz und automatische (bzw. computerunterstützte) Sacherschließung. Alle drei Themen wurden durch einen dreiminütigen Impulsvortrag eingeleitet und dann in Gruppen intensiv diskutiert. Über das Jahr verteilt werden diese und andere Themen auch im Blog der Sektion weiter vertieft. Die Themen können länderspezifisch oder von generellem Interesse sein. Im August 2018 waren die Beiträge sehr divers und reichten von „Predatory Publishing“ bis zur Vorstellung der Lernplattform der Joint University Librarians Advisory Committee (JULAC) von Hong Kong. Jede und Jeder auch außerhalb des Gremiums ist dazu eingeladen, einen Beitrag zu veröffentlichen oder sich über aktuelle Themen in der Facebook-Gruppe IFLAARL auszutauschen. Um die Themen aus der Sektion auch in die Communities zu tragen, sind als neues Angebot Webinare geplant, die im Laufe des Jahres konzipiert werden.

Als Mitglied der AG Universitätsverlage mit zurzeit 28 Mitgliedern aus dem deutschsprachigen Raum habe ich mich auf dem diesjährigen Kongress insbesondere bei den Planungen einer Special Interest Group „Library Publishing“ engagiert. Es haben sich ca. 15 Interessierte aus aller Welt gefunden, die die Gründung vorbereiten werden. Für die Umsetzung unserer ZB MED eigenen Plattformen PUBLISSO – Gold und PUBLISSO – Fachrepositorium Lebenswissenschaften können durch den kollegialen Austausch wichtige Synergien entstehen. Die Gruppe ist erst in der Findungsphase, doch wollen wir auf der nächsten Tagung der IFLA in Athen bereits einen Workshop anbieten, um unser Interessengebiet auch einer breiteren Öffentlichkeit vertraut zu machen. Die Erkenntnisse, die ich durch die Gruppe gewinne, kann ich sowohl in den weiteren Aufbau der institutseigenen Plattform einfließen lassen als auch weitergeben an die Kolleg*innen der AG Universitätsverlage und anderer Gremien.

Des Weiteren ist der Weltkongress der IFLA auch eine gute Plattform, eigenes Wissen und Erfahrungen zu teilen und die Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Welt bei bestimmten Themen zu unterstützen. Eigene Projekte und Ideen können besonders gut in den beiden Poster Sessions vorgestellt werden. Der Trend geht wohl zu Poster-Formaten mit 3-D-Gegenständen. Letztes Jahr konnte z.B. ein Poster mit einer herausragenden Kaffeetasse überzeugen, dieses Jahr waren es Infoboxen, in denen man Kommentare hinterlassen konnte.

Poster in der State Library of Pahang in Kuala Lumpur, auf dem "Libraries are for everyone" steht.

Poster in der State Library of Pahang. © Ursula Arning

Seit einigen Jahren ist Open Access ein Thema, das auf dem WLIC immer mehr Gehör findet. Neben der ARL-Sektion ist insbesondere auch die Sektion „Science & Technology Libraries“ in dem Bereich aktiv. So umfasste die Session „Libraries as Drivers for Open Access“ Vorträge, die sich auf die soziale Grundidee des Open Access rückbesinnen und den sogenannten „Diamantenen Weg“ propagieren, also kostenfreie Publikationen für die Autor*innen. Ebenfalls interessant war in derselben Session auch die komparative Studie zum Monitoring und den Geschäftsmodellen in Lateinamerika und dem Mittleren Osten (2). Des Weiteren wurde u.a. die Entwicklung einer App vorgestellt, die beim Entlanggehen an Regalen die E-books anzeigt, die zu diesem Themenkreis gehören (3). Ein weiteres Thema, das in diesem Jahr Eingang in die IFLA-Tagung fand, war z.B. der Bereich der digitalen Langzeitarchivierung (dLZA) (4). Bereits in der Session wurde der Wunsch geäußert, dass es neben der Vorstellung von Systemanbietern auch sinnvoll wäre, Beispiele aus der Praxis zu hören. Der WLIC ist also gerade auch für das deutsche Bibliothekswesen mit seinen Aktivitäten in der dLZA eine mögliche Plattform, sich mit den Kolleg*innen aus dem In- und Ausland auszutauschen. Immer größere Beachtung findet auf dem World Library and Information Congress auch der Themenbereich „Forschungsdatenmanagement“. In diesem Jahr lag der Fokus auf Data Librarians und darauf, welche Qualifikationen diese mitbringen sollten (5).

