Wir sind muTiger!

Von Sarah Matthews und Kathrin Hofmann

Nicht nur im Alltag wird man manchmal Zeuge von Situationen, die Zivilcourage fordern. Auch im Berufsleben ist es sehr hilfreich zu wissen, wie man im besten Interesse für sich selbst und andere diese Lagen meistert. Beispielsweise, um brenzlige Situationen schnellstmöglich zu entschärfen. Daher fand am 28. Juni bei ZB MED eine Fortbildung zum Thema „Zivilcourage“ statt, an der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Benutzungsbereich teilgenommen haben. Ein Kursleiter und eine Kursleiterin der muTiger-Stiftung aus Gelsenkirchen haben den Tag geleitet und gestaltet. Anhand von praktischen aber auch theoretischen Beispielen haben sie uns Zivilcourage und mögliche Reaktionen näher gebracht.

Zu Beginn der Fortbildung zeigte die Kursleiterin einen Kurzfilm mit einer nachgestellten Mobbingszene in einer U-Bahn. Sie stellte die Frage, welche Handlungs- und Hilfestellungen denkbar sind: Wie würden Sie reagieren, wenn eine einzelne Person von mehreren Personen bedrängt und belästigt werden würde? Wie würden Sie in einer solchen Situation handeln? Welche Handlungsmöglichkeiten gibt es?

Zwei praxisnahe Liveszenarien, bei denen eine kritische Situation im Bus nachgespielt und ein Gang durch eine dunkle Gasse simuliert wurde, brachten Spaß und förderten den notwendigen Mut, sich in den entsprechenden Situationen richtig zu verhalten. Sie weckten Erinnerungen zu Situationen, die man selbst schon erlebt hat und bei denen man selbst Hilfe benötigt hätte bzw. Hilfe geleistet wurde. Wir nehmen von dem Tag die Erkenntnis mit, dass man nichts falsch machen kann, wenn man sich auf sein Bauchgefühl verlässt. Brenzlige Situationen muss man nicht alleine meistern. Frei nach dem Motto „gemeinsam sind wir stark“ sollten stets weitere Personen zur Mithilfe aufgefordert werden und natürlich die entsprechenden Notrufnummern bzw. -geräte in öffentlichen Verkehrsmitteln genutzt werden.

Gelernt haben wir:

  • Selbstbehauptung und Antiopfersignale
  • Wirksames Gefahrenradar
  • Aufforderung Anderer zur Mithilfe
  • Vermeidung von Täterkontakt
  • Absetzen eines Notrufs mit den fünf W-Fragen
  • Rechtliche Rahmenbedingungen

Wer gerne mehr über die muTiger-Stiftung erfahren möchte, kann sich auf ihrer Website umfangreich zum Angebot informieren.

Rückblick: ZB MED auf dem Bibliothekartag

Der Deutsche Bibliothekartag ist für ZB MED alljährlich ein wichtiges Forum, denn dort trifft sich die gesamte Fachcommunity. Bestehende Partnerschaften werden gepflegt, möglicherweise bahnen sich neue Kooperationen an. Außerdem zählen Bibliotheken zu den Kunden von ZB MED, denen wir unsere Dienstleistungen gerne zur Verfügung stellen.

So haben wir auch unser Engagement auf dem diesjährigen Bibliothekartag verstanden, der vom 30. Mai bis zum 2. Juni in Frankfurt am Main stattfand. In verschiedenen Veranstaltungen haben wir mit Anderen diskutiert und Informationen geteilt.

Am 31. Mai fand der Workshop „Open-Access-Beratung konkret: Welche Tools kann ich nutzen? Wie halte ich mich auf dem Laufenden?“ mit Dr. Jasmin Schmitz und Dr. Ursula Arning aus dem PUBLISSO-Team statt. Mehr als 100 Teilnehmende diskutierten sehr angeregt über Praxisfragen wie:

  • „Wie wird mit rechtlichen Fragen umgegangen?“,
  • „Wie bewerte ich Zeitschriften, die nicht im DOAJ gelistet sind?“ oder
  • „Wie vermittle ich den Forschenden, dass sie ihre Publikationen nicht auf Research Gate einstellen, sondern das institutionelle Repositorium nutzen?“

Fragen und Diskussionspunkte wurden dokumentiert und sind nun – wie auch die Präsentation – online abrufbar (1). Die Dokumentation verdeutlicht, wie vielschichtig der Alltag von Open-Access-Verantwortlichen ist!

