Das perfekte Webinar – Ergebnisse einer ZB MED-Umfrage

Bequem vom Arbeitsplatz oder von zuhause aus, am PC oder Tablet, zeitlich flexibel den beruflichen oder privaten Horizont erweitern und in den direkten Austausch mit Fachexperten kommen? Webinare machen’s möglich.

Auch wir bei ZB MED möchten zukünftig mit Webinaren über unsere Produkte und Services informieren. Das Format wird für alle Interessierten zur Verfügung stehen, sich aber in erster Linie an multiplizierende Personen wie Bibliothekarinnen und Bibliothekare richten. Studierende und Forschende, so ein Ergebnis einer Befragung im Rahmen einer Usability-Studie an LIVIVO 2015, bevorzugen statt Webinaren kurze Online-Videos wie ZB MED sie bereits für Ihre Services GMS, DOI-Vergabe & Co. anbietet (zum YouTube-Channel von ZB MED).

Wir möchten dabei unsere Angebote möglichst nah an den Wünschen und Erwartungen unserer Nutzerinnen und Nutzer entwickeln. Daher haben wir Personen aus unserer Zielgruppe zu einer Online-Umfrage eingeladen, um mehr über deren Vorstellungen zu erfahren. 59 Personen füllten die Umfrage vollständig aus und erlaubten uns teils sehr detaillierte Einblicke in ihre Ansichten.

Zunächst ein bisschen Demographie:Sozio-Demographie_kleinDie Befragten waren zwischen 29 und 64 Jahre alt und kamen aus ganz Deutschland, nur 4% aus dem direkten ZB MED-Einzugsgebiet (Köln/Bonn). 86% waren Bibliothekarinnen und Bibliothekare, der Rest entstammte der Wissenschaft (z.B. Lehrende an Hochschulen). Es beteiligten sich Vertreter aller ZB MED-Fachgebiete Medizin, Gesundheitswesen, Ernährungs-, Umwelt- und Agrarwissenschaften. Das Fachgebiet Medizin war dabei mit 72% am häufigsten vertreten, dafür waren aber auch Personen aus dem Bereich der Naturwissenschaften (7%), wie Biologie oder Chemie unter den Befragten.

Die Befragung hat interessante Ansätze für die Ausgestaltung von ZB MED-Webinaren ergeben:
Das ideale Webinar findet demnach am Vormittag oder frühen Nachmittag statt, der Termin vermeidet dabei Montage und Freitage. Mit 30 bis maximal 45 Minuten ist es kurz gehalten. Eingeladen wird per E-Mail, bei produktbezogenen Webinaren auch gerne über einen Hinweis beim Produkt selbst, wie z.B. in LIVIVO. Das Webinar verwendet interaktive Elemente wie Chat und Downloadmöglichkeiten, sowie Umfragen und Feedback-Buttons (z.B. für „Hand heben“, „Applaus“). Im Nachgang steht eine Aufzeichnung des Webinars als Download zur Verfügung, Chat & Co. sind dabei jedoch anonymisiert.

Themen ZB MED-WebinareGefragte Themen für ZB MED-Webinare sind in erster Linie das ZB MED-Suchportal LIVIVO, sowie die Beratung zum Thema Open-Access-Publizieren und das Publikationsportal PUBLISSO. Nach Ansicht der Befragten sollte das Format von ZB MED quartalsweise oder bei Bedarf zu unterschiedlichen Themen angeboten werden.

Freitext-Felder in der Befragung wurden rege genutzt, um auch konkrete Fragestellungen anzusprechend. Einige dieser Anregungen sind bereits in Hilfetexte und Schulungen für LIVIVO oder PUBLISSO eingeflossen, z.B. zur Transparenz der Suche und der Rankingkriterien.

Auf Basis dieser Ergebnisse wird nun ein passendes Angebot entwickelt. Die ersten Webinare für die ZB MED-Produkte PUBLISSO und LIVIVO gehen in Kürze an den Start.