Ein neues, sehr interessantes Format auf dem Kongress war das Angebot der Sektion „Continual Professional Development and Workplace Learning“. Je nach Interessensgebiet setzte man sich zusammen und konnte diverse Themen wie Zeitmanagement, Zielsetzungen, Burn out, Karriereplanung etc. diskutieren und aus der eigenen Praxis berichten bzw. eigene Lösungswege aufzeigen. Auch wenn es einen „Coach“ pro Tisch gab, war es letztlich ein kollegialer Austausch von Ideen, Ratschlägen und Problemlösungen über Ländergrenzen und Bibliothekstypen hinweg und gleichzeitig eine Möglichkeit, sich kennen zu lernen. Dabei wurde in dem knappen Format von 15–30 Minuten nichts zerredet, sondern präzise auf die unterschiedlichen Fragen geantwortet (6).

Die Twin Towers in Kuala Lumpur.

Die Twin Towers in Kuala Lumpur. © Ursula Arning

Ich danke BII, dass es mir durch die großzügige Unterstützung die Fahrt zum World Library and Information Congress der IFLA 2018 und damit auch die Mitarbeit in Gremien und Gruppen ermöglicht hat, deren Ideen und Strategien in meine direkte tägliche Arbeit einfließen und damit der wissenschaftlichen Community Deutschlands zur Verfügung stehen werden.


(1) Zur Situation des Bibliothekswesens in Malaysia vgl. den Beitrag von Andreas Degkwitz (https://media02.culturebase.org/data/docs-bideutschland/Degkwitz_Bericht_IFLA_2018.pdf).

(2) Session 092 Libraries as Drivers for Open Access – Science & Technology Libraries with Serials and other Continuing Resources.

(3) Session 113 Celebrating IT Innovations in libraries – Information Technology.

(4) Session 160 Planning digital preservation: in for the long run – Preservation and Conservation with Information Technology.

(5) Session 139 Data Librarian: Needs and Qualifications – Education and Training, Science and Technology and Continuing Professional Development and Workplace Learning.

(6) Session 196 Knowledge Café 2018: Continuous Learning for Successful Info Pros in the Knowledge Economy – Knowledge Management with Continuing Professional Development and Workplace Learning and Library and Research Services for Parliaments.

 

Was uns im September bewegt hat – Aktuelles zur Uni Bonn, Open Access, FAIR Data, Digitalisierung …

Auf unserem Twitter-Kanal informieren wir über aktuelle Artikel, Blogposts, Podcasts etc., die sich mit Entwicklungen rund um Open Access und FAIR Data oder allgemein mit der Digitalisierung befassen. Einmal im Monat geben wir Ihnen an dieser Stelle eine Zusammenfassung der Themen, die uns besonders bewegt haben. Im September haben wir unter anderem zwei Beiträge geteilt, in denen es darum geht, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler davon zu überzeugen, Open Data zu praktizieren und zu zeigen, wie einfach Open Access sein kann.

Was uns im Juli bewegt hat – Aktuelles zu Open Access, FAIR Data, Digitalisierung …

Auf unserem Twitter-Kanal informieren wir über aktuelle Artikel, Blogposts, Podcasts etc., die sich mit Entwicklungen rund um Open Access und FAIR Data oder allgemein mit der Digitalisierung befassen. Einmal im Monat geben wir Ihnen an dieser Stelle eine Zusammenfassung der Themen, die uns besonders bewegt haben. Im Juni war das natürlich unter anderem das Predatory Publishing, das in den Medien große Wellen geschlagen hat. Unter anderem hat unsere Open-Access-Expertin Dr. Ursula Arning dazu ein Gespräch mit dem Deutschlandfunk geführt.

PUBLISSO? – Isso! ZB MED macht sich stark für Open Access

ZB MED gehört seit der ersten Stunde zu den Unterstützern des Open-Access-Gedankens. Die Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen haben wir als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft bereits 2003 anerkannt (1). Unsere Publikationsplattform German Medical Science (2), die wir gemeinsam mit dem DIMDI (Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information) und der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) betreiben, ging bereits 2002 in die Planung. Seitdem haben wir unser Open-Access-Portfolio sukzessive erweitert. Ein wichtiger Schritt folgte im Jahr 2015 mit dem Online-Gang unserer Publikationsplattform PUBLISSO (3). Dort bündeln wir seither alle unsere Open-Access-Aktivitäten. Aktuell hat das BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) einen Drittmittelantrag von uns genehmigt und rund 300.000,- € für den weiteren Ausbau von Open-Access-Infrastrukturen unter anderem am Fallbeispiel PUBLISSO bereitgestellt (4).

