Komplexes einfach visualisiert: Video-Tutorials von ZB MED

Von Bettina Kullmer (Informationskompetenzvermittlung) und Jasmin Schmitz (PUBLISSO Publikationsberatung)

Eines der Ziele von ZB MED ist die Förderung von Open Access in den Lebenswissenschaften. Hierzu werden über das Publikationsportal PUBLISSO (www.publisso.de) Open-Access-Publikations- und Beratungsangebote bereitgestellt. Die Publikation von wissenschaftlichen Ergebnissen in Textform sowie von Forschungsdaten steht dabei gleichermaßen im Fokus. Zur Unterstützung beim Publizieren von Forschungsdaten bietet ZB MED Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zahlreiche Services an. In kurzen Video-Tutorials werden zwei der Services vorgestellt und beispielhalt gezeigt, wie und wo sie im Wissenschaftsalltag eingesetzt werden können: Das zweiteilige Tutorial zu „Digital Object Identifier (DOIs) für Forschungsdaten und Publikationen in den Lebenswissenschaften“ informiert darüber, wie Forschungseinrichtungen DOIs vergeben können. Das Tutorial „Der Publikationsservice GMS und das Forschungsdatenrepositorium DRYAD“ zeigt, wie Autorinnen und Autoren Forschungsdaten, die ihren Veröffentlichungen zugrunde liegen, über DRYAD zugänglich machen können, wenn sie einen Artikel in einem der GMS-Journals publizieren. Die Tutorials liegen in Deutsch und in Englisch vor. Alle Videos sind über eine Playlist im YouTube-Kanal von ZB MED abrufbar.Screenshot des Youtube-Kanals von ZB MED

Im Fachrepositorium Lebenswissenschaften (1) finden Sie barrierearme, – sämtliche Texte werden auch gesprochen – bibliographisch erschlossene und mittels DOI referenzierbare Versionen der Tutorials. Über einen integrierten Player sind die Videos auch direkt im Repositorium abspielbar.

Alle Online-Tutorials sind gemäß der Creative-Commons-Lizenz CC-BY-ND 4.0 nachnutzbar.

Hintergründe: Konzept und Produktion von ZB MED-Tutorials

Die 2013 extern durchgeführte bundesweite Marktstudie (2) und eine eigene Online-Befragung (3) bei Bibliothekarinnen und Bibliothekaren zur Informationskompetenzvermittlung (IK) in den Lebenswissenschaften zeigten bei allen Befragten einen Unterstützungsbedarf bei der IK-Vermittlung. Als ein mögliches Format boten sich besonders Video-Tutorials an, die audio-visuelle Informationsgewohnheiten aufgreifen und jederzeit individuell nutzbar sind.

Für die Tutorials entwickelte ZB MED Storyboards, in deren Mittelpunkt sogenannte Personas stehen, also Prototypen, die jeweils für einzelne Nutzergruppen stehen. Die Personas kommen aus den verschiedenen Fachdisziplinen und zeigen, wie diese in ihrem jeweiligen lebenswissenschaftlichen Alltag agieren und dabei von ZB MED-Services unterstützt werden.

Die Realisierung erfolgte nach einer Ausschreibung in Zusammenarbeit mit einer externen Firma. In den Entstehungsprozess eingebunden waren jeweils Fachwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, welche die Authentizität der dargestellten wissenschaftlichen Inhalte und die allgemeine Verständlichkeit überprüften.

Lessons learned

Da das Format zum ersten Mal eingesetzt wurde, gestaltete sich der Prozess der Ausschreibung, der Einbindung und der Feinabstimmung zwischen inhaltlich beteiligten Kolleginnen und Kollegen in ZB MED, der Beratung mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der dargestellten Disziplinen und schließlich die externe Umsetzung als sehr kleinteilig und langwierig. Mittlerweile liegt eine Prozessbeschreibung vor, die insbesondere Verantwortlichkeiten in Form von sogenannten Service-Level-Agreements mit den jeweiligen Produktverantwortlichen, der IK-Verantwortlichen und dem Querschnittsbereich Marketing regelt. Aufgrund dieser Festlegung der Zuständigkeiten einerseits und durch Kooperationen mit öffentlichen Einrichtungen, die eine entsprechende Expertise mitbringen, andererseits, erhofft sich ZB MED eine deutliche Reduzierung aller Ressourcen. Hinsichtlich der Verbreitung der Tutorials sind ebenfalls Kooperationen denkbar. Grundsätzlich sollte die Produktion von Tutorials frühzeitig – beispielsweise im Rahmen einer Jahresarbeitsplanung – konzeptioniert und mit den beteiligten Abteilungen abgestimmt werden.