Ein Jahr LIVIVO – ein Rückblick

Der 15.04.2015 war für ZB MED ein ganz besonderer Tag. Nach nur 17 Monaten interner Vorarbeit ging das neue ZB MED-Suchportal Lebenswissenschaften online: LIVIVO.

Beta-Logo des ZB MED-Suchportals LIVIVO

Das neue ZB MED-Suchportal Lebenswissenschaften ging am 15.04.2015 als Beta-Version online.

Die Beta-Version des Portals bot bereits alle wichtigen neuen Features: Modernes, responsives Design, interdisziplinäre Recherchemöglichkeiten, verbesserte Nutzerführung, Filterung nach Fachgebieten und Einbindung von Forschungsdaten.

Um dies zu ermöglichen, herrschte in den Monaten vor dem Online-Gang intern Ausnahmezustand! Mehrere Entwicklungen wurden – teils mit externer Unterstützung – parallel realisiert:

  • Namensfindung: Der neue Name LIVIVO stellt den Bezug zum lebenswissenschaftlichen Fächerspektrum her (lat. vivo=ich lebe). Anders als vielfach angenommen, handelt es sich dabei nicht um eine Abkürzung (z.B. steht das LI in LIVIVO nicht für Leibniz-Informationszentrum bzw. Literatur). Das Kunstwort wurde u.a. wegen seiner internationalen Verwendbarkeit als neuer Name ausgewählt; es erzeugt in den meisten europäischen Sprachen positive Assoziationen.
  • Usability: Die Überarbeitung der Nutzerführung der alten Portale MEDPILOT und GREENPILOT bezog die Erkenntnisse aus früheren Usability-Studien und Fokusgruppeninterviews mit ein. Basierend darauf wurde von einer Usability-erfahrenen Medienagentur zwischen April und November 2014 das neue Layout entwickelt und anschließend mit den Portal-Funktionalitäten wie Dokumentbestellung und Nutzerkonto zusammengeführt.
  • Thematische Filter: Zur thematischen Einordnung aller in LIVIVO nachgewiesenen Literatur in die ZB MED-Fachgebiete wurde eine selbstlernende Software eingesetzt, die auch die Deutsche Nationalbibliothek zur Kategorisierung verwendet. Die Anpassung auf ZB MED-Bedürfnisse und die Nachkonfiguration bis zum Erreichen einer zufriedenstellenden Qualität der automatischen Verarbeitung, nahm mehr als sechs Monate in Anspruch.
  • Suchtechnologie: Die Datenquellen aus MEDPILOT und GREENPILOT wurden in einen gemeinsamen Suchindex überführt, die Suchtechnologie ausgetauscht (Wechsel von einer Eigenentwicklung der Firma Averbis zur Open Source Suchmaschine Solr), und die semantische Komponente aktualisiert (vom Morphosaurus zur Averbis Search Platform). Ziel war es neben der interdisziplinären Recherche, eine bessere Treffergenauigkeit (höhere Precision) der Suchergebnisse zu erreichen. Konfigurationen aus MEDPILOT, die über Jahre gewachsen waren, beispielsweise für Boosting, Ranking und spezielle Anforderungen an die Suche, mussten nun von einem System in das andere übertragen werden bzw. komplett neu konfiguriert werden. Die Arbeit an der Beta-Version ab November 2014 war daher von Konfigurationen der Suchmaschine geprägt.
  • Forschungsdaten: Zu den Lebenswissenschaften passende Forschungsdaten der Platform Dryad wurden ausgewählt und Einbindungsmechanismen auf Basis der PubMedID und der DOI entwickelt.
  • English first: Das komplette Suchportal wurde auf Englisch umgestellt, auch die umfangreichen Hilfebereiche.

Klar, dass dann erstmal gefeiert werden musste, als LIVIVO endlich online gehen durfte – mit selbstgebackenem Kuchen, natürlich in LIVIVO-Farben 😉

Foto des Kuchens

Zur internen Feier des Launchs der Beta-Version von LIVIVO im April 2015 gab es leckeren LIVIVO-Kuchen.

