One Health – Transdisziplinarität bei ZB MED

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von Eva Seidlmayer und Christoph Poley

Beitrag von ZB MED für die Posterausstellung der AGMB 2017 in Wien

One Health – Transdisziplinarität bei ZB MED

ZB MED  unterstützt disziplinäre und disziplinübergreifende Fragestellungen in Medizin, Umwelt-, Ernährungs- und Agrarwissenschaft und ermöglicht so einen ganzheitlichen Blick auf den Menschen. Das Poster führt in die hinter diesem Ansatz stehenden Konzepte One Health und Transdisziplinarität ein. Zudem stellt es die Services vor, die ZB MED für die transdisziplinäre Forschung in den Lebenswissenschaften bereitstellt.

Das Poster war unser Beitrag zur Posterpräsentation auf der diesjährigen Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Medizinisches Bibliothekswesen e.V., die vom 25. bis 27. September in Wien stattfand. Wir haben damit den zweiten Preis im Posterwettbewerb gewonnen.


Weiterführende Links:
AGMB-Jahrestagung, Wien

Video-Tutorials zu Peer Review

Von Jasmin Schmitz

Wissenschaftliche Artikel durchlaufen in der Regel einen Begutachtungsprozess, im Rahmen dessen über die Publikationswürdigkeit eines Manuskripts entschieden wird. Diese Begutachtung wird auch Peer Review genannt. Peer Review spielt somit für die Qualitätssicherung in der Wissenschaft eine wichtige Rolle. Mit dem Thema sind aber auch eine Reihe von Fragen verknüpft: Wie läuft es ab? Welche Bedeutung hat es für die Wissenschaftskommunikation? Was sind die Probleme?

ZB MED hat hierzu eine Auswahl von Video-Tutorials zusammengestellt, die über die unterschiedlichen Aspekte informieren und die unter anderem in der Open-Access-Publikationsberatung eingesetzt werden:

Auswahl von Video-Tutorials zu Peer Review, die über die unterschiedlichen Aspekte informieren und die unter anderem in der Open-Access-Publikationsberatung eingesetzt werden.

 

Bei der Auflistung oben handelt es sich um einen Auszug einer Zusammenstellung von Video-Tutorials auf der ZB MED Webpräsenz, die über unterschiedliche Themen im Bereich Open Access und Open Data informieren. Die Tabelle wurde kürzlich um aktuelle Videos ergänzt und enthält mittlerweile mehr als 100 Videos. Derzeit ist in Planung, die Tabelle stärker thematisch zu strukturieren, damit Nutzerinnen und Nutzer schneller relevante Videos zur Nachnutzung finden.


Weitere Informationen:

Ausgewählte Video-Tutorials zu Open Access und Open Data auf PUBLISSO
Ursula Arning: Peer Review und Qualitätssicherung bei PUBLISSO gold, der Open-Access-Publikationsplattform von ZB MED. ZB MED-Blog vom 11. September 2017

Peer Review und Qualitätssicherung bei PUBLISSO gold, der Open-Access-Publikationsplattform von ZB MED

Von Ursula Arning (Leiterin Open-Access-Publizieren und -Beraten)

Peer Review bedeutet im spezifischen Kontext wissenschaftlicher Publikationen die Begutachtung von Texten und ihrer Anhänge durch Forschende des entsprechenden Fachgebietes. Diese Begutachtung, das Review, soll die Qualität der zu publizierenden Artikel garantieren und kann in verschiedenen Ausführungen erfolgen.

Es gibt unterschiedliche Varianten des Peer Reviews. Eine ist das Blind Review, das wiederum zwei Spielarten hat: Wenn sowohl die Autorinnen und Autoren als auch die Begutachterinnen und Begutachter keine Kenntnis voneinander haben, spricht man vom Double Blind Review, das heißt beiden Parteien werden gegenseitig keine Namen genannt, so dass weder die Reviewer wissen, wer den Artikel geschrieben hat, noch die Autorinnen und Autoren, wer ihren Artikel begutachtet. Dieses Verfahren soll größtmögliche Objektivität ermöglichen. Beim Single-Blind-Verfahren haben die Gutachterinnen und Gutachter Kenntnis der Autorinnen und Autoren, letztere sehen aber nicht, wer sie begutachtet hat. Die Anonymität ermöglicht den Reviewern, ihre Gutachten frei zu formulieren.