Weitere Planungen

Bei entsprechenden Nutzungszahlen und guter Resonanz ist die Erstellung von Tutorials zu weiteren ZB MED-Services angedacht. Zudem sollen Tutorials im Rahmen der Open-Access-Publikationsberatung eingesetzt werden. Nutzerwünsche werden dabei gerne berücksichtigt! Als weiteres Format wird ZB MED in Kürze Live-Webinare zum Einstieg in das Publikationsportal PUBLISSO sowie das Suchportal LIVIVO anbieten, zu denen über verschiedene Kanäle – E-Mail, Newsletter, Social Media – eingeladen wird. Im Nachgang können Mitschnitte der Webinare über die ZB MED-Website aufgerufen werden. In diesem Zusammenhang, ist sicherlich auch die weitere Entwicklung von ZB MED interessant. Aktuelle Informationen finden sie hier. Über alles Weitere werden wir Sie ebenfalls im Blog auf dem Laufenden halten.


(1) Fachrepositorium Lebenswissenschaften
(2) E.F. Heinold / U. Korwitz: Markt- und Zielgruppenstudie – GAP-Analyse und Empfehlungen für die ZB MED. Köln, 2014. DOI: 10.4126/zbmed2014001
(3) B. Kullmer: Ein Vergleich des Sachstands der Vermittlung von Informationskompetenz (IK) in verschiedenen Disziplinen der Lebenswissenschaften. Ergebnisse einer Online-Befragung von Bibliothekaren universitärer und außeruniversitärer Einrichtungen in Deutschland. Köln, 2013

 

Tipps & Tricks: Den Journal Impact Factor für Zeitschriften ermitteln, in denen man publiziert hat

Von Jasmin Schmitz

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wenden sich häufig mit der Frage an uns, wie Sie den Journal Impact Factor (JIF) für Zeitschriften bestimmen können, in denen sie veröffentlicht haben. Der Journal Impact Factor gibt an, wie häufig die Artikel einer Zeitschrift durchschnittlich zitiert werden. Hierzu werden die Zitationen im Berichtsjahr auf Publikationen, die in den vergangenen zwei Jahren veröffentlicht wurden, gezählt und durch die Anzahl der Artikel, die in diesen vergangenen zwei Jahren erschienen sind, geteilt.

Die JIFs lassen sich einerseits über die Journal Citation Reports (JCR) ermitteln; nicht selten finden sich auch Angaben auf den entsprechende Webseiten der Zeitschriften. Ein anderer Weg führt über das Web of Science.

Folgende Schritte sind notwendig:

  1. Recherche nach den eigenen Publikationen
  2. Aufruf der Detailansicht durch Klick auf den Titel des Artikels
  3. Im oberen Drittel der Seite befindet sich ein Link „View Journal Information“ (Abbildung 1). Mit Klick darauf wird der aktuelle Journal Impact Factor der Zeitschrift angezeigt sowie Informationen darüber, wie sich die Zeitschrift im Fachgebiet verorten lässt (Abbildung 2).

Screenshot Artikel im Web of Science

Abb. 1: Detailseite eines Artikels im Web of Science

Screenshot Artikel im Web of Science

Abb. 2: Informationen zu einer Zeitschrift, einschließlich Journal Impact Factor

Diese Informationen stehen allerdings nur dann zur Verfügung, wenn die Zeitschrift auch in den Journal Citation Reports aufgenommen wurde, andernfalls lässt sich kein JIF ermitteln.

Zu beachten ist, dass das Web of Science eine lizenzpflichtige Datenbank ist. Viele Hochschulbibliotheken haben diese abonniert. Ein Zugriff ist allerdings nur möglich, wenn man sich im IP-Bereich der jeweiligen Einrichtung befindet bzw. wenn über „remote access“ der Zugriff von außen eingerichtet wurde.

Der Journal Impact Factor ist insgesamt nicht unumstritten und eignet sich nicht, um Aussagen über die Qualität einer wissenschaftlichen Publikation zu treffen, insbesondere da er auf der Ebene der Zeitschrift berechnet wird. Mit der durchschnittlichen Zitierhäufigkeit der Zeitschrift lässt sich nicht vorhersagen, wie häufig der eigene Artikel zitiert werden wird.

