Tipps & Tricks: Den Journal Impact Factor für Zeitschriften ermitteln, in denen man publiziert hat

Von Jasmin Schmitz

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wenden sich häufig mit der Frage an uns, wie Sie den Journal Impact Factor (JIF) für Zeitschriften bestimmen können, in denen sie veröffentlicht haben. Der Journal Impact Factor gibt an, wie häufig die Artikel einer Zeitschrift durchschnittlich zitiert werden. Hierzu werden die Zitationen im Berichtsjahr auf Publikationen, die in den vergangenen zwei Jahren veröffentlicht wurden, gezählt und durch die Anzahl der Artikel, die in diesen vergangenen zwei Jahren erschienen sind, geteilt.

Die JIFs lassen sich einerseits über die Journal Citation Reports (JCR) ermitteln; nicht selten finden sich auch Angaben auf den entsprechende Webseiten der Zeitschriften. Ein anderer Weg führt über das Web of Science.

Folgende Schritte sind notwendig:

  1. Recherche nach den eigenen Publikationen
  2. Aufruf der Detailansicht durch Klick auf den Titel des Artikels
  3. Im oberen Drittel der Seite befindet sich ein Link „View Journal Information“ (Abbildung 1). Mit Klick darauf wird der aktuelle Journal Impact Factor der Zeitschrift angezeigt sowie Informationen darüber, wie sich die Zeitschrift im Fachgebiet verorten lässt (Abbildung 2).

Screenshot Artikel im Web of Science

Abb. 1: Detailseite eines Artikels im Web of Science

Screenshot Artikel im Web of Science

Abb. 2: Informationen zu einer Zeitschrift, einschließlich Journal Impact Factor

Diese Informationen stehen allerdings nur dann zur Verfügung, wenn die Zeitschrift auch in den Journal Citation Reports aufgenommen wurde, andernfalls lässt sich kein JIF ermitteln.

Zu beachten ist, dass das Web of Science eine lizenzpflichtige Datenbank ist. Viele Hochschulbibliotheken haben diese abonniert. Ein Zugriff ist allerdings nur möglich, wenn man sich im IP-Bereich der jeweiligen Einrichtung befindet bzw. wenn über „remote access“ der Zugriff von außen eingerichtet wurde.

Der Journal Impact Factor ist insgesamt nicht unumstritten und eignet sich nicht, um Aussagen über die Qualität einer wissenschaftlichen Publikation zu treffen, insbesondere da er auf der Ebene der Zeitschrift berechnet wird. Mit der durchschnittlichen Zitierhäufigkeit der Zeitschrift lässt sich nicht vorhersagen, wie häufig der eigene Artikel zitiert werden wird.

Weitere Informationen zu den Kritikpunkten und mögliche Alternativen finden Sie in unserem FAQ auf der PUBLISSO-Website: Journal Impact Factor und Alternativen: Was gibt es hier Wissenswertes?


Weiterführende Informationen:

Journal Citation Reports

Web of Science

Das perfekte Webinar – Ergebnisse einer ZB MED-Umfrage

Bequem vom Arbeitsplatz oder von zuhause aus, am PC oder Tablet, zeitlich flexibel den beruflichen oder privaten Horizont erweitern und in den direkten Austausch mit Fachexperten kommen? Webinare machen’s möglich.

Auch wir bei ZB MED möchten zukünftig mit Webinaren über unsere Produkte und Services informieren. Das Format wird für alle Interessierten zur Verfügung stehen, sich aber in erster Linie an multiplizierende Personen wie Bibliothekarinnen und Bibliothekare richten. Studierende und Forschende, so ein Ergebnis einer Befragung im Rahmen einer Usability-Studie an LIVIVO 2015, bevorzugen statt Webinaren kurze Online-Videos wie ZB MED sie bereits für Ihre Services GMS, DOI-Vergabe & Co. anbietet (zum YouTube-Channel von ZB MED).

Wir möchten dabei unsere Angebote möglichst nah an den Wünschen und Erwartungen unserer Nutzerinnen und Nutzer entwickeln. Daher haben wir Personen aus unserer Zielgruppe zu einer Online-Umfrage eingeladen, um mehr über deren Vorstellungen zu erfahren. 59 Personen füllten die Umfrage vollständig aus und erlaubten uns teils sehr detaillierte Einblicke in ihre Ansichten.

Zunächst ein bisschen Demographie:Sozio-Demographie_kleinDie Befragten waren zwischen 29 und 64 Jahre alt und kamen aus ganz Deutschland, nur 4% aus dem direkten ZB MED-Einzugsgebiet (Köln/Bonn). 86% waren Bibliothekarinnen und Bibliothekare, der Rest entstammte der Wissenschaft (z.B. Lehrende an Hochschulen). Es beteiligten sich Vertreter aller ZB MED-Fachgebiete Medizin, Gesundheitswesen, Ernährungs-, Umwelt- und Agrarwissenschaften. Das Fachgebiet Medizin war dabei mit 72% am häufigsten vertreten, dafür waren aber auch Personen aus dem Bereich der Naturwissenschaften (7%), wie Biologie oder Chemie unter den Befragten.