Eine eher neuere Variante, die in der Wissenschaftspublikation zurzeit noch keine ausgeprägte Rolle spielt, ist das Open Review: In dem Fall werden die Texte publiziert und die Gutachten veröffentlicht. In einer weiteren Spielart, kann es den Leserinnen und Lesern ermöglicht werden, die Texte öffentlich zu kommentieren. Dabei kann sowohl Forschenden als auch – je nach Verfahren – interessierten Laien die Kommentarfunktion ermöglicht werden. Die notwendige Moderation der Kommentare bedeutet oft allerdings einen enormen Aufwand für die Herausgeberinnen und Herausgeber oder Autorinnen und Autoren. Andererseits hat es sich in einzelnen Fachdisziplinen wie der Physik bewährt, Forschungserkenntnisse als Pre-Prints zu veröffentlichen und sie später unter Berücksichtigung der Kommentare, also in einer redigierten Form, in Zeitschriften mit einem Peer-Review-Verfahren zu publizieren (1).

ZB MED mit seinen Publikationsplattformen German Medical Science (GMS) und der daraus entwickelten Plattform PUBLISSO gold für die Lebenswissenschaften legt größten Wert auf die Qualitätssicherung seiner Publikationen und arbeitet dabei eng mit den jeweiligen Fachgesellschaften zusammen. Zurzeit ist das Peer Review auf der Basis des Single-Blind-Verfahrens organisiert, d.h. die Gutachterinnen und Gutachter erfahren die Namen der Autorin oder des Autors, ohne selber der Verfasserin bzw. dem Verfasser genannt zu werden. Das Verfahren kann jedoch innerhalb des Systems auf Wunsch der Herausgeber einzelner Zeitschriften auf alle anderen Formen (Double Blind oder Open Peer Review) umgestellt werden.

Der Einreichungs- und Reviewprozess durchläuft bei PUBLISSO unterschiedliche Stadien und Verantwortlichkeiten. Während der Einreichungsprozess und die spätere Publikation größtenteils in den Händen der ZB MED-Redaktion liegen (2), wird das Review der einzelnen Publikationen in Verantwortung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler durchgeführt; bei ZB MED handelt es sich dabei um Mitglieder einzelner Fachgesellschaften. Absprachegemäß bekommen jeweils zwei Wissenschaftlerinnen bzw. Wissenschaftler denselben Artikel zugewiesen. Das folgende Schema veranschaulicht den Prozess:

Review-Prozess bei ZB MED-Publikationsplattform PUBLISSO gold

Während des Reviews entstehen drei Möglichkeiten:

  1. Der Artikel wird abgelehnt; die Autorin / der Autor wird entsprechend benachrichtigt.
  2. Der Artikel wird grundsätzlich akzeptiert, wenn bestimmte Kriterien zur Korrektur erfüllt werden; die Autorin oder der Autor müssen noch einige Korrekturen am Text durchführen und der Beitrag ein zweites Mal das Review durchlaufen.
  3. Der Artikel wird akzeptiert, evtl. werden kleinere Korrekturen vorgeschlagen.

War der Review-Prozess erfolgreich, das heißt Reviewer und Herausgeber haben den Artikel akzeptiert, werden die Artikel wieder an die ZB MED-Redaktion gesendet, die die Artikel mit äußerster Sorgfalt formal redigiert, Referenzen überprüft, Artikel zur Publikation vorbereitet und die abschließende Einverständniserklärung des Autors bzw. der Autorin zur Publikation einholt. Eine Qualitätssicherung bei PUBLISSO erfolgt damit also auf mehreren Ebenen.


(1) Zu den verschiedenen Review-Verfahren und ihren Auswirkungen bzw. möglichen Kritikpunkten vgl. auch PUBLISSO FAQ zum Peer Review.

(2) Es gibt drei unterschiedliche Servicestufen und damit Preismodelle bei ZB MED. Während in der einfachsten und kostengünstigsten Variante die Herausgeber die Einreichung und das Review selber organisieren, übernimmt die ZB MED-Redaktion im zweiten Modell die Einreichung und organisiert in der dritten Stufe zusätzlich den Review-Prozess mit den eventuell anfallenden Erinnerungen und Mahnungen. Inhaltlich liegt die Verantwortung des Reviews und damit der Qualitätssicherung in allen drei Varianten bei den Fachgesellschaften.