Im Rahmen der PUBLISSO Open-Access-Publikationsberatung bietet ZB MED regelmäßig solche und ähnliche Workshops für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren an, die zum Ziel haben, Open-Access-Verantwortliche zu vernetzen und gleichzeitig im Sinne eines Train-the-Trainer-Ansatzes zu deren Kompetenzerweiterung beizutragen (2).

Ein zweiter Workshop von ZB MED fand ebenfalls am 31. Mai statt: „Open-Access-Publikationsangebot am Beispiel des Portals PUBLISSO von ZB MED“. Im Mittelpunkt stand das Content Management System Drupal, das dem ZB MED-Publikationsportal PUBLISSO als technische Grundlage dient und beispielsweise für die Publikation im Bereich „Plattform gold“ sowie für das Fachrepositorium Lebenswissenschaften eingesetzt wird. Die Wahl fiel auf Drupal, da es Funktionen anbietet, die speziell für die Publikation wissenschaftlicher Texte benötigt werden. Dr. Ursula Arning, Leiterin des ZB MED-Programmbereichs Open-Access-Publizieren und -Beraten, stellte zunächst PUBLISSO mit seinen verschiedenen Komponenten vor und gab eine Einführung in Drupal. Danach wurden die Teilnehmenden des Workshops aktiv und testeten Drupal live vor Ort.

In einer Diskussionsrunde war dann die Meinung der Teilnehmenden gefragt. Gemeinsam wurden Wünsche und Ideen entwickelt, welche zusätzlichen Tools für wissenschaftliches Publizieren wünschenswert und notwendig sind. So wurden beispielsweise die Möglichkeit der Mehrsprachigkeit und des kollaborativen Schreibens genannt. Die Workshop-Dokumentation ist ebenfalls inzwischen online (3).

Das Management von Forschungsdaten ist ein Thema, welches viele Wissenschaftseinrichtungen derzeit beschäftigt. Auf dem Bibliothekartag wurden verschiedene Sessions dazu angeboten. Birte Lindstädt, ebenfalls aus dem PUBLISSO-Team, hat im Rahmen einer praxisorientierten Session einen Vortrag zum Thema der Publikation lebenswissenschaftlicher Forschungsdaten gehalten. Unter anderem hat sie verschiedene Publikationswege vorgestellt, so zum Beispiel das Fachrepositorium Lebenswissenschaften von ZB MED. Auch dieser Vortrag ist nun online verfügbar (4).

Bereits zum zweiten Mal gab es beim Bibliothekartag die Möglichkeit, nicht nur analoge Poster in einer Ausstellung zu präsentieren, sondern auch kurze Videoclips, die ein fachlich relevantes Thema behandeln. ZB MED hat zwei Filme – beides Video-Tutorials – erfolgreich eingereicht:

  • „Wege zur Finanzierung der Open-Access-Publikationsgebühren“ (5)
  • „Recherchieren mit LIVIVO – ZB MED-Suchportal für Lebenswissenschaften“ (6)
Open Access Bibliothekartag Coffee Lecture

Coffee Lecture zur Open-Access-Publikationsberatung mit Dr. Jasmin Schmitz

Neben all diesen Punkten im Programm hat sich ZB MED in diesem Jahr erstmalig am Gemeinschaftsstand der Deutschen Gesellschaft für Information und Wissen (DGI) beteiligt, um uns und unsere Services vorzustellen. Besonderes Highlight waren an zwei Tagen verschiedene Coffee Lectures, bei denen unsere Expertinnen über Open-Access-Themen informiert und unser Rechercheportal LIVIVO vorgestellt haben. Diese Präsentationen können wir Ihnen nicht online zur Verfügung stellen, denn wir haben uns für ein etwas anderes Konzept entschieden. Die Kurzvorträge bei einer Tasse Kaffee wurden mittels Flip-Chart präsentiert. Die Kolleginnen haben dafür mit viel Kreativität ihre Charts von Hand gemalt!

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Weiterführende Links:
(1) Workshop-Präsentation und -Dokumentation „Open-Access-Beratung konkret: Welche Tools kann ich nutzen? Wie halte ich mich auf dem Laufenden?“
(2) Informationen zum PUBLISSO-Workshopangebot 
(3) Workshop-Präsentation und -Dokumentation „Open-Access-Publikationsangebot am Beispiel des Portals PUBLISSO von ZB MED“
(4) Präsentation des Vortrags „Publikation von Forschungsdaten in den Lebenswissenschaften: Fachrepositorium Lebenswissenschaften“
(5) Video-Tutorial: „Wege zur Finanzierung der Open-Access-Publikationsgebühren“
(6) Video-Tutorial: „Recherchieren mit LIVIVO – ZB MED-Suchportal für Lebenswissenschaften“