Weitere Informationen zu den Kritikpunkten und mögliche Alternativen finden Sie in unserem FAQ auf der PUBLISSO-Website: Journal Impact Factor und Alternativen: Was gibt es hier Wissenswertes?


Weiterführende Informationen:

Journal Citation Reports

Web of Science

Das perfekte Webinar – Ergebnisse einer ZB MED-Umfrage

Bequem vom Arbeitsplatz oder von zuhause aus, am PC oder Tablet, zeitlich flexibel den beruflichen oder privaten Horizont erweitern und in den direkten Austausch mit Fachexperten kommen? Webinare machen’s möglich.

Auch wir bei ZB MED möchten zukünftig mit Webinaren über unsere Produkte und Services informieren. Das Format wird für alle Interessierten zur Verfügung stehen, sich aber in erster Linie an multiplizierende Personen wie Bibliothekarinnen und Bibliothekare richten. Studierende und Forschende, so ein Ergebnis einer Befragung im Rahmen einer Usability-Studie an LIVIVO 2015, bevorzugen statt Webinaren kurze Online-Videos wie ZB MED sie bereits für Ihre Services GMS, DOI-Vergabe & Co. anbietet (zum YouTube-Channel von ZB MED).

Wir möchten dabei unsere Angebote möglichst nah an den Wünschen und Erwartungen unserer Nutzerinnen und Nutzer entwickeln. Daher haben wir Personen aus unserer Zielgruppe zu einer Online-Umfrage eingeladen, um mehr über deren Vorstellungen zu erfahren. 59 Personen füllten die Umfrage vollständig aus und erlaubten uns teils sehr detaillierte Einblicke in ihre Ansichten.

Zunächst ein bisschen Demographie:Sozio-Demographie_kleinDie Befragten waren zwischen 29 und 64 Jahre alt und kamen aus ganz Deutschland, nur 4% aus dem direkten ZB MED-Einzugsgebiet (Köln/Bonn). 86% waren Bibliothekarinnen und Bibliothekare, der Rest entstammte der Wissenschaft (z.B. Lehrende an Hochschulen). Es beteiligten sich Vertreter aller ZB MED-Fachgebiete Medizin, Gesundheitswesen, Ernährungs-, Umwelt- und Agrarwissenschaften. Das Fachgebiet Medizin war dabei mit 72% am häufigsten vertreten, dafür waren aber auch Personen aus dem Bereich der Naturwissenschaften (7%), wie Biologie oder Chemie unter den Befragten.

Die Befragung hat interessante Ansätze für die Ausgestaltung von ZB MED-Webinaren ergeben:
Das ideale Webinar findet demnach am Vormittag oder frühen Nachmittag statt, der Termin vermeidet dabei Montage und Freitage. Mit 30 bis maximal 45 Minuten ist es kurz gehalten. Eingeladen wird per E-Mail, bei produktbezogenen Webinaren auch gerne über einen Hinweis beim Produkt selbst, wie z.B. in LIVIVO. Das Webinar verwendet interaktive Elemente wie Chat und Downloadmöglichkeiten, sowie Umfragen und Feedback-Buttons (z.B. für „Hand heben“, „Applaus“). Im Nachgang steht eine Aufzeichnung des Webinars als Download zur Verfügung, Chat & Co. sind dabei jedoch anonymisiert.

Themen ZB MED-WebinareGefragte Themen für ZB MED-Webinare sind in erster Linie das ZB MED-Suchportal LIVIVO, sowie die Beratung zum Thema Open-Access-Publizieren und das Publikationsportal PUBLISSO. Nach Ansicht der Befragten sollte das Format von ZB MED quartalsweise oder bei Bedarf zu unterschiedlichen Themen angeboten werden.

Freitext-Felder in der Befragung wurden rege genutzt, um auch konkrete Fragestellungen anzusprechend. Einige dieser Anregungen sind bereits in Hilfetexte und Schulungen für LIVIVO oder PUBLISSO eingeflossen, z.B. zur Transparenz der Suche und der Rankingkriterien.

Auf Basis dieser Ergebnisse wird nun ein passendes Angebot entwickelt. Die ersten Webinare für die ZB MED-Produkte PUBLISSO und LIVIVO gehen in Kürze an den Start.