Aktueller Stand des Protests

Fotograf: Gaetan Bally

Fotograf: Gaetan Bally

Der Protest gegen die Empfehlung der Leibniz-Gemeinschaft, ZB MED nicht weiter zu fördern, geht weiter. Inzwischen haben über 4.500 Menschen die Petition unterschrieben und wir sind überwältigt von der Unterstützung. Die Petition wird noch bis zum 30.4.2016 online sein und wir gehen davon aus, dass wir bis dahin noch viel mehr erreichen können. Das von Rudolf Mumenthaler angestrebte Ziel von 5.000 Unterschriften hoffen wir bis dahin weit zu übertreffen!

An dieser Stelle möchten wir Herrn Mumenthaler noch einmal unseren Dank dafür aussprechen, dass er uns so sehr unterstützt! Ebenso geht unser Dank an Willi Bredemeier für sein kontinuierliches Engagement über Password-Online sowie an infobroker.de (Michael Klems), der immer wieder über den Stand der Dinge berichtet und auch das sehr hörenswerte Podcast mit Rudolf Mumenthaler veröffentlicht. Diese Liste könnten wir unendlich fortsetzen. Daher noch einmal: Herzlichen Dank an alle unsere Unterstützerinnen und Unterstützer.

Inzwischen haben sich auch verschiedene Institutionen zu Wort gemeldet, darunter die AWMF, die in einer am Montag veröffentlichten Erklärung schreibt:

„Aus Sicht der AWMF ist es auch nicht sinnvoll, Einrichtungen der Forschungsinfrastruktur anhand derselben Kriterien wie Forschungsinstitute zu evaluieren. Hier unterschätzt der Senat der Leibniz-Gemeinschaft die Funktion und Rolle von wissenschaftlichen Bibliotheken. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Aufbereitung, Suche und Bereitstellung von wissenschaftlicher Information als Grundlage für wissenschaftliche Forschung. Ohne Bibliotheken würden Forschende noch stärker von kommerziellen Verlagen abhängig und erhielten außerhalb von Universitäten nur beschränkt (oder mit hohen Kosten) Zugang zu aktueller Literatur. Diese Aufgaben werden mit einer Schließung von ZBMED nicht verschwinden – dies würde nur dazu führen, dass der nach wie vor bestehende Bedarf über eine andere Organisation abgedeckt werden müsste. Fast zeitgleich hat nämlich das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) im Januar 2016 bekannt gegeben, dass ab 2017 dort keine Recherchen in den großen internationalen Datenbanken mehr durchgeführt werden, dies solle zukünftig allein bei ZB MED möglich sein.“ (zur Stellungnahme)

Außerdem haben verschiedene Medien das Thema inzwischen aufgegriffen, allen voran der Spiegel. Dort schreibt Hilmar Schmundt: „Sparen wir heute an den medizinischen Bibliotheken, lassen wir morgen Mitbürger dafür bluten, im wörtlichen Sinne: zum Beispiel durch überflüssige Eingriffe, die einem ahnungslosen Arzt von Lobbyisten der Industrie aufgeschwatzt werden. Operation erfolgreich, Patient totgespart.“

Auch das Deutsche Ärzteblatt und die Ernährungs Umschau berichteten inzwischen über die drohende Schließung von ZB MED. Welche Blogs, Bibliotheken etc. das Thema sonst noch aufgegriffen haben, finden Sie in der annotierten Linkliste von Dörte Böhner. Und auch für diese hervorragende Sammlung bedanken wir uns ganz herzlich. (Update vom 7.4.: Inzwischen gibt es einen dritten Teil der annotierten Linkliste)

Wir werden weiterhin dafür kämpfen, dass ZB MED erhalten bleibt! Bis zum 30.4. sorgen  wir für weitere Unterstützung der Petition. Außerdem mobilisieren wir Verbände und Institutionen dafür, sich ähnlich der AWMF für uns stark zu machen.