In der Open-Access-Community sind wir natürlich gut vernetzt, nehmen regelmäßig aktiv an Konferenzen teil, richten eigene Workshops und Veranstaltungen gemeinsam mit Kooperationspartnern aus. Allerdings war unser Eindruck, dass bei der Bekanntheit unserer Plattform PUBLISSO bei den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern noch Luft nach oben ist! Zudem hat sich Open Access bei den Forschenden noch nicht in allen lebenswissenschaftlichen Communities so etabliert, wie es wünschenswert ist. Im Herbst 2016 – also ein Jahr nach dem Launch von PUBLISSO – haben wir daher begonnen zu überlegen, wie wir das ändern können. Ergebnis ist eine Kampagne mit dem Ziel, die Aufmerksamkeit der Lebenswissenschaftlerinnen und Lebenswissenschaftler zu wecken, mehr Open-Access-Autorinnen und -Autoren zu gewinnen und insgesamt die Akzeptanz von Open Access zu steigern. In einem ersten Schritt haben wir eine Anzeigenkampagne in wissenschaftlichen Zeitschriften durchgeführt, im nächsten Schritt sind unter anderem gedruckte Postkarten und Social-Media-Aktionen geplant. Da die Anzeigen sowohl im Print- als auch im Online-Bereich auffallen sollen, haben wir uns für Cartoons zu Open-Access-Themen und PUBLISSO-Services entschieden. Die Cartoons kommen von dem Comiczeichner Leo Leowald. Einige davon haben wir schon außerhalb der Anzeigenkampagne verwendet. In der nächsten Zeit posten wir nun nach und nach alle Zeichnungen und sind gespannt auf Ihre Kommentare dazu!

Eine Frau zeigt einem Mann ihr Smartphone. Er fragt: "Publisso?", sie antwortet ihm: "Isso!".

Comic zur ZB MED-Open-Access-Kampagne für PUBLISSO, das Publikationsportal Lebenswissenschaften

Motiv aus der PUBLISSO-Werbekampagne

Evolutionärer Fortschritt: Open Access Publizieren! Motiv aus der PUBLISSO-Werbekampagne.

Im Hintergrund steht ein brennendes Gebäude. Davor ein weinender Wissenschaftler und einen Wissenschaftlerin, die in der einen Hand ein Device hält, an der anderen ein Monster. sie sagt: Laborfreuer? Na und? Den hier konnte ich retten. Und alle Forschungsergebnisse sind online bei PUBLISSO!

Forschungsergebnisse sind bei PUBLISSO nicht nur frei verfügbar, sondern auch feuerfest 😉

Wissenschaftler beschriftet eine Kuh mit Forschungsergebnissen. Kollegin sagt: Wir könnten die Ergebnisse der Feldforschung ja auch online bei PUBLISSO veröffentlichen.

Feldforschung mal wörtlich genommen in diesem Comic aus der PUBLISSO-Kampagne

Bienen fliegen im Schwarm, der das Wort PUBLISSO bildet. Eine Biene erklärt: Ein kleines Tänzchen zu Ehren der Schwarmintelligenz!

… da tanzen sie wieder! Schwarmintelligenz mit Open Access im Comic aus der Kampagne

Zombi durchbricht Bürotür. Wissenschaftlerin sagt: Ach, sie an. Der Kollege Maier hat noch nicht mitbekommen, dass der Zombi-Impfstoff online steht.

Open Access hilft auch gegen Zombies!

Patient liegt auf der Couch, ein Therapeut (Ähnlichkeit mit Siegmund Freund) schreibt online mit. Patient sagt: Können Sie Ihre Fallstudie über mich bitte erst veröffentlichen, wenn ich ausgeredet habe?

Keine Sorge – Veröffentlichung nur mit Peer Review 😉

Wissenschaftlerin am Computer, davor steht ein unischtbarer Forscher. Sie sagt: Hauptsache Ihre Forschungsergebnisse sind sichtbar!

Forschungsergebnisse Open Access sichtbar machen!

Ein Mann zeigt einem anderen sein Smartphone. Er fragt: "Publisso?", der andere antwortet: "Isso!".

Die ganze Kampagne stand unter dem Motto: PUBLISSO? Isso!

Wissenschaftler liest auf seinem Tablet. Dahinter ist eine lachende Weltkugel. Text: Die Welt liest mit!

Open Access garantiert eine gute Sichtbarkeit.

In den Adern fahren neben Blutkörperchen kleine U-Boote. In einem sitzt eine Forscherin und sagt: Seit ich meine "Reise ins Körperinnere" bei PUBLISSO veröffentlicht habe, ist hier echt was los.

Noch ein Urlaubsziel gesucht? Vielleicht mal bei PUBLISSO gucken 😉

Ein Forscher und eine Forscherin stehen vor einem Versuchsfeld. Sie hält eine sehr dicke Kartoffel in der Hand, er ein Device. Er sagt: Dank PUBLISSO haben jetzt die klügsten Bauern die dicksten Kartoffeln!

Mit Open Access müssen auch Bauernregeln umgeschrieben werden 😉

 


(1) Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities. Abgerufen am 02.02.2018
(2)  German Medical Science
(3) PUBLISSO
(4) ZB MED Pressemitteilung: Fördermittel für Open-Access-Infrastrukturen – BMBF unterstützt ZB MED-Projekt

 

One Health – Transdisziplinarität bei ZB MED

Bild

von Eva Seidlmayer und Christoph Poley

Beitrag von ZB MED für die Posterausstellung der AGMB 2017 in Wien

One Health – Transdisziplinarität bei ZB MED

ZB MED  unterstützt disziplinäre und disziplinübergreifende Fragestellungen in Medizin, Umwelt-, Ernährungs- und Agrarwissenschaft und ermöglicht so einen ganzheitlichen Blick auf den Menschen. Das Poster führt in die hinter diesem Ansatz stehenden Konzepte One Health und Transdisziplinarität ein. Zudem stellt es die Services vor, die ZB MED für die transdisziplinäre Forschung in den Lebenswissenschaften bereitstellt.

Das Poster war unser Beitrag zur Posterpräsentation auf der diesjährigen Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Medizinisches Bibliothekswesen e.V., die vom 25. bis 27. September in Wien stattfand. Wir haben damit den zweiten Preis im Posterwettbewerb gewonnen.


Weiterführende Links:
AGMB-Jahrestagung, Wien

Video-Tutorials zu Peer Review

Von Jasmin Schmitz

Wissenschaftliche Artikel durchlaufen in der Regel einen Begutachtungsprozess, im Rahmen dessen über die Publikationswürdigkeit eines Manuskripts entschieden wird. Diese Begutachtung wird auch Peer Review genannt. Peer Review spielt somit für die Qualitätssicherung in der Wissenschaft eine wichtige Rolle. Mit dem Thema sind aber auch eine Reihe von Fragen verknüpft: Wie läuft es ab? Welche Bedeutung hat es für die Wissenschaftskommunikation? Was sind die Probleme?

ZB MED hat hierzu eine Auswahl von Video-Tutorials zusammengestellt, die über die unterschiedlichen Aspekte informieren und die unter anderem in der Open-Access-Publikationsberatung eingesetzt werden:

Auswahl von Video-Tutorials zu Peer Review, die über die unterschiedlichen Aspekte informieren und die unter anderem in der Open-Access-Publikationsberatung eingesetzt werden.

 

Bei der Auflistung oben handelt es sich um einen Auszug einer Zusammenstellung von Video-Tutorials auf der ZB MED Webpräsenz, die über unterschiedliche Themen im Bereich Open Access und Open Data informieren. Die Tabelle wurde kürzlich um aktuelle Videos ergänzt und enthält mittlerweile mehr als 100 Videos. Derzeit ist in Planung, die Tabelle stärker thematisch zu strukturieren, damit Nutzerinnen und Nutzer schneller relevante Videos zur Nachnutzung finden.


Weitere Informationen:

Ausgewählte Video-Tutorials zu Open Access und Open Data auf PUBLISSO
Ursula Arning: Peer Review und Qualitätssicherung bei PUBLISSO gold, der Open-Access-Publikationsplattform von ZB MED. ZB MED-Blog vom 11. September 2017

Peer Review und Qualitätssicherung bei PUBLISSO gold, der Open-Access-Publikationsplattform von ZB MED

Von Ursula Arning (Leiterin Open-Access-Publizieren und -Beraten)

Peer Review bedeutet im spezifischen Kontext wissenschaftlicher Publikationen die Begutachtung von Texten und ihrer Anhänge durch Forschende des entsprechenden Fachgebietes. Diese Begutachtung, das Review, soll die Qualität der zu publizierenden Artikel garantieren und kann in verschiedenen Ausführungen erfolgen.

Es gibt unterschiedliche Varianten des Peer Reviews. Eine ist das Blind Review, das wiederum zwei Spielarten hat: Wenn sowohl die Autorinnen und Autoren als auch die Begutachterinnen und Begutachter keine Kenntnis voneinander haben, spricht man vom Double Blind Review, das heißt beiden Parteien werden gegenseitig keine Namen genannt, so dass weder die Reviewer wissen, wer den Artikel geschrieben hat, noch die Autorinnen und Autoren, wer ihren Artikel begutachtet. Dieses Verfahren soll größtmögliche Objektivität ermöglichen. Beim Single-Blind-Verfahren haben die Gutachterinnen und Gutachter Kenntnis der Autorinnen und Autoren, letztere sehen aber nicht, wer sie begutachtet hat. Die Anonymität ermöglicht den Reviewern, ihre Gutachten frei zu formulieren.

Eine eher neuere Variante, die in der Wissenschaftspublikation zurzeit noch keine ausgeprägte Rolle spielt, ist das Open Review: In dem Fall werden die Texte publiziert und die Gutachten veröffentlicht. In einer weiteren Spielart, kann es den Leserinnen und Lesern ermöglicht werden, die Texte öffentlich zu kommentieren. Dabei kann sowohl Forschenden als auch – je nach Verfahren – interessierten Laien die Kommentarfunktion ermöglicht werden. Die notwendige Moderation der Kommentare bedeutet oft allerdings einen enormen Aufwand für die Herausgeberinnen und Herausgeber oder Autorinnen und Autoren. Andererseits hat es sich in einzelnen Fachdisziplinen wie der Physik bewährt, Forschungserkenntnisse als Pre-Prints zu veröffentlichen und sie später unter Berücksichtigung der Kommentare, also in einer redigierten Form, in Zeitschriften mit einem Peer-Review-Verfahren zu publizieren (1).

ZB MED mit seinen Publikationsplattformen German Medical Science (GMS) und der daraus entwickelten Plattform PUBLISSO gold für die Lebenswissenschaften legt größten Wert auf die Qualitätssicherung seiner Publikationen und arbeitet dabei eng mit den jeweiligen Fachgesellschaften zusammen. Zurzeit ist das Peer Review auf der Basis des Single-Blind-Verfahrens organisiert, d.h. die Gutachterinnen und Gutachter erfahren die Namen der Autorin oder des Autors, ohne selber der Verfasserin bzw. dem Verfasser genannt zu werden. Das Verfahren kann jedoch innerhalb des Systems auf Wunsch der Herausgeber einzelner Zeitschriften auf alle anderen Formen (Double Blind oder Open Peer Review) umgestellt werden.

Der Einreichungs- und Reviewprozess durchläuft bei PUBLISSO unterschiedliche Stadien und Verantwortlichkeiten. Während der Einreichungsprozess und die spätere Publikation größtenteils in den Händen der ZB MED-Redaktion liegen (2), wird das Review der einzelnen Publikationen in Verantwortung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler durchgeführt; bei ZB MED handelt es sich dabei um Mitglieder einzelner Fachgesellschaften. Absprachegemäß bekommen jeweils zwei Wissenschaftlerinnen bzw. Wissenschaftler denselben Artikel zugewiesen. Das folgende Schema veranschaulicht den Prozess:

Review-Prozess bei ZB MED-Publikationsplattform PUBLISSO gold

Während des Reviews entstehen drei Möglichkeiten:

  1. Der Artikel wird abgelehnt; die Autorin / der Autor wird entsprechend benachrichtigt.
  2. Der Artikel wird grundsätzlich akzeptiert, wenn bestimmte Kriterien zur Korrektur erfüllt werden; die Autorin oder der Autor müssen noch einige Korrekturen am Text durchführen und der Beitrag ein zweites Mal das Review durchlaufen.
  3. Der Artikel wird akzeptiert, evtl. werden kleinere Korrekturen vorgeschlagen.

War der Review-Prozess erfolgreich, das heißt Reviewer und Herausgeber haben den Artikel akzeptiert, werden die Artikel wieder an die ZB MED-Redaktion gesendet, die die Artikel mit äußerster Sorgfalt formal redigiert, Referenzen überprüft, Artikel zur Publikation vorbereitet und die abschließende Einverständniserklärung des Autors bzw. der Autorin zur Publikation einholt. Eine Qualitätssicherung bei PUBLISSO erfolgt damit also auf mehreren Ebenen.


(1) Zu den verschiedenen Review-Verfahren und ihren Auswirkungen bzw. möglichen Kritikpunkten vgl. auch PUBLISSO FAQ zum Peer Review.

(2) Es gibt drei unterschiedliche Servicestufen und damit Preismodelle bei ZB MED. Während in der einfachsten und kostengünstigsten Variante die Herausgeber die Einreichung und das Review selber organisieren, übernimmt die ZB MED-Redaktion im zweiten Modell die Einreichung und organisiert in der dritten Stufe zusätzlich den Review-Prozess mit den eventuell anfallenden Erinnerungen und Mahnungen. Inhaltlich liegt die Verantwortung des Reviews und damit der Qualitätssicherung in allen drei Varianten bei den Fachgesellschaften.

Data Journals als Publikationsform in den Lebenswissenschaften

Von Birte Lindstädt und Robin Rothe

Neben den klassischen wissenschaftlichen Zeitschriften gibt es einen Journaltypus, der sich ausschließlich auf Daten bezieht, dabei vielleicht aber eher unbekannt geblieben ist. In diesem Blogbeitrag geht es darum, diese Data Journals vorzustellen und näher zu beleuchten.

Was ist ein Data Journal?

Data Journals veröffentlichen sogenannte „Data Papers“ – Veröffentlichungen, die sich mit der Beschreibung von Datensätzen befassen. Im Gegensatz zu den wissenschaftlichen Artikeln, die Forschungsergebnisse zum Inhalt haben, geht es in den Data Papers hauptsächlich um die Darstellung und Beschreibung von Methoden, die zur Erstellung von Datensätzen eingesetzt wurden. Dies beinhaltet beispielsweise welche Messgeräte an welchem Ort in  welchem Zeitraum verwendet wurden, wie groß die jeweilige Grundgesamtheit an untersuchten Objekten ist und welche Berechnungen anhand welcher Formeln durchgeführt wurden. Zudem verweisen Data Papers auf den Speicherort, an dem sich die Datensätze befinden (in der Regel ein institutionelles oder fachbezogenes Repositorium). Zu beachten ist dabei, dass nur eine kleine Anzahl an Journals reine Data Journals sind. Wie in einer Studie von 2015 bezüglich Data Journals festgestellt wurde, sind die meisten Journals Mischformen, die sowohl normale Artikel als auch Data Papers publizieren (1). Zum anderen besteht zwischen den Journals nicht zwingend Einigkeit in der Benennung. Dies betrifft vor allem die Artikel. Diese werden z.B. als data article, dataset paper, data in brief, data note oder data original article bezeichnet (2).

Warum wurden Data Journals entwickelt?

Die Idee hinter Data Journals war ursprünglich, Forschungsergebnisse in Form von Datensätzen, die auf einem institutionellen Repositorium zwischen unzähligen anderen Daten versteckt lagen, bekannter zu machen, damit diese auch beachtet und gelesen werden (3). Es sollten also Forschungsergebnisse durch die Publikation von Beschreibungen von Datensätzen transparenter und besser sichtbar gemacht werden. Grundsätzlich ging es den Pionieren der Data Journals – das International Journal of Robotics Research erschien 2009 als erstes Data Journal – darum, die Datensätze zitierfähig zu machen und damit zu ihrer Verbreitung beizutragen. Zudem bieten sie eine Möglichkeit, die Ergebnisse von Forschung anhand einer Beschreibung der Vorgehensweise zur Erstellung der Daten zusätzlich inhaltlich aufzubereiten und für die Nachnutzung besser nachvollziehbar zu machen.

Wer bietet Data Journals an?

Neben vielen kleinen Anbietern von einzelnen Data Journals, welche zum Teil aus Fachgesellschaften entstanden sind, sind hier BioMed Central, Pensoft  und SpringerOpen als namhafte Verlage mit drei oder mehr Data Journals zu nennen, welche allerdings teilweise nur gemischte Journals anbieten (4). Dazu kommt Ubiquity Press (5) als kleinerer Verlag, welcher reine Data Journals anbietet.

Welche Beispiele aus den Lebenswissenschaften gibt es?

Für eine Betrachtung über die Lebenswissenschaften hinaus empfiehlt sich die Liste von Pauline Ward im Wiki der University of Edinburgh (6). Des Weiteren hat das Wiki forschungsdaten.org eine Liste mit Data Journals begonnen, welche zur Ergänzung herangezogen werden kann (7).

Wo liegen Problemfelder der Data Journals?

Da Data Journals noch recht neu sind, haben sich noch keine einheitlichen Regelungen für Autorinnen und Autoren gebildet. Insbesondere in Bezug auf inhaltliche Beschreibungen, die beispielsweise die Qualität der Messungen inklusive Benennung eventuell aufgetretener Anomalien oder die Informationen zur Nachnutzung betreffen, fehlen bei sehr vielen Data Journals Regeln. Dies kann zu erheblichen Qualitätsschwankungen von Data Papers innerhalb desselben Data Journals führen. Durch Peer-Review-Verfahren ist dies nur dann zu verändern, wenn der Peer-Review-Bogen den neuen Anforderungen angepasst wird und zum Beispiel bei Auslassungen von Messergebnissen, Ungenauigkeiten und anderen nicht dokumentierten Vorfällen gegebenenfalls ein Data Paper abgelehnt wird.

Darüber hinaus nimmt die Publikation von Forschungsdaten in eigens dafür vorgesehenen Repositorien zu, die die Ergänzung der Daten durch Metadaten fordern, um die Auffindbarkeit zu verbessern. Dadurch steigt der Anreiz, Forschungsdaten mit beschreibenden Metadaten aufzubereiten. Wenn dies nicht in den Metadaten direkt geschieht, dann gegebenenfalls über eine Art Read-me-Datei, die angefügt wird. Damit werden genau die Informationen abgebildet, die ein Data Paper beinhaltet. Dies gewährleistet die direkte Zitierung und den Zugriff auf die Forschungsdaten ohne den Umweg über ein Data Journal.

Trotzdem können Data Journals und die Idee dahinter eine Basis zur Diskussion sein, wie und in welchem (Mindest-)Maß Informationen zur Nachnutzung von Forschungsdaten mit eben diesen verknüpft werden.


 

(1) Vgl. Candela, Leonardo; Castelli, Donatella; Manghi, Paolo; Tani, Alice (2015): Data journals. A survey. In: J Assn Inf Sci Tec 66 (9), S. 1747–1762.  S.1750. Abgerufen am 01.02.2017

(2) Vgl. ebd. S.1752- 7153. Abgerufen am 01.02.2017

(3) Vgl. Pfeiffenberger, H., & Carlson, D. (2011). “Earth System Science Data” (ESSD)—A peer reviewed journal for publication of data. D-Lib Magazine, 17(1/2). Abgerufen am 01.02.2017

(4) Vgl. GBIF (o.J.): Journals that publish data papers. Abgerufen am 01.02.2017

(5) Vgl. Ubiquity Press (o.J.): UPmetajournals. Abgerufen am 01.02.2017

(6) Vgl. Ward, Pauline (29.09.2016): Sources of dataset peer review. Abgerufen am 01.02.2017

(7) Vgl. forschungsdaten.org (09.12.2016): Data Journals. Abgerufen am 01.02.2017

Video-Tutorials zu Open Access und Open Data – Tabelle online

Von Jasmin Schmitz, PUBLISSO Publikationsberatung

Video-Tutorials erfreuen sich schon seit längerem enormer Beliebtheit, da sie die Möglichkeit bieten, komplexe Inhalte audio-visuell aufzubereiten und somit Nutzerbedürfnissen nachkommen.

Auf der ZB MED-Publikationsplattform PUBLISSO findet sich eine Tabelle mit Video-Tutorials zu Open Access und Open Data (1). Zusätzlich wurden auch Videos zu Creative-Commons-Lizenzierung, Peer Review, Journal Impact Factor, h-Index und Altmetrics aufgenommen.

Tabelle mit Video-Tutorials

Tabelle mit Video-Tutorials

Die Tabelle bildete die Grundlage einer Untersuchung, deren Ergebnisse im März auf dem Bibliothekskongress in Leipzig vorgestellt wurden und in ausführlicher Form kürzlich in o-bib – dem offenen Bibliotheksjournal erschienen sind (2).

Auch ZB MED setzt im Rahmen der Open-Access-Publikationsberatung neben FAQs, persönlicher Beratung sowie Workshops und Vorträgen Video-Tutorials ein. Die Ergebnisse der oben genannten Untersuchung dienen der Entscheidungsfindung, zu welchen Themen Tutorials nachgenutzt werden können, beziehungsweise wo Lücken mit selbst produzierten Tutorials geschlossen werden können. Näheres zum Konzept von ZB MED findet sich in dem Beitrag „Komplexes einfach visualisiert: Video-Tutorials von ZB MED“(3).

In der Tabelle finden sich neben Links zu den Video-Tutorials noch einige Zusatzinformationen über die bereitstellende Institution/Person, das Thema, näheres zum Inhalt, Angaben zur Lizenz (sofern vorhanden), Länge, Sprache und inwieweit die Tutorials frei von institutionellen Bezügen sind.

Die Tabelle wird regelmäßig aktualisiert und ergänzt. Nutzerinnen und Nutzer sind eingeladen, eigene Vorschläge einzureichen. Die vorgeschlagenen Tutorials sollten sich mit den genannten Themen beschäftigen und idealerweise eine maximale Länge von fünf Minuten haben.


 

(1) Video-Tutorials zu Open Access und Open Data

(2) Schmitz, J.: Video-Tutorials zu Open Access und Open Data – Analyse und mögliche Nachnutzbarkeit. o-bib, das Offene Bibliotheksjournal, 2016

(3) Kullmer, B., Schmitz, J.: Komplexes einfach visualisiert: Video-Tutorials von ZB MED. ZB MED-Blog, 2016

Institutionelle Data Policies am Beispiel der deutschen Hochschullandschaft

von Birte Lindstädt und Robin Rothe

Im Blogbeitrag „Data Policies bei wissenschaftlichen Verlagen“ wurde bereits angedeutet, dass Data Policies schon seit längerem ein viel diskutiertes Thema auf institutioneller Ebene sind. Zum besseren Verständnis und zur Verortung der Policies von wissenschaftlichen Verlagen soll in diesem Blogbeitrag der Status Quo zu diesem Thema in der deutschen Hochschullandschaft beleuchtet werden. Dabei spielen die „Vorschläge zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ seitens der DFG (1)  eine bedeutende Rolle. Sie gelten als Maßstab im Bezug auf den Umgang mit Forschungsdaten und damit auch der Festlegung von Regeln bzw. Verhaltenskodizes. In diesem Zusammenhang hat die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) im November 2015 auf der 19. Mitgliederversammlung Empfehlungen zur Steuerung der Entwicklung von Forschungsdatenmanagement seitens der Hochschulleitungen beschlossen (2).

Die nachfolgende Tabelle orientiert sich an den dort festgelegten Punkten eines idealtypischen Prozesses zur Erstellung von Richtlinien für Forschungsdatenmanagement im Hochschulkontext, die auch auf andere Institutionen übertragen werden können. Ergänzt werden die dort genannten Bestandteile einer Data Policy durch Beispiele aus bereits existierenden Research Data Policies, die aus dem Wiki „forschungsdaten.org“ entnommen wurden (3). Die vorgestellte Liste der Beispiele ist nicht abschließend. Weitere Hochschulen haben mittlerweile eine Data Policy beschlossen – wie z. B. die RWTH Aachen (4), die aber nicht auf „forschungsdaten.org“ verzeichnet wurden.

Tabelle: Zielsetzung und Bestandteile einer Research Data Policy

Zielsetzung und Bestandteile einer Research Data Policy

Die Reihenfolge, wie sie die HRK empfiehlt, wird in den einzelnen Data Policies nicht unbedingt eingehalten und es werden nicht in allen Policies alle Punkte abgedeckt. Dies kann aber in Anbetracht der Tatsache, dass alle vorgestellten Policies vor dem Beschluss der HRK Ende des Jahres 2015 formuliert und veröffentlicht wurden, nicht erwartet werden. Vielmehr ist erkennbar, dass bereits vor einer hochschulübergreifenden Debatte an einzelnen Universitäten das Thema Forschungsdaten und dabei insbesondere die Bedeutung von Data Policies als Instrument im Forschungsdatenmanagement erkannt wurden. Insofern haben alle genannten Hochschulen Pionierarbeit in Sachen Research Data Policies in Deutschland geleistet.


(1) DFG (2013). Vorschläge zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis: Empfehlungen der Kommission „Selbstkontrolle in der Wissenschaft“. In DFG (2013). Denkschrift „Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ (S.5-55).

(2) Vgl. Hochschulrektorenkonferenz (2015). Wie Hochschulleitungen die Entwicklung des Forschungsdatenmanagements steuern können. Orientierungspfade, Handlungsoptionen, Szenarien: Empfehlung der 19. HRK-Mitgliederversammlung am 10.11.2015.

(3) Vgl. Data Policies: Institutionelle Policies (17.10.2016). In forschungsdaten.org.

(4) RWTH Aachen (2016): Forschungsdatenmanagement an der RWTH Aachen.