Die Befragung hat interessante Ansätze für die Ausgestaltung von ZB MED-Webinaren ergeben:
Das ideale Webinar findet demnach am Vormittag oder frühen Nachmittag statt, der Termin vermeidet dabei Montage und Freitage. Mit 30 bis maximal 45 Minuten ist es kurz gehalten. Eingeladen wird per E-Mail, bei produktbezogenen Webinaren auch gerne über einen Hinweis beim Produkt selbst, wie z.B. in LIVIVO. Das Webinar verwendet interaktive Elemente wie Chat und Downloadmöglichkeiten, sowie Umfragen und Feedback-Buttons (z.B. für „Hand heben“, „Applaus“). Im Nachgang steht eine Aufzeichnung des Webinars als Download zur Verfügung, Chat & Co. sind dabei jedoch anonymisiert.

Themen ZB MED-WebinareGefragte Themen für ZB MED-Webinare sind in erster Linie das ZB MED-Suchportal LIVIVO, sowie die Beratung zum Thema Open-Access-Publizieren und das Publikationsportal PUBLISSO. Nach Ansicht der Befragten sollte das Format von ZB MED quartalsweise oder bei Bedarf zu unterschiedlichen Themen angeboten werden.

Freitext-Felder in der Befragung wurden rege genutzt, um auch konkrete Fragestellungen anzusprechend. Einige dieser Anregungen sind bereits in Hilfetexte und Schulungen für LIVIVO oder PUBLISSO eingeflossen, z.B. zur Transparenz der Suche und der Rankingkriterien.

Auf Basis dieser Ergebnisse wird nun ein passendes Angebot entwickelt. Die ersten Webinare für die ZB MED-Produkte PUBLISSO und LIVIVO gehen in Kürze an den Start.

#keepZBMED – Wie es nach Beendigung der Petition weitergeht

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Über 9.500 Menschen haben die Petition #keepZBMED bis zum vergangenen Wochenende unterschrieben. Damit haben wir die 10.000er-Marke zwar knapp verfehlt, aber es ist dennoch eine beeindruckende Zahl. Zuerst einmal: Ganz herzlichen Dank an alle Unterzeichnerinnen / Unterzeichner und natürlich auch an die Initiatoren. Das kann nicht ungehört bleiben!

Die Unterschriften und die zahlreichen Kommentaren haben deutlich gemacht, dass es auch in Zukunft eine Bibliothek geben muss, die die Informationsversorgung in den Lebenswissenschaften deutschlandweit sicherstellt. Die Petition wurde nun beendet, damit sie fristgerecht an die Mitglieder der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) übergeben werden kann. Dies wird Prof. Mumenthaler in den nächsten Tagen erledigen. Dann heißt es abwarten, denn die GWK tagt am 24. Mai und 24. Juni und wird an einem der Termine einen Beschluss zur Zukunft von ZB MED fassen.

Unterschriften sammeln können wir daher nicht mehr. Aber Unterstützerschreiben, offene Briefe und Stellungnahmen an die zuständigen Ministerien oder die GWK sind immer noch möglich. Einige Verbände und Institutionen haben dies bereits getan, wie z.B. das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen – IQWiG (Brief lesen). Aber auch einzelne Kundinnen und Kunden haben Briefe an die zuständigen Geldgeber geschickt, in denen Sie fordern, die Empfehlungen sehr kritisch zu überprüfen und uns als wichtige zentrale Einrichtung zu erhalten. Wenn Sie ZB MED auch auf diese Weise unterstützen wollen, haben wir es Ihnen relativ leicht gemacht 😉 Auf unserer Website haben wir einen Textbaustein angelegt und die Adressen zusammengestellt, an die Unterstützungsschreiben gerichtet werden sollten: zur Website.

Seit unserem letzten Blogbeitrag hat es wieder viel Resonanz gegeben. Wie immer informiert die annotierte Linkliste #keepZBMED von Dörte Böhner auf Bibliothekarisch.de – inzwischen der dritte Teil – aktuell und umfassend 🙂

 

Protest

Bild: ZB MED / Michael Wodak

Wir bei ZB MED haben außerdem eine Fotoaktion ins Leben gerufen, weil wir dem Protest Gesichter geben wollten. Begonnen haben wir mit einem Protestfoto vor unserer Bibliothek in Köln.

 

 

 

 

 

ZB Med, Science Slam, 19. April 2016, Köln

Bild: ZB MED / Michael Wodak

Auch der Science Slam, mit dem wir am 19. April den 1. Geburtstag unseres Suchportals LIVIVO gefeiert haben, stand im Zeichen des Protests (wobei aber auch die Unterhaltung nicht zu kurz kam!).

 

 

 

Und uns haben einige Fotos von Kooperationspartnern sowie Kundinnen und Kunden erreicht, die ihre Solidarität gezeigt haben.

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Das alles gibt uns die Hoffnung, dass wir eine neue Chance bekommen! Seit 1977 gibt es die Bund-Länder-Förderung für Wissenschaftseinrichtungen; die sogenannten „Blaue-Liste-Institute“ sind die Vorgänger-Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft. ZB MED war von Anfang an dabei. Auch wenn wir nun wohl aus der Leibniz-Gemeinschaft ausscheiden müssen, geht es hier weiter mit der alltäglichen Arbeit, dem Routinegeschäft, aber auch mit neuen Projekten, wichtigen Kooperationen und zukunftsgerichteten Aufgaben. Wir hoffen darauf, ZB MED als Bibliothek für die Lebenswissenschaften mit dem stiftungsgemäßen Auftrag der überregionalen Literaturversorgung zu erhalten und – auf Basis eines neuen Finanzierungsmodells – neu aufzustellen.