Frauenberuf? Männerberuf? Tschüss, Klischee! Teil II

 

ZB MED engagiert sich beim Girls'Day.

ZB MED engagiert sich beim Girls’Day.

Wir möchten junge Frauen und Männer bei der Berufswahlorientierung unterstützen. Was 2011 mit unseren Boys’Day-Aktionen begann, wurde 2014 erstmals auch für Schülerinnen mit unserem Girls’Day-Angebot realisiert.

Unter dem Slogan „Clevere Girls machen sich stark für die Technik von morgen“ engagiert ZB MED sich 2016 zum dritten Mal mit großer Einsatzbereitschaft für Mädchen beim Girls’Day, dem Mädchen-Zukunftstag, der am 28.4.2016 stattfindet. Ein Leitungswechsel im Querschnittsbereich IT machte es vor drei Jahren möglich, an diesem Aktionstag unsere Türen auch für Schülerinnen zu öffnen. Leider kam bisher keine Kooperation mit der Technischen Hochschule Köln, Campus IT in Gummersbach, zu Stande. So informieren wir bislang nur theoretisch über das Studienangebot Informatik. Umso intensiver ist unser Praxisteil. 2016 starten wir mit einer Bibliotheksführung. Daran schließt sich ein gemeinsames Frühstück zum gegenseitigen Kennenlernen mit belegten Brötchen, Obst, Joghurt und Getränken an.

Im Praxisteil 1 „Der Weg vom Buch zum Digitalisat“  werden jeweils zwei Schülerinnen von je einer Kollegin der Abteilung Retrodigitalisierung betreut. Die Schülerinnen lernen die Abläufe in dieser Abteilung kennen, die Medien für die digitalen Sammlungen von ZB MED digitalisiert: An einem Buchscanner sind genau auf das Buch abgestimmte Einstellungen (Licht, Kamera, Rahmen …) vorzunehmen. Danach erfolgt der Scanvorgang. Mit dem Visual Library Manager, einem Computerprogramm, wird der gescannte Buchinhalt strukturiert. Eine weitere Software, die später eine automatische Texterkennung möglich macht, kommt danach zum Einsatz. Nach einer intensiven Qualitätskontrolle erfolgt die Online-Stellung des Buches in den Digitalen Sammlungen von ZB MED.

Im Praxisteil 2 haben zwei Schülerinnen die Möglichkeit bei einer Informatikerin die Programmiersprache Perl kennen zu lernen. Zum Ende diesen Teils wird ein kleines Programm mit einem Fragebogenalgorithmus zur Internetnutzung erstellt. Die beiden anderen Schülerinnen hospitieren bei einer Computerlinguistin und beschäftigen sich mit dem Thema „Automatische Extraktion von Protagonisten aus einem literarischen Werk mithilfe der Programmiersprache Python“. In anderen Worten: Die Schülerinnen dürfen sich ein Märchen ihrer Wahl aussuchen und dann extrahieren sie maschinell die Personen, die in diesem Märchen interagieren. Zum Ende dieses Praxisteils sind sie darüber informiert, was die Thesauri im Hintergrund unseres Suchportals LIVIVO bewirken und wie sie die Suchergebnisse verbessern. Wenn die Girls abschließend ihre Praxiserlebnisse mit den anderen teilen, liegt ein abwechslungsreicher Vormittag hinter ihnen.

Die rasanten technologischen Veränderungen und die Globalisierung der Märkte erhöhen gerade in einem Informationszentrum den Bedarf an hoch qualifizierten Fach- und Führungskräften. Dies gilt vor allem für den MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Vorbehalte abzubauen und „Clevere Girls“ für MINT-Karrieren zu begeistern, das sehen wir als unsere Aufgabe. Ich meine, dass uns das bei den jungen Frauen durch die praktische Erfahrung in der Lösung komplexer Aufgabenstellungen und vor allem, dem persönlichen Gespräch mit einer Vorbildfrau gelingen kann.

Kontakt:
Claudia Weßler
Gleichstellungsbeauftragte
Tel: +49 (0)221 478-5609
gleichstellung@zbmed.de

Chancengleichheit bei ZB MED

Frauenberuf? Männerberuf? Tschüss, Klischee! Teil I

ZB MED beteiligt sich am Boys'Day 2016

ZB MED beteiligt sich am Boys’Day 2016

Den passenden Beruf zu finden ist keine einfache Aufgabe. Jugendliche, die durch Praktika oder das Projekt Boys‘ und Girls’Day mehr über einige Berufe erfahren haben, fällt die Wahl oft schon leichter. Aber noch immer lassen sich junge Frauen und Männer von Geschlechterklischees und Rollenerwartungen einschränken und in ihrer Berufswahl beeinflussen. Dabei stehen beiden Geschlechtern viel mehr Möglichkeiten offen, die es zu entdecken gilt.

Unter dem Slogan „Starke Typen machen sich stark fürs Wissen von morgen“ engagiert ZB MED sich 2016 bereits zum sechsten Mal mit großem Enthusiasmus beim Boys’Day, dem Jungen-Zukunftstag, der am 28.4.2016 stattfindet. Was 2011 mit meiner Idee eines zweigeteilten Angebotes (Kennenlernen des Studiengangs Bibliothekswissenschaft und ZB MED-Praxisteil) begann, entwickelte sich schnell zu einem großen, gemeinschaftlichen Erfolg. Prof. Dr. Tom Becker (Institut für Informationswissenschaft der Technischen Hochschule Köln) gestaltet seit meiner Anfrage den Boys’Day-Vormittag mit einem Workshop zum Thema
„Mehr als nur Lesen!  Einblick in den Studiengang Bibliothekswesen auf die etwas andere Art: lesBAR: Worte;   hörBAR: Töne;  recherchierBAR: Daten;  erfahrBAR: Informationen; verstehBAR: Wissen.Eine kleine Reise durch die Medien- und Informationsgesellschaft.“ 

Mit der Erkenntnis, dass die Vermittlung von Informationskompetenz ein brandaktuelles Thema ist, treten die Jungen kurz nach 11 Uhr den Weg vom Ubierring zu ZB MED mit öffentlichen Verkehrsmitteln an. Hier eingetroffen können sie sich mit belegten Brötchen, Obst, Joghurt und Kaltgetränken stärken. Abgerundet wird das Kennenlernen durch einen Austausch mit unseren Auszubildenden, die Informationen rund um den Beruf des Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (FaMI) weitergeben. Danach starten die Jungen in den Boys’Day-Nachmittag, der ganz im Zeichen der praktischen Arbeit eines Informationsvermittlers steht. Nach einer Bibliotheksführung gehen die Jugendlichen 2016 in eine Eins-zu-Eins-Betreuung in folgende Abteilungen: Dokumentlieferung, Lizenzen, Current Contents, Zeitschriften/Bestandserhaltung sowie die Stabsstelle Produkt- und Innovationsmanagement. Hier sind es fünf Kollegen, die jeweils einen Jungen bei der praktischen Arbeit unterstützen, die von ihrer Berufswahl berichten und ihre Erfahrungen in einem eher frauendominierten Berufsfeld weitergeben. Wenn die Jungen abschließend ihre Praxiserlebnisse mit den anderen teilen, liegt ein abwechslungsreicher Tag hinter ihnen. Ob wir mit unserem gemeinschaftlichen Engagement etwas in den Köpfen der Jungen bewegen konnten? Vielleicht haben wir bei ihnen die Neugier an alternativen Berufsbildern geweckt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Menschen, die ein Berufsziel haben, ein Gespür dafür entwickeln, ob sie auf dem richtigen Weg sind. Dann fällt auch meist das Lernen leichter. Wir als Kooperationspartner des Boys’Day-Projekts möchten den „Starken Typen“ auf jeden Fall die Motivation zum Lernen mit auf ihren Weg geben.

Kontakt:
Claudia Weßler
Gleichstellungsbeauftragte
Tel: +49 (0)221 478-5609
gleichstellung@zbmed.de

Chancengleichheit bei ZB MED