In den nächsten sieben Monaten bis zum offiziellen Start von LIVIVO und dem Verlassen der Beta-Version am 10.11.2015 wurde aber nicht weniger hart gearbeitet. Es gab mehr als 250 kleinere und größere Fehler zu beseitigen, sowie 50 Verbesserungsvorschläge und neue Funktionalitäten einzubauen:

  • Behebung von Fehlern im Layout, z.B. für die Einbindung der Coveranzeigen oder für die Browserkompatibilität (Internet Explorer)
  • Optimierung der Bedienbarkeit des Responsive Designs für kleinere mobile Endgeräte
  • Einbindung aller Link-Resolver aus MEDPILOT/GREENPILOT, sowie mehr als 20 neue für LIVIVO
  • Umstellung der Literaturagenten MEDPILOT/GREENPILOT auf LIVIVO
  • Umstellung des kompletten Portals von http auf https
  • Aktivierung von Schnittstellen für Literaturverwaltungsprogramme wie Citavi, z.B. CoinS-Schnittstelle
  • Einbindung weiterer Datenquellen, z.B. aus BASE
  • Neue Features, z.B. Permalink, Suchhistorie mit mehr Funktionen

Mehr als 500 Rückmeldungen, Kooperationsanfragen und Verbesserungsvorschläge haben uns in dieser Zeit erreicht und erreichen uns heute noch. Sie fließen direkt in die Weiterentwicklung von LIVIVO ein.

Aber wir warten nicht nur darauf, dass uns Nutzerfeedback erreicht. Erst kürzlich haben wir eine Umfrage bezüglich der Ausgestaltung von Webinaren für LIVIVO durchgeführt, auf deren Basis nun ein entsprechendes Angebot entwickelt wird. Und wir testen aktiv weiter die Usability des neuen Portals. Noch während der Beta-Phase haben wir Forschende und Wissenschaftlerinnen/Wissenschaftler zu einer Usability-Studie eingeladen, um LIVIVO zu bewerten: Es gab durchweg positive Rückmeldungen und hilfreiche Anregungen für die Weiterentwicklung. Viele der Anregungen konnten wir bereits umsetzen, so wurden z.B. Icons ausgetauscht, die Bedienung der Suchfilter verbessert und Recherchemöglichkeiten für Forschungsdaten implementiert.

Hintergrundinformationen zur LIVIVO-Usability-Studie 2015:
ZB MED-Pressemitteilung
Einblick in den Ablauf der Usability-Studie und deren Ergebnisse im Blog der TH Köln

Das Verlassen der Beta-Version haben wir am 10.11.2015 beim LIVIVO-Launch mit einem großen Festakt gefeiert.

Foto mit Beteiligten an der Feier

Das LIVIVO-Team beim offiziellen Start des neuen ZB MED-Suchportals LIVIVO am 10.11.2015

Danach sind wir mit voller Kraft in die die Weiterentwicklung eingestiegen: Neue Lizenzmodelle zur überregionalen Nutzung von lokal lizenzierten Inhalten wie E-Books sind integriert worden und das interne Sessionhandling wurde umgestellt, wodurch LIVIVO noch bequemer zu bedienen ist. Intern arbeiten wir an der Entwicklung neuer Features für LIVIVO, wie der Visualisierung von Ergebnissen oder der Weiterentwicklung der semantischen Verarbeitung und der eingebundenen Thesauri. Außerdem laufen Vorbereitungen für die nächsten Usability-Untersuchungen.

In einem Jahr ist viel passiert. Wir finden, der erste Geburtstag von LIVIVO ist wieder ein Grund zum Feiern! Daher veranstalten wir am 19.04.2016 bei ZB MED in Köln einen ganzen Tag mit Informationen, Schulungen und einem Science Slam zum Thema LIVIVO.

Details zum LIVIVO-Tag auf unserer Website
Anmeldeformular zur LIVIVO-Schulung (PDF)

Kommen Sie vorbei und feiern Sie mit uns 🙂