Tipps & Tricks: Ermittlung von Zitationsraten für Zeitschriften, die nicht im Web of Science ausgewertet werden

Von Jasmin Schmitz

Für Herausgeber von wissenschaftlichen Zeitschriften stellt sich häufig die Frage: Wie wird meine Zeitschrift rezipiert? Abruf- und Downloadzahlen geben Aufschluss darüber, wie häufig Artikel angesehen wurden. Die „Währung“ im Wissenschaftsbetrieb sind allerdings Zitationen. Die Häufigkeit, mit der Artikel oder Zeitschriften zitiert werden, ist in unterschiedlichen Evaluierungskontexten von Interesse. Auch bei Zeitschriftenrankings wie den Journal Citation Reports (JCR) (1) spielen sie eine Rolle.

Für die Ermittlung von Zitationsraten benötigt man Zitationsdatenbanken wie Web of Science (2) und Scopus (3), die für die von ihnen aufgenommenen Zeitschriften auszählen, wie häufig die in dieser Zeitschrift erschienenen Artikel in den Referenzen anderer Artikel auftauchen. Google Scholar (4) erfasst ebenfalls Zitationsraten, ist aber aufgrund der fehlenden Transparenz und unzureichender Fehlerbereinigung nur bedingt zu empfehlen (5).

Doch was machen Zeitschriftenbetreiber, wenn ihre Zeitschriften nicht von den Zitationsdatenbanken indexiert werden? Dies betrifft häufig Zeitschriften-Neugründungen oder Zeitschriften, die aufgrund ihres speziellen thematischen Zuschnitts nicht in das „Auswertungsprofil“ der Zitationsdatenbanken passen. Entsprechende Zitatraten lassen sich mit etwas Aufwand ebenfalls mithilfe von Zitationsdatenbanken ermitteln. Hierzu kann in den Referenzen (engl. Cited References) der Artikel gesucht werden, die in Zeitschriften erscheinen, die in den Zitationsdatenbanken indexiert sind. Dort schaut man, wie häufig die gesuchte Zeitschrift zitiert wurde.

Das Vorgehen soll exemplarisch anhand des Web of Science erläutert werden.

 

Schritt 1 – Aufruf der „Cited Reference Search“:

Screenshot von Web of Science, Cited Reference Search

 

Schritt 2 – Suche nach der Zeitschrift im Feld „Cited Work“:

Screenshot von Web of Science, Cited Work

 

Schritt 3 – Durchsicht der Trefferliste:

Screenshot von Web of Science, Durchsicht der Trefferliste

Aufgelistet werden die Publikationen der gesuchten Zeitschrift, die zitiert wurden, alphabetisch sortiert nach dem Namen des Erstautors. In der Spalte „Citing Articles“ wird angegeben, wie häufig der entsprechende Artikel im Web of Science zitiert wurde. Um eine Zitationsrate für die gesamte Zeitschrift oder Jahrgänge zu ermitteln, müssten die Werte jeweils zusammengezählt werden. Da die Zeitschrift selbst nicht vom Web of Science indexiert wird, tauchen hier nur Artikel auf, die auch tatsächlich innerhalb des Web of Science zitiert werden.

Hakt man bei „Select“ einzelne Artikel an und geht anschließend auf „Finish Search“, so kann man die Artikel sehen, die die gesuchte Zeitschrift zitieren.

Grundsätzlich: Bei der Bewertung von sämtlichen Zitationszahlen sollte unbedingt beachtet werden, dass nur Referenzen innerhalb der jeweiligen Zitationsdatenbank ausgewertet werden (also Referenzen von Artikeln aus Zeitschriften, die in der Zitationsdatenbank indexiert werden). Die tatsächliche Anzahl der Zitationen kann daher höher sein.


 

(1) Thomson Reuters: Journal Citation Reports
(2) Thomson Reuters: Web of Science
(3) Elsevier: Scopus
(4) Google Scholar Help
(5) Jacso, Peter (2012): Using Google Scholar for journal impact factors and the h-index in nationwide publishing assessments in academia – Siren songs and air-raid sirens (final manuscript). Online Information Review, 36(3): 462-478. DOI: 10.1108/14684521211241503

2 Gedanken zu „Tipps & Tricks: Ermittlung von Zitationsraten für Zeitschriften, die nicht im Web of Science ausgewertet werden

  1. Der Link unter (3) führt ins Leere und bei (5) fehlt die 1 beim Anfang des DOI: richtig müßte es lauten
    10.1108/14684521211241503

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