Was uns im März bewegt hat – Aktuelles zu Open Access, Open Science und Digitalisierung

Auf unserem Twitter-Kanal informieren wir über aktuelle Artikel, Blogposts, Podcasts etc., die sich mit Entwicklungen rund um Open Access und Open Science oder allgemein mit der Digitalisierung befassen. Einmal im Monat geben wir Ihnen an dieser Stelle eine Zusammenfassung all der Themen, die uns bewegt haben!

Im März ging es unter anderem um die European Open Science Cloud, Berichte von der Open Science Conference und dem damit verbundenen Barcamp in Berlin und den Geburtstag des World Wide Web!

https://twitter.com/Lambo/status/973303409565630464

 

 

PUBLISSO? – Isso! ZB MED macht sich stark für Open Access

ZB MED gehört seit der ersten Stunde zu den Unterstützern des Open-Access-Gedankens. Die Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen haben wir als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft bereits 2003 anerkannt (1). Unsere Publikationsplattform German Medical Science (2), die wir gemeinsam mit dem DIMDI (Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information) und der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) betreiben, ging bereits 2002 in die Planung. Seitdem haben wir unser Open-Access-Portfolio sukzessive erweitert. Ein wichtiger Schritt folgte im Jahr 2015 mit dem Online-Gang unserer Publikationsplattform PUBLISSO (3). Dort bündeln wir seither alle unsere Open-Access-Aktivitäten. Aktuell hat das BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) einen Drittmittelantrag von uns genehmigt und rund 300.000,-€ für den weiteren Ausbau von Open-Access-Infrastrukturen unter anderem am Fallbeispiel PUBLISSO bereitgestellt (4).

In der Open-Access-Community sind wir natürlich gut vernetzt, nehmen regelmäßig aktiv an Konferenzen teil, richten eigene Workshops und Veranstaltungen gemeinsam mit Kooperationspartnern aus. Allerdings war unser Eindruck, dass bei der Bekanntheit unserer Plattform PUBLISSO bei den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern noch Luft nach oben ist! Zudem hat sich Open Access bei den Forschenden noch nicht in allen lebenswissenschaftlichen Communities so etabliert, wie es wünschenswert ist. Im Herbst 2016 – also ein Jahr nach dem Launch von PUBLISSO – haben wir daher begonnen zu überlegen, wie wir das ändern können. Ergebnis ist eine Kampagne mit dem Ziel, die Aufmerksamkeit der Lebenswissenschaftlerinnen und Lebenswissenschaftler zu wecken, mehr Open-Access-Autorinnen und -Autoren zu gewinnen und insgesamt die Akzeptanz von Open Access zu steigern. In einem ersten Schritt haben wir eine Anzeigenkampagne in wissenschaftlichen Zeitschriften durchgeführt, im nächsten Schritt sind unter anderem gedruckte Postkarten und Social-Media-Aktionen geplant. Da die Anzeigen sowohl im Print- als auch im Online-Bereich auffallen sollen, haben wir uns für Cartoons zu Open-Access-Themen und PUBLISSO-Services entschieden. Die Cartoons kommen von dem Comiczeichner Leo Leowald. Einige davon haben wir schon außerhalb der Anzeigenkampagne verwendet. In der nächsten Zeit posten wir nun nach und nach alle Zeichnungen und sind gespannt auf Ihre Kommentare dazu!

Eine Frau zeigt einem Mann ihr Smartphone. Er fragt: "Publisso?", sie antwortet ihm: "Isso!".

Comic zur ZB MED-Open-Access-Kampagne für PUBLISSO, das Publikationsportal Lebenswissenschaften

Motiv aus der PUBLISSO-Werbekampagne

Evolutionärer Fortschritt: Open Access Publizieren! Motiv aus der PUBLISSO-Werbekampagne.

Im Hintergrund steht ein brennendes Gebäude. Davor ein weinender Wissenschaftler und einen Wissenschaftlerin, die in der einen Hand ein Device hält, an der anderen ein Monster. sie sagt: Laborfreuer? Na und? Den hier konnte ich retten. Und alle Forschungsergebnisse sind online bei PUBLISSO!

Forschungsergebnisse sind bei PUBLISSO nicht nur frei verfügbar, sondern auch feuerfest 😉


(1) Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities. Abgerufen am 02.02.2018
(2)  German Medical Science
(3) PUBLISSO
(4) ZB MED Pressemitteilung: Fördermittel für Open-Access-Infrastrukturen – BMBF unterstützt ZB MED-Projekt

 

Was uns im Februar bewegt hat – Aktuelles zu Open Access, Open Science und Digitalisierung

Auf unserem Twitter-Kanal informieren wir immer wieder über aktuelle Artikel, Blogposts, Podcasts etc., die sich mit Entwicklungen rund um Open Access und Open Science oder allgemein mit der Digitalisierung befassen. Einmal im Monat bekommen Sie in Zukunft an dieser Stelle eine Zusammenfassung all dieser Themen, die uns bewegt haben!

Im Februar ging es unter anderem um Predatory Journals, die digitale Agenda der neuen Bundesregierung und Blockchain.

 

 

One Health – Transdisziplinarität bei ZB MED

Bild

von Eva Seidlmayer und Christoph Poley

Beitrag von ZB MED für die Posterausstellung der AGMB 2017 in Wien

One Health – Transdisziplinarität bei ZB MED

ZB MED  unterstützt disziplinäre und disziplinübergreifende Fragestellungen in Medizin, Umwelt-, Ernährungs- und Agrarwissenschaft und ermöglicht so einen ganzheitlichen Blick auf den Menschen. Das Poster führt in die hinter diesem Ansatz stehenden Konzepte One Health und Transdisziplinarität ein. Zudem stellt es die Services vor, die ZB MED für die transdisziplinäre Forschung in den Lebenswissenschaften bereitstellt.

Das Poster war unser Beitrag zur Posterpräsentation auf der diesjährigen Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Medizinisches Bibliothekswesen e.V., die vom 25. bis 27. September in Wien stattfand. Wir haben damit den zweiten Preis im Posterwettbewerb gewonnen.


Weiterführende Links:
AGMB-Jahrestagung, Wien

Video-Tutorials zu Peer Review

Von Jasmin Schmitz

Wissenschaftliche Artikel durchlaufen in der Regel einen Begutachtungsprozess, im Rahmen dessen über die Publikationswürdigkeit eines Manuskripts entschieden wird. Diese Begutachtung wird auch Peer Review genannt. Peer Review spielt somit für die Qualitätssicherung in der Wissenschaft eine wichtige Rolle. Mit dem Thema sind aber auch eine Reihe von Fragen verknüpft: Wie läuft es ab? Welche Bedeutung hat es für die Wissenschaftskommunikation? Was sind die Probleme?

ZB MED hat hierzu eine Auswahl von Video-Tutorials zusammengestellt, die über die unterschiedlichen Aspekte informieren und die unter anderem in der Open-Access-Publikationsberatung eingesetzt werden:

Auswahl von Video-Tutorials zu Peer Review, die über die unterschiedlichen Aspekte informieren und die unter anderem in der Open-Access-Publikationsberatung eingesetzt werden.

 

Bei der Auflistung oben handelt es sich um einen Auszug einer Zusammenstellung von Video-Tutorials auf der ZB MED Webpräsenz, die über unterschiedliche Themen im Bereich Open Access und Open Data informieren. Die Tabelle wurde kürzlich um aktuelle Videos ergänzt und enthält mittlerweile mehr als 100 Videos. Derzeit ist in Planung, die Tabelle stärker thematisch zu strukturieren, damit Nutzerinnen und Nutzer schneller relevante Videos zur Nachnutzung finden.


Weitere Informationen:

Ausgewählte Video-Tutorials zu Open Access und Open Data auf PUBLISSO
Ursula Arning: Peer Review und Qualitätssicherung bei PUBLISSO gold, der Open-Access-Publikationsplattform von ZB MED. ZB MED-Blog vom 11. September 2017

Peer Review und Qualitätssicherung bei PUBLISSO gold, der Open-Access-Publikationsplattform von ZB MED

Von Ursula Arning (Leiterin Open-Access-Publizieren und -Beraten)

Peer Review bedeutet im spezifischen Kontext wissenschaftlicher Publikationen die Begutachtung von Texten und ihrer Anhänge durch Forschende des entsprechenden Fachgebietes. Diese Begutachtung, das Review, soll die Qualität der zu publizierenden Artikel garantieren und kann in verschiedenen Ausführungen erfolgen.

Es gibt unterschiedliche Varianten des Peer Reviews. Eine ist das Blind Review, das wiederum zwei Spielarten hat: Wenn sowohl die Autorinnen und Autoren als auch die Begutachterinnen und Begutachter keine Kenntnis voneinander haben, spricht man vom Double Blind Review, das heißt beiden Parteien werden gegenseitig keine Namen genannt, so dass weder die Reviewer wissen, wer den Artikel geschrieben hat, noch die Autorinnen und Autoren, wer ihren Artikel begutachtet. Dieses Verfahren soll größtmögliche Objektivität ermöglichen. Beim Single-Blind-Verfahren haben die Gutachterinnen und Gutachter Kenntnis der Autorinnen und Autoren, letztere sehen aber nicht, wer sie begutachtet hat. Die Anonymität ermöglicht den Reviewern, ihre Gutachten frei zu formulieren.

Eine eher neuere Variante, die in der Wissenschaftspublikation zurzeit noch keine ausgeprägte Rolle spielt, ist das Open Review: In dem Fall werden die Texte publiziert und die Gutachten veröffentlicht. In einer weiteren Spielart, kann es den Leserinnen und Lesern ermöglicht werden, die Texte öffentlich zu kommentieren. Dabei kann sowohl Forschenden als auch – je nach Verfahren – interessierten Laien die Kommentarfunktion ermöglicht werden. Die notwendige Moderation der Kommentare bedeutet oft allerdings einen enormen Aufwand für die Herausgeberinnen und Herausgeber oder Autorinnen und Autoren. Andererseits hat es sich in einzelnen Fachdisziplinen wie der Physik bewährt, Forschungserkenntnisse als Pre-Prints zu veröffentlichen und sie später unter Berücksichtigung der Kommentare, also in einer redigierten Form, in Zeitschriften mit einem Peer-Review-Verfahren zu publizieren (1).

ZB MED mit seinen Publikationsplattformen German Medical Science (GMS) und der daraus entwickelten Plattform PUBLISSO gold für die Lebenswissenschaften legt größten Wert auf die Qualitätssicherung seiner Publikationen und arbeitet dabei eng mit den jeweiligen Fachgesellschaften zusammen. Zurzeit ist das Peer Review auf der Basis des Single-Blind-Verfahrens organisiert, d.h. die Gutachterinnen und Gutachter erfahren die Namen der Autorin oder des Autors, ohne selber der Verfasserin bzw. dem Verfasser genannt zu werden. Das Verfahren kann jedoch innerhalb des Systems auf Wunsch der Herausgeber einzelner Zeitschriften auf alle anderen Formen (Double Blind oder Open Peer Review) umgestellt werden.

Der Einreichungs- und Reviewprozess durchläuft bei PUBLISSO unterschiedliche Stadien und Verantwortlichkeiten. Während der Einreichungsprozess und die spätere Publikation größtenteils in den Händen der ZB MED-Redaktion liegen (2), wird das Review der einzelnen Publikationen in Verantwortung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler durchgeführt; bei ZB MED handelt es sich dabei um Mitglieder einzelner Fachgesellschaften. Absprachegemäß bekommen jeweils zwei Wissenschaftlerinnen bzw. Wissenschaftler denselben Artikel zugewiesen. Das folgende Schema veranschaulicht den Prozess:

Review-Prozess bei ZB MED-Publikationsplattform PUBLISSO gold

Während des Reviews entstehen drei Möglichkeiten:

  1. Der Artikel wird abgelehnt; die Autorin / der Autor wird entsprechend benachrichtigt.
  2. Der Artikel wird grundsätzlich akzeptiert, wenn bestimmte Kriterien zur Korrektur erfüllt werden; die Autorin oder der Autor müssen noch einige Korrekturen am Text durchführen und der Beitrag ein zweites Mal das Review durchlaufen.
  3. Der Artikel wird akzeptiert, evtl. werden kleinere Korrekturen vorgeschlagen.

War der Review-Prozess erfolgreich, das heißt Reviewer und Herausgeber haben den Artikel akzeptiert, werden die Artikel wieder an die ZB MED-Redaktion gesendet, die die Artikel mit äußerster Sorgfalt formal redigiert, Referenzen überprüft, Artikel zur Publikation vorbereitet und die abschließende Einverständniserklärung des Autors bzw. der Autorin zur Publikation einholt. Eine Qualitätssicherung bei PUBLISSO erfolgt damit also auf mehreren Ebenen.


(1) Zu den verschiedenen Review-Verfahren und ihren Auswirkungen bzw. möglichen Kritikpunkten vgl. auch PUBLISSO FAQ zum Peer Review.

(2) Es gibt drei unterschiedliche Servicestufen und damit Preismodelle bei ZB MED. Während in der einfachsten und kostengünstigsten Variante die Herausgeber die Einreichung und das Review selber organisieren, übernimmt die ZB MED-Redaktion im zweiten Modell die Einreichung und organisiert in der dritten Stufe zusätzlich den Review-Prozess mit den eventuell anfallenden Erinnerungen und Mahnungen. Inhaltlich liegt die Verantwortung des Reviews und damit der Qualitätssicherung in allen drei Varianten bei den Fachgesellschaften.

Ein Bibliothekar im Archiv – geht das?

Praktikumsbericht eines Auszubildenden bei ZB MED

ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften bietet die Ausbildung zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (kurz „FAMI“) mit der Fachrichtung Bibliothek an. Da sich der Ausbildungsberuf in die fünf Fachrichtungen Archiv, Bibliothek, Bildagentur, Information und Dokumentation sowie medizinische Dokumentation gliedert, werden während der Ausbildung Praktika in allen Fachrichtungen durchgeführt. Sie bieten wertvolle praktische Erfahrungen für den späteren Beruf. Außerdem dienen sie als Vorbereitung für die Zwischenprüfung, in der Fragen zu allen Fachrichtungen gestellt werden.

Mein FAMI-Praktikum im Archiv

Eine solche wertvolle Praxis-Erfahrung habe ich mit meinem Praktikum im Archiv des Rhein-Sieg-Kreises in Siegburg gemacht. Das war das erste Mal überhaupt, dass ich in einem Archiv war.
Ich hatte einige Monate vorher eine Bewerbung geschrieben und prompt die erfreuliche Zusage bekommen. Mein Praktikum dauerte dreieinhalb Wochen.

Das Praktikum

Nun war ich dort angekommen und wurde nach dem Kennenlernen meiner freundlichen Kolleginnen und Kollegen und einer Führung durch das Archiv ins Tiefmagazin gebracht, wo sich die ältesten Unterlagen des Rhein-Sieg-Kreises befinden. Manche sind so alt, dass sie noch aus der Preußenzeit stammen.

Noch am ersten Tag begann ich damit, mehrere graue Archivkartons zu leeren und die Unterlagen umzulagern. Mein erster Gedanke war, wieso ich keine Schürze mitgebracht hatte. Denn es war wirklich sehr staubig im Keller. Ich garantiere, dass jeder, der in einem Archiv arbeitet, jeden Tag neue Kleidung tragen muss, sofern er nur das Tiefmagazin betritt. Kein Wunder, denn die Unterlagen lagern dort schon seit Jahrzehnten, wenn nicht gar Jahrhunderten.

In den oberen Räumen sah es allerdings ganz anders aus. Hier arbeiteten die Kolleginnen und Kollegen die meiste Zeit in ihren Büros.

Blick in den Lesesaal des Archivs mit Bücherregalen und Tischen

Lesesaal im Erdgeschoss (Quelle: Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Bildsammlung)

Blick auf die Bücherregalen im Lesesaal

Bücherregale im Lesesaal (Quelle: Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Bildsammlung)

Das Archiv

Das Archiv des Rhein-Sieg-Kreises ist von der Größe eines durchschnittlichen Stadtarchivs weit entfernt, denn es sammelt über die eigenen Grenzen hinweg Unterlagen und Akten. Aber das machte mir nichts aus, denn je größer das Archiv war, desto abwechslungsreicher war es.

Blick in Regalreihen im Tiefmagazin mit zahlreichen Kartons

Tiefmagazin mit den ältesten Unterlagen (Quelle: Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Bildsammlung)

Regalreihen im Tiefmagazin

Tiefmagazin mit Unterlagen aus den letzten Jahrhunderten (Quelle: Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Bildsammlung)

Es gibt eine Aufbewahrungsfrist: Alle Unterlagen müssen zunächst 20 Jahre in einem Zwischenarchiv (es befindet sich im Tiefmagazin) aufbewahrt werden. Danach entscheidet das Archiv, welche Unterlagen vernichtet werden können. Schließlich muss das Archiv nur historisch bedeutende Unterlagen aufbewahren. In der Regel werden 90–95 % der Unterlagen aussortiert, was noch mehr Staub für mich bedeutete.

Neben dem Aussortieren habe ich im Laufe der nächsten Wochen weitere Arbeiten durchgeführt:

⦁ Erschließen von Verdienstordensakten des Landes und des Bundes mithilfe der Verzeichnissoftware AUGIAS sowie fachgerechtes Umbetten der Akten in archivspezifisches Verpackungsmaterial
⦁ Kennenlernen der Aufgaben eines Kommunalarchives auf der Grundlage des Archivgesetzes NRW
⦁ Ausheben und Reponieren von Akten von verschiedenen Ämtern und Abteilungen im Zwischenarchiv des Rhein-Sieg-Kreises

Mein Fazit zu den Unterschieden zwischen Bibliothek und Archiv

Wenn man bisher in einer Bibliothek gearbeitet hat und nun Erfahrungen im Archiv sammelt, stellt man fest, dass es viele Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede gibt: Die Ordnung, Aufbewahrung und Pflege der Bestände ist in beiden Fachrichtungen ein absolutes Muss. Wer auf Ordnung, aber nicht so auf Staub steht, sollte meiner Meinung nach eher in einer Bibliothek arbeiten. Wer beides mag, ist im Archiv genauso zu Hause 😉

Ich persönlich möchte lieber in einer Bibliothek arbeiten, weil es dort deutlicher mehr Kontakt mit Kundinnen und Kunden gibt. Im Archiv hat man stattdessen mehr “Ruhe“. Für diejenigen, die Ruhe lieben ist es hingegen ein Bonus und ein Privileg einen Arbeitsplatz im Archiv zu haben.

Wir sind muTiger!

Von Sarah Matthews und Kathrin Hofmann

Nicht nur im Alltag wird man manchmal Zeuge von Situationen, die Zivilcourage fordern. Auch im Berufsleben ist es sehr hilfreich zu wissen, wie man im besten Interesse für sich selbst und andere diese Lagen meistert. Beispielsweise, um brenzlige Situationen schnellstmöglich zu entschärfen. Daher fand am 28. Juni bei ZB MED eine Fortbildung zum Thema „Zivilcourage“ statt, an der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Benutzungsbereich teilgenommen haben. Ein Kursleiter und eine Kursleiterin der muTiger-Stiftung aus Gelsenkirchen haben den Tag geleitet und gestaltet. Anhand von praktischen aber auch theoretischen Beispielen haben sie uns Zivilcourage und mögliche Reaktionen näher gebracht.

Zu Beginn der Fortbildung zeigte die Kursleiterin einen Kurzfilm mit einer nachgestellten Mobbingszene in einer U-Bahn. Sie stellte die Frage, welche Handlungs- und Hilfestellungen denkbar sind: Wie würden Sie reagieren, wenn eine einzelne Person von mehreren Personen bedrängt und belästigt werden würde? Wie würden Sie in einer solchen Situation handeln? Welche Handlungsmöglichkeiten gibt es?

Zwei praxisnahe Liveszenