“All librarians speek the same language, the language of access to information”: World Library and Information Congress der IFLA 2018

Von Dr. Ursula Arning

“Alle Bibliothekar*innen sprechen die gleiche Sprache, die Sprache des Zugangs zur Information”, sagte Glòria Pérez-Salmerón, die Präsidentin der IFLA, in der Closing Session des World Library and Information Congress (WLIC) der International Federation of Library Associations (IFLA) 2018. Es handelt sich um die Internationale Konferenz des Bibliothekswesens, auf der sich Kolleginnen und Kollegen (aller Bibliothekstypen) der ganzen Welt eine Woche lang sowohl über ganz alltägliche Fragen als auch über strategische Fragen zur Zukunft der Bibliotheken austauschen. Die Konferenz fand dieses Jahr vom 23.8. bis zum 30.8. in Kuala Lumpur/Malaysia statt. Jedes Jahr wieder ist es beeindruckend und überaus bereichernd, wenn die globale “bibliothekarische” Welt mit ihrer Diversität an einem Ort zusammenkommt. So war die Zusammenfassung von Glòria Pérez-Salmerón, dass „alle Bibliothekar*innen die gleiche Sprache sprechen, die Sprache des Zugangs zur Information”, durchaus ein bemerkenswerter Satz. Bei allen Unterschieden, alle verbindet ein Ziel: Der Zugang zur Information.

Willkommensschild auf der IFLA 2018

Willkommensschild auf der IFLA 2018 © Ursula Arning

Dies zeigte sich auch am letzten Tag des Kongresses, an dem Interessierte an Bibliotheksführungen teilnehmen konnten (1). Ich hatte mich – in der Deutschen Zentralbibliothek für Medizin beheimatet – für die angebotene Tour zu den Bibliotheken in Pahang entschieden. Ziel war unter anderem die dortige Medizinische Bibliothek, die Dar Al-Hikmah Library an der International Islamic University Malaysia. So konnte ich für die Kolleginnen und Kollegen Impressionen einer „Schwester-Bibliothek“ mit nach Hause nehmen. Die offene Architektur des Gebäudes erfordert eine gute Organisation: Oben, im 3. OG, Stillarbeit mit zahlreichen, gut ausgestatteten Kabinen mit Flipchart und Gruppentischen bzw. Kabinen zur Einzelarbeit. Unten, offene Gruppentische, entweder nur für „Sisters“, für „Brothers“ oder für gemischte Gruppen sowie eine ausgezeichnete erste Anlaufstelle, an der einem mittels eines großen Ansicht-Bildschirms die benötigte Information vermittelt wird.

Leseecke im Erdgeschoss der Dar Al-Hikmah Library in Kuala Lumpur.

Im Erdgeschoss der Dar Al-Hikmah Library. © Ursula Arning

Blick vom 3. Obergeschoss der Dar Al-Hikmah Library in Kuala Lumpur ins 2. Obergeschoss.

Blick vom 3. Obergeschoss der Dar Al-Hikmah Library ins 2. Obergeschoss. © Ursula Arning

Zu der Besuchstour gehörten auch zwei Öffentliche Bibliotheken: Um die fehlenden Personalkapazitäten auszugleichen, die den Nutzenden bei der Suche helfen können, hat die Bentong Public Library eine App entwickelt, mit der man die Büchertitel in den jeweiligen Regalen über einen QR Code auf sein Handy scannen kann.

Impression von einem Messestand auf der IFLA 2018 in Kuala Lumpur.

Impression von der IFLA 2018. © Ursula Arning

Die State Library of Pahang, gerade erst in ein neues Gebäude gezogen, überzeugt mit einem vielfältigen interaktiven Angebot für alle Bevölkerungsgruppen: Sie verfügt über einen abgetrennten, gut ausgestatteten Baby-Raum, der nicht mit Schuhen betreten werden darf, eine weiträumige Kinderbibliothek, in der auch (wissenschaftliche) Experimente durchgeführt werden: So zeigten Studierende einer jüngeren Schulklasse, wie sich Papier aus Bananenfasern schöpfen lässt.

Einer jüngeren Schulklasse wird von Älteren in der State Library of Pahang erklärt, wie aus Bananenfasern Papier geschöpft werden kann.

Einer jüngeren Schulklasse wird von Älteren in der State Library of Pahang erklärt, wie aus Bananenfasern Papier geschöpft werden kann. © Ursula Arning

Weiter ging es zu einem Musik/Tonstudio, zu einem 3-D-Kino, einem Computer Lab, einer kleinen, ruhigen Blindenbibliothek mit Büchern in Brailleschrift. Aber nicht nur diese Bilder und gestalterischen Ideen habe ich mitgenommen. Neben dem Zugang zur Information sind die Wärme und der Stolz der Gastgeber*innen, „ihre“ Bibliothek vorstellen zu dürfen, wohl auch allen Bibliothekar*innen auf der Welt gemeinsam. In diesem Sinne sollten sich alle Bibliotheken an der IFLA Library Map beteiligen, um aufzuzeigen, wo Bibliotheken sich überall zum Wohle der Gesellschaft und Wissenschaft engagieren.

Als Gremienmitglied der Section for Academic and Research Libraries (der Sektion der Akademischen und Wissenschaftlichen Bibliotheken), habe ich auch einen aktiven Part auf dem WLIC. Alle Mitglieder sind aufgerufen, in ca. fünf Bullet Points die wichtigsten Entwicklungen im Bibliothekswesen ihres Landes im letzten Jahr darzustellen. Dadurch entsteht ein schneller Vergleich, der Themen identifiziert, die weltweit für wichtig erachtet werden. In diesem Jahr waren Wissensmanagement, Kooperationen und System Sharing, Transformation und damit Herausforderungen für das Bibliothekspersonal, Forschungsdatenmanagement sowie Erwerbungsstrategien die meist genannten Themen. Des Weiteren geht es bei den Sektionen auch um die Planung von Aktivitäten für den nächsten World Library and Information Congress der IFLA. Jede Sektion hat einen Slot von zwei Stunden, um z.B. die Entwicklungen der akademischen und wissenschaftlichen Bibliotheken weltweit aufzugreifen und zu besprechen. In diesem Jahr umfassten die Hot Topics die Themenbereiche Open Access, Künstliche Intelligenz und automatische (bzw. computerunterstützte) Sacherschließung. Alle drei Themen wurden durch einen dreiminütigen Impulsvortrag eingeleitet und dann in Gruppen intensiv diskutiert. Über das Jahr verteilt werden diese und andere Themen auch im Blog der Sektion weiter vertieft. Die Themen können länderspezifisch oder von generellem Interesse sein. Im August 2018 waren die Beiträge sehr divers und reichten von „Predatory Publishing“ bis zur Vorstellung der Lernplattform der Joint University Librarians Advisory Committee (JULAC) von Hong Kong. Jede und Jeder auch außerhalb des Gremiums ist dazu eingeladen, einen Beitrag zu veröffentlichen oder sich über aktuelle Themen in der Facebook-Gruppe IFLAARL auszutauschen. Um die Themen aus der Sektion auch in die Communities zu tragen, sind als neues Angebot Webinare geplant, die im Laufe des Jahres konzipiert werden.

Als Mitglied der AG Universitätsverlage mit zurzeit 28 Mitgliedern aus dem deutschsprachigen Raum habe ich mich auf dem diesjährigen Kongress insbesondere bei den Planungen einer Special Interest Group „Library Publishing“ engagiert. Es haben sich ca. 15 Interessierte aus aller Welt gefunden, die die Gründung vorbereiten werden. Für die Umsetzung unserer ZB MED eigenen Plattformen PUBLISSO – Gold und PUBLISSO – Fachrepositorium Lebenswissenschaften können durch den kollegialen Austausch wichtige Synergien entstehen. Die Gruppe ist erst in der Findungsphase, doch wollen wir auf der nächsten Tagung der IFLA in Athen bereits einen Workshop anbieten, um unser Interessengebiet auch einer breiteren Öffentlichkeit vertraut zu machen. Die Erkenntnisse, die ich durch die Gruppe gewinne, kann ich sowohl in den weiteren Aufbau der institutseigenen Plattform einfließen lassen als auch weitergeben an die Kolleg*innen der AG Universitätsverlage und anderer Gremien.

Des Weiteren ist der Weltkongress der IFLA auch eine gute Plattform, eigenes Wissen und Erfahrungen zu teilen und die Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Welt bei bestimmten Themen zu unterstützen. Eigene Projekte und Ideen können besonders gut in den beiden Poster Sessions vorgestellt werden. Der Trend geht wohl zu Poster-Formaten mit 3-D-Gegenständen. Letztes Jahr konnte z.B. ein Poster mit einer herausragenden Kaffeetasse überzeugen, dieses Jahr waren es Infoboxen, in denen man Kommentare hinterlassen konnte.

Poster in der State Library of Pahang in Kuala Lumpur, auf dem "Libraries are for everyone" steht.

Poster in der State Library of Pahang. © Ursula Arning

Seit einigen Jahren ist Open Access ein Thema, das auf dem WLIC immer mehr Gehör findet. Neben der ARL-Sektion ist insbesondere auch die Sektion „Science & Technology Libraries“ in dem Bereich aktiv. So umfasste die Session „Libraries as Drivers for Open Access“ Vorträge, die sich auf die soziale Grundidee des Open Access rückbesinnen und den sogenannten „Diamantenen Weg“ propagieren, also kostenfreie Publikationen für die Autor*innen. Ebenfalls interessant war in derselben Session auch die komparative Studie zum Monitoring und den Geschäftsmodellen in Lateinamerika und dem Mittleren Osten (2). Des Weiteren wurde u.a. die Entwicklung einer App vorgestellt, die beim Entlanggehen an Regalen die E-books anzeigt, die zu diesem Themenkreis gehören (3). Ein weiteres Thema, das in diesem Jahr Eingang in die IFLA-Tagung fand, war z.B. der Bereich der digitalen Langzeitarchivierung (dLZA) (4). Bereits in der Session wurde der Wunsch geäußert, dass es neben der Vorstellung von Systemanbietern auch sinnvoll wäre, Beispiele aus der Praxis zu hören. Der WLIC ist also gerade auch für das deutsche Bibliothekswesen mit seinen Aktivitäten in der dLZA eine mögliche Plattform, sich mit den Kolleg*innen aus dem In- und Ausland auszutauschen. Immer größere Beachtung findet auf dem World Library and Information Congress auch der Themenbereich „Forschungsdatenmanagement“. In diesem Jahr lag der Fokus auf Data Librarians und darauf, welche Qualifikationen diese mitbringen sollten (5).

Ein neues, sehr interessantes Format auf dem Kongress war das Angebot der Sektion „Continual Professional Development and Workplace Learning“. Je nach Interessensgebiet setzte man sich zusammen und konnte diverse Themen wie Zeitmanagement, Zielsetzungen, Burn out, Karriereplanung etc. diskutieren und aus der eigenen Praxis berichten bzw. eigene Lösungswege aufzeigen. Auch wenn es einen „Coach“ pro Tisch gab, war es letztlich ein kollegialer Austausch von Ideen, Ratschlägen und Problemlösungen über Ländergrenzen und Bibliothekstypen hinweg und gleichzeitig eine Möglichkeit, sich kennen zu lernen. Dabei wurde in dem knappen Format von 15–30 Minuten nichts zerredet, sondern präzise auf die unterschiedlichen Fragen geantwortet (6).

Die Twin Towers in Kuala Lumpur.

Die Twin Towers in Kuala Lumpur. © Ursula Arning

Ich danke BII, dass es mir durch die großzügige Unterstützung die Fahrt zum World Library and Information Congress der IFLA 2018 und damit auch die Mitarbeit in Gremien und Gruppen ermöglicht hat, deren Ideen und Strategien in meine direkte tägliche Arbeit einfließen und damit der wissenschaftlichen Community Deutschlands zur Verfügung stehen werden.


(1) Zur Situation des Bibliothekswesens in Malaysia vgl. den Beitrag von Andreas Degkwitz (https://media02.culturebase.org/data/docs-bideutschland/Degkwitz_Bericht_IFLA_2018.pdf).

(2) Session 092 Libraries as Drivers for Open Access – Science & Technology Libraries with Serials and other Continuing Resources.

(3) Session 113 Celebrating IT Innovations in libraries – Information Technology.

(4) Session 160 Planning digital preservation: in for the long run – Preservation and Conservation with Information Technology.

(5) Session 139 Data Librarian: Needs and Qualifications – Education and Training, Science and Technology and Continuing Professional Development and Workplace Learning.

(6) Session 196 Knowledge Café 2018: Continuous Learning for Successful Info Pros in the Knowledge Economy – Knowledge Management with Continuing Professional Development and Workplace Learning and Library and Research Services for Parliaments.

 

Was uns im September bewegt hat – Aktuelles zur Uni Bonn, Open Access, FAIR Data, Digitalisierung …

Auf unserem Twitter-Kanal informieren wir über aktuelle Artikel, Blogposts, Podcasts etc., die sich mit Entwicklungen rund um Open Access und FAIR Data oder allgemein mit der Digitalisierung befassen. Einmal im Monat geben wir Ihnen an dieser Stelle eine Zusammenfassung der Themen, die uns besonders bewegt haben. Im September haben wir unter anderem zwei Beiträge geteilt, in denen es darum geht, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler davon zu überzeugen, Open Data zu praktizieren und zu zeigen, wie einfach Open Access sein kann.

Electronic Lab Notebooks als Teil des Forschungsdatenmanagements

Von Beatrix Adam und Birte Lindstädt

ZB MED unterstützt die Etablierung eines institutionellen Forschungsdatenmanagements vor dem Hintergrund wachsender Anforderungen sowohl seitens der Förderer als auch der Forschenden. Eine zentrale Rolle im Lebenszyklus von Forschungsdaten kommt dem Elektronischen Laborbuch (ELN – Electronic Lab(oratory) Notebook) insbesondere in der medizinischen Forschung zu. Es löst in immer mehr Forschungseinrichtungen das bisher verwendete Laborbuch in Papierform ab, da sich Forschende zunehmend den technischen Fortschritt für ihre Arbeit zunutze machen wollen.

Vorteile des Elektronischen Laborbuchs:

  • Direkte Einbindung/Verlinkung bereits digital vorliegender Daten (z. B. Messergebnisse, Bild-, Video-, Audiodateien)
  • Kein Informationsverlust durch unleserliche Handschrift
  • Such- und Filterfunktionen
  • Funktionen zum kollaborativen Arbeiten (Rechte-, Rollenmanagement)
  • Erstellung und Verwendung von Vorlagen (Templates, z. B. für sich wiederholende Prozesse)
  • Einbettung in eine vernetzte digitale Forschungsumgebung (API, Standardschnittstellen, Import-, Exportfunktionen, Anbindung an Repositorien, u. a.)

Die Einführung eines geeigneten Electronic Lab Notebook gliedert sich grob in drei Phasen, die jeweils ihre besonderen Herausforderungen bergen. Am Anfang steht die Auswahl eines oder mehrerer möglicherweise geeigneter Produkte. Daran schließt sich eine Testphase an, während der sich im Idealfall ein Produkt als passend herauskristallisiert. Sobald ein ELN lizensiert und implementiert ist, folgt die Verbreitung in den Forschungsgruppen.

Auswahlprozess

Eine große Hürde im Auswahlprozess stellt die Produktvielfalt dar. Es existiert ein breites Angebot von fast hundert Produkten mit unterschiedlichen Schwerpunkten, Ausstattungsmerkmalen und Preisstrukturen. Wichtig ist hierbei, sich nicht im Dschungel der Möglichkeiten zu verlieren, sondern sich zunächst darauf zu konzentrieren, die eigenen Bedürfnisse zu definieren („Muss-Kriterien“). Diese können dann mit den Produktmerkmalen angebotener Elektronischer Laborbücher abgeglichen werden.

ZB MED kann bei der Auswahl eines geeigneten Elektronischen Laborbuchs auf der Grundlage einer eigens erstellten Informationsbasis unterstützen, die Produkte anhand ihrer Merkmale filterbar macht. Die Informationsbasis enthält Details zu den folgenden Kernfunktionen eines ELN:

  • Kernfunktionen Datenverarbeitung
    (zum Beispiel Import- und Exportformate, Vorlagen)
  • Kernfunktionen Publizieren & Sharing
    (zum Beispiel Metadatenerstellung, Beweissicherheit)
  • Kernfunktionen IT & Datenschutz
    (zum Beispiel Datenspeicherung, Bereitstellungsmodell)
  • Informationen zu Herstellersupport, Kosten, Referenzen

Herausforderungen ergeben sich aber nicht nur im Auswahlprozess. Auch während der Test- und Einführungsphase ist eine gute Planung und Begleitung essentiell für die spätere allgemeine Akzeptanz und breite Nutzung des Elektronischen Laborbuchs.

Testphase

Neuerungen – so tiefgreifend sie auch die tägliche Arbeit erleichtern und effizienter machen – gehen oft zunächst mit Mehrarbeit und der Notwendigkeit einher, alte Gewohnheiten anzupassen. Aus diesem Grund kann es hilfreich sein, für die Testphase Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen, die sowohl „computeraffin“ sind als auch Veränderungen gegenüber aufgeschlossen. Darüber hinaus empfehlen wir die Entwicklung eines testbegleitenden Fragebogens, in dem die Testpersonen ihre Eindrücke festhalten können. Deren Auswertung kann wichtige Hinweise zur Eignung eines Produktes geben.

Einführungsphase

Für die Einführungsphase ist ein spezielles Supportangebot empfehlenswert. Die Erfahrung zeigt, dass der Bedarf an Unterstützung zu Beginn am höchsten ist. Auch ist eine Person, die sich einmal von der Nutzung eines ELN abgewandt hat, weil es für ein Problem keine zeitnahe Hilfestellung gab, nur sehr schwierig wiederzugewinnen. Eine Möglichkeit, dem vorzubeugen, könnten zum Beispiel vorherige Testpersonen sein, die mit ihrem Erfahrungswissen als Ansprechpersonen zur Verfügung stehen.

ZB MED bietet Information und Beratung für Auswahl, Test und Einführung eines Electronic Lab Notebook (ELN/Elektronischen Laborbuchs). Sprechen Sie uns gerne an!


Kontakt:
Birte Lindstädt
Beatrix Adam

Was uns im August bewegt hat – Aktuelles zu Open Access, FAIR Data, Digitalisierung …

Auf unserem Twitter-Kanal informieren wir über aktuelle Artikel, Blogposts, Podcasts etc., die sich mit Entwicklungen rund um Open Access und FAIR Data oder allgemein mit der Digitalisierung befassen. Einmal im Monat geben wir Ihnen an dieser Stelle eine Zusammenfassung der Themen, die uns besonders bewegt haben. Im August war das natürlich der erste Library Carpentry Workshop bei ZB MED, erneut das Predatory Publishing und mal was sehr unterhaltsames: die #librarylife challenge one #bwphoto each day for a week.

In LIVIVO wächst die Anzahl der Forschungsdaten

Von Barbara Weidlich-Völckers

Die Offenlegung wissenschaftlicher Forschungsdaten zu Publikationen ist ein wichtiges Thema für ZB MED. In LIVIVO, dem ZB MED-Suchportal für die Lebenswissenschaften (1), wird daher seit drei Jahren kontinuierlich nachgewiesene Literatur mit zugehörigen frei zugänglichen Forschungsdaten aus Forschungsdatenrepositorien wie Dryad (2) verknüpft. Dadurch wird die Sichtbarkeit und Nachnutzbarkeit dieser sonst oft versteckten Daten deutlich erhöht.

Inzwischen sind ca. 20.000 Publikationen in LIVIVO zu finden, die mit Forschungsdaten verknüpft sind. In der Trefferliste sind diese mit einem zusätzlichen Symbol – dem Mikroskop – markiert (siehe Abbildung). Über den Suchfilter »Dokumenttyp« kann die Trefferliste gezielt auf Publikationen mit Forschungsdaten eingeschränkt werden. Eine Recherche ist auch direkt über die Expertensuche mit der Fragestellung DT=RD (Dokumenttyp = Forschungsdaten) möglich.

Screenshot aus dem ZB MED-Suchportal LIVIVO (www.livivo.de). zeigt Artikel mit zugehörigen Forschungsdaten

Anzeige für Artikel mit Forschungsdaten in LIVIVO

Folgt man am Ende eines Treffers unter „More Links“ / „Zusatzinformationen“ dem Eintrag „Research Data“ / „Forschungsdaten“, so wird man zu dem Forschungsdatenrepositorium weitergeleitet, welches diese Daten archiviert (z.B. Dryad). Die dort publizierten Forschungsdaten können helfen, die Inhalte der Textpublikationen besser nachzuvollziehen und einzuordnen. Die Daten können aber auch für eigene Forschungsarbeiten und Veröffentlichungen nachgenutzt werden(3).

Der Ausbau des Nachweises von Forschungsdaten aus weiteren Forschungsdatenrepositorien in LIVIVO ist derzeit in Arbeit. In den LIVIVO News halten wir Sie darüber und natürlich auch über anderen Entwicklungen auf dem Laufenden(4). Es verändert sich immer wieder etwas bei LIVIVO – und es bleibt spannend, schauen Sie doch mal rein!


Weiterführende Links:

(1) LIVIVO
(2) Dryad
(3) Wenn Sie sich zum Thema Forschungsdaten weiter informieren möchten oder Beratung wünschen, so stehen Ihnen die Kolleginnen und Kollegen von PUBLISSO, unserem Publikationsportal Lebenswissenschaften, gern zur Verfügung.
(4) LIVIVO-News


Kontakt zum LIVIVO-Team

Was uns im Juni bewegt hat – Aktuelles zu Open Access, FAIR Data und Digitalisierung

Auf unserem Twitter-Kanal informieren wir über aktuelle Artikel, Blogposts, Podcasts etc., die sich mit Entwicklungen rund um Open Access und FAIR Data oder allgemein mit der Digitalisierung befassen. Einmal im Monat geben wir Ihnen an dieser Stelle eine Zusammenfassung der Themen, die uns besonders bewegt haben. Im Juni waren das neben einigen internen Meldungen unter anderem Tweets, die vom Bibliothekartag in Berlin berichteten, oder auch die EU-Urheberrechtsreform.

Webinare zum Thema Open Access und Open Science

Von Cora Fischer (Semesterpraktikantin von der TH Köln; Projektdurchführende) und Jasmin Schmitz (PUBLISSO Publikationsberatung)

 

Seit längerem bieten wir auf PUBLISSO (1) eine tabellarische Übersicht mit Video-Tutorials (2) zu den Beratungsthemen von ZB MED an, beispielsweise Open Access, Open Data und Peer Review . Diese Tabellen werden sukzessive erweitert – unter anderem durch Ergänzungsvorschläge unserer Nutzerinnen und Nutzer.

Viele dieser Vorschläge fielen eher in die Kategorie „Webinar“. Daher haben wir den Entschluss gefasst, unser Informationsangebot zu erweitern mit einer Übersicht von Webinaren zum Thema Open Access und Open Science (3). Ein weiterer Grund für diese Entscheidung: ZB MED möchte in naher Zukunft ein eigenes Webinarangebot aufbauen. Viele dieser Webinare sollen aufgezeichnet und frei zugänglich zur Verfügung gestellt werden. Über die Tabellen ist dies unkompliziert und gut auffindbar möglich.

Die neuen Tabellen enthalten aktuelle Webinare (ab 2015) aus der ganzen Welt, die Themen wie Open Access, Open Data, FAIR Data, Open Science, Creative-Commons-Lizenzen, Open Educational Resources, Repositorien, Altmetrics, Horizon 2020 und Peer Review abdecken. Aufgeführt werden die wichtigsten Informationen zu den einzelnen Webinaren, wie die veröffentlichende Institution, Titel, Sprache, Veröffentlichungsdatum, Länge sowie eine kurze Zusammenfassung des Inhalts. Per Link kann man direkt auf die Aufzeichnungen der Webinare zugreifen. Wer die Webinare oder Teile daraus für eigene Zwecke nachnutzen möchte, findet in der jeweiligen Tabelle Informationen über die Lizenzierung der Präsentationen.

Zunächst haben wir einen Kriterienkatalog erstellt, in dem wir festgelegt haben, welche Anforderungen ein Webinar erfüllen muss, um aufgenommen zu werden. Folgende Kriterien haben sich als sinnvoll erwiesen:

  • Thematik des Webinars passt zu den Themen Open Access, Open Data, Open Science, usw.
  • Eindeutige Deklaration des Videos als Webinar: Hier zählt nicht nur der Titel, sondern auch, ob zu Beginn der Aufzeichnung darauf hingewiesen wird, dass es sich um ein Webinar handelt. Podcasts, Vorträge oder Workshops werden nicht berücksichtigt.
  • Angemessene Qualität: Kurze Tonaussetzer oder -schwankungen sind nicht entscheidend; dauerhafte Asynchronität zwischen Ton und Bild und lange Tonlücken sind ein Ausschlusskriterium.
  • Sprache: Deutsch oder Englisch, da dies die Beratungssprachen von ZB MED sind. Ebenfalls werden Webinare berücksichtigt, wenn die Folien auf Englisch verfasst sind und auch ohne Vortrag nachvollziehbar sind.
  • Veröffentlichung ab dem Jahr 2015: Aufgrund der Fortschritte und Veränderungen beim Thema Open Science sind mehr als drei Jahre eine zu lange Zeitspanne.

Tabellen mit ausgewählten Webinaren zu Open Access, Open Data, FAIR Data, Open Science, Creative-Commons-Lizenzen, Open Educational Resources, Repositorien, Altmetrics, Horizon 2020 und Peer Review auf PUBLISSO.

Anhand dieses Kriterienkataloges haben wir anschließend in diversen Quellen wie YouTube, Foster, European Data Portal, vimeo, COAR, GODAN und vielen anderen recherchiert. Die Suchbegriffe lauteten Open Access, FAIR Data, Open Science, Open Data, Horizon 2020, Altmetrics, Forschungsdatenmanagement, Creative-Commons-Lizenzen, sowie andere verwandte Begriffe auf Deutsch und Englisch stets in Verbindung mit dem Suchwort „Webinar“. Die Ergebnisse haben wir gesichtet, die Daten erfasst und die Webinare über eine stichwortartige Beschreibung erschlossen und anschließend den Tabellen hinzugefügt.

Unsere Webinar-Tabellen werden laufend aktualisiert mit neuen, interessanten Beiträgen. Daher freuen wir uns über Ihre Ergänzungsvorschläge, die Sie unter publikationsberatung@zbmed.de einreichen können.

Viel Spaß beim Stöbern!


(1) PUBLISSO
(2) Ausgewählte Video-Tutorials zu Open Access und Open Data – Tabellen auf PUBLISSO
(3) Ausgewählte Webinare – Tabellen auf PUBLISSO

Marketing wie in Hollywood – Storytelling bei ZB MED mit der klassischen Heldenreise

LIVIVO, das ZB MED-Suchportal für die Lebenswissenschaften, ist 2015 online gegangen. In der Folge war es die Aufgabe des Marketings, das Portal bekannt zu machen und die Nutzung zu steigern. Wir haben dazu eine crossmediale Storytelling-Kampagne aufgesetzt (1). Dabei haben wir uns am Konzept der Heldenreise orientiert, das auch in vielen Hollywood-Filmklassikern angewendet wird, wie zum Beispiel bei den Star-Wars-Trilogien.

„A story can put your whole brain to work!“

Wir haben uns für diesen Storytelling-Ansatz entschieden, weil Geschichten – anders als herkömmliche, rationale Kommunikation, also etwa der Auflistung von Fakten – Aufmerksamkeit durch „Kino im Kopf“ wecken. Sie sind durch Hormonausschüttungen emotional spürbar und werden neurophysiologisch verarbeitet, als seien es eigene Erfahrungen. Dies spricht die Zielgruppe emotional an. Die Geschichte als Projektionsfläche führt zu einer Identifikation, die den Überzeugungsprozess fördert (2).

Erzähl-Workshop als Grundlage

Für unsere Marketing-Kampagne hatten wir uns zum Ziel gesetzt, die potentiellen User von LIVIVO durch charakteristische Erfahrungen in ihrer jeweiligen Arbeitswelt abzuholen – mit den Geschichten von echten Forschenden, Studierenden, Lehrenden, Information Professionals, die LIVIVO schon kannten. Daher haben wir im ersten Schritt VertreterInnen genau dieser Zielgruppen zu einem Workshop eingeladen, damit Sie uns ihre Erfahrungen schildern. Wir haben dort viele interessante und bewegende Geschichten gehört. Drei dieser Geschichten haben wir uns näher angesehen und schließlich für unsere Kampagne verwendet. Dabei ist Werbe- und Informationsmaterial für Print und Online entstanden. Und natürlich auch Videos, in denen die drei ProtagonistInnen ihre eigenen Geschichten erzählen. Diese Videos haben wir auf unserem YouTube-Kanal veröffentlicht:

 

Der Ernährungswissenschaftler Christian erforscht die Ernährung der Rastafari in Jamaica. Er liebt Reggae-Musik.

 

Maria ist gerade erst nach Köln gekommen und hat ein duales Studium im Gesundheitsmanagement aufgenommen.

 

Dzemal promoviert in klinischer Chemie und erforscht die Pathomechanismen von Arthrose; er ist auf der Jagd nach dem richtigen Protein.

Das Konzept der klassischen Heldenreise

Schon die ältesten Mythen der Menschheit erzählen von Helden. Daraus lassen sich Stationen ableiten, die sich in unzähligen Geschichten wiederfinden. Auch unsere Videos folgen diesen Stationen, hier kurz erläutert am Beispiel der Geschichte von Dzemal:

  1. Ruf des Abenteuers – Auftrag, Herausforderung: Dzemal begibt sich auf die Jagd nach Proteinen, um die Arthrose zu erforschen.
  2. Aufbruch ins Unbekannte – Überschreiten erster Grenzen, Hindernisse: Er kommt für sein Master-Studium und die anschließende Promotion aus Montenegro nach Köln.
  3. Weg der Prüfungen – Abenteuer, Irrwege: Er findet die Promotionsstelle und beginnt die Forschungstätigkeit. Viele Versuche klappen zunächst nicht.
  4. Der Schatz – Kraftprobe, Erreichen der Ziele, Belohnung: Mit dem Protein gegen Arthrose will er erfolgreich promovieren. LIVIVO hilft bei der Recherche – und macht ihm Spaß!
  5. Rückkehr – Verteidigung des Errungenen, HeimkehrDzemal möchte in der Heimat an einer Hochschule arbeiten. Ziel ist die Habilitation.

(1) Ulrike Ostrzinski / Elke Roesner: Marketing wie in Hollywood: Storytelling bei ZB MED mit der klassischen Heldenreise. Berlin, 2018.

Marketing wie in Hollywood: Storytelling bei ZB MED mit der klassischen Heldenreise. Poster präsentiert auf dem 107. Deutschen Bibliothekartag, 2018

(2) Petra Sammer: Storytelling. Die Zukunft von PR und Marketing. Köln: O`Reillys, 2014

 

Was uns im Mai bewegt hat – Aktuelles zu Open Access, FAIR Data und Digitalisierung

Auf unserem Twitter-Kanal informieren wir über aktuelle Artikel, Blogposts, Podcasts etc., die sich mit Entwicklungen rund um Open Access und FAIR Data oder allgemein mit der Digitalisierung befassen. Einmal im Monat geben wir Ihnen an dieser Stelle eine Zusammenfassung der Themen, die uns besonders bewegt haben. Im Mai waren das vor allem zwei interne Meldungen aus ZB MED, denn wir konnten zwei wichtige Leitungspositionen besetzen: Die Wissenschaftliche Leitung mit Prof. Dr. Dietrich Rebholz-Schuhmann und die Leitung des Programmbereichs „Bereitstellung von Informationsdiensten“ mit Prof. Dr. Konrad Förstner. Beide Positionen wurden in gemeinsamen Berufungsverfahren mit Kölner Hochschulen besetzt. Daneben war natürlich auch uns die europäische Datenschutzgrundverordnung eine Meldung wert 😉

 

Was uns im April bewegt hat – Aktuelles zu Open Access, FAIR Data und Digitalisierung

Auf unserem Twitter-Kanal informieren wir über aktuelle Artikel, Blogposts, Podcasts etc., die sich mit Entwicklungen rund um Open Access und FAIR Data oder allgemein mit der Digitalisierung befassen. Einmal im Monat geben wir Ihnen an dieser Stelle eine Zusammenfassung all der Themen, die uns bewegt haben. Ein Schwerpunkt im April war die Academic Book Week vom 23.-28. April.