FaMI?… Aha… Was ist denn das? Kann man das essen?

Von Saskia Dorschel

FaMI?… Aha… Was ist denn das? Kann man das essen? So ungefähr begegnen mir Menschen, wenn Sie mich fragen, was ich denn mache. Daraufhin leiere ich den schönen vollständigen Begriff für meinen Ausbildungsberuf runter: „Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste“. Leider gucken mich dann immer noch Fragezeichen an und ich antworte: “Ich arbeite in einer Bibliothek“. Die Fragezeichen verschwinden zwar, aber eigentlich weiß trotzdem niemand so genau, was sich hinter diesem Berufsbild versteckt.

Also hier für alle:

Fachangestellte für Medien und Informationsdienste (kurz FaMI) haben als Aufgabe das Beschaffen, Erschließen, Aufbewahren und Vermitteln von Daten, Informationen und Medien (z.B. Bücher und Zeitschriften). Wir sind die „Dealer“ und Vermittler von Informationen. Dabei bereiten wir diese auf, verwalten sie und stellen sie  zur Verfügung, damit die Menschen in der ganzen Informationsflut nicht untergehen.

Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet in einem dualen System (schulisch und betrieblich) statt. Während der Ausbildung werden unter anderem Kenntnisse vermittelt in der Medienbearbeitung (Erwerbung und Inventarisierung von Büchern und Zeitschriften, formale und sachliche Erschließung des Medienbestandes, Magazinarbeiten) sowie im Benutzungsdienst und in der Informationsvermittlung (Anmeldung/Abmeldung von Benutzern in der Bibliothek, Bibliotheksnutzer in die Benutzung der Bibliothek einführen und über Dienstleistungs- und Medienangebot beraten, Ausleihen sowie Rückgaben, Verlängerungen, Mahnungen und Vorbestellungen bearbeiten).

Wir  Auszubildenden bekommen einen Plan, in dem die Ausbildungsbereiche (Abteilungen der Bibliothek) zeitlich festgelegt sind; so bin ich dann zum Beispiel drei Wochen im Bereich Marketing/Öffentlichkeitsarbeit und danach drei Wochen in der Verwaltung. Die betriebliche Ausbildung findet hauptsächlich an unserem Standort in Köln statt. Jedoch werde ich im kommenden Sommer das Vergnügen haben, auch eine Weile in Bonn zu arbeiten. Das ist eine schöne Abwechslung, weil – um es mit den Worten eines Kollegen bei einem Besuch in Bonn zu sagen -: „Hier bei uns in Bonn, is et ein bisschen schnuckeliger“.

Doch natürlich werden FaMIs nicht nur in Bibliotheken ausgebildet. Es gibt noch vier weitere Fachrichtungen: Archiv, Information und Dokumentation, Bildagentur sowie die medizinische Dokumentation. Durch verschiedene Praktika während der Ausbildung erhalte ich auch praktische Einblicke und Erfahrungen in diesen Bereichen.

Doch was sollte man für den Beruf mitbringen, wenn man ihn gerne erlernen möchte?

Nun ja eine Vorliebe für Bücher und Medien sollte man schon haben, denn ohne die gibt es keine Bibliothek. Der unordentlichste Mensch darf man nicht sein, Sorgfalt ist wichtig – ein verstelltes Buch ist meistens ein verlorenes Buch und verschwindet für immer 😉 Eine Antipathie gegen Computer und Technik wäre nicht gut, denn hier passiert eine Menge am PC; ohne die Technik sind wir aufgeschmissen. Die Freude und Aufgeschlossenheit im Umgang mit Menschen sollte man auch zu seinen Stärken zählen. Dazu kommen noch Flexibilität, Selbstständigkeit und Bereitschaft zur Teamarbeit.

Ich bin jetzt seit ein paar Monaten hier und ich fühle mich angekommen! Zusammen mit zwei weiteren Auszubildenden teile ich mir ein kleines Büro und alle Kolleginnen und Kollegen sind nett und zuvorkommend. Ich habe schon eine Menge gelernt und blicke voller Erwartung in die nächsten Jahre. Um es  mit den Worten von J.K. Rowling zu beenden:

 

“But why’s she got to go to the library?”  “Because that’s what Hermione does,” said Ron, shrugging. “When in doubt, go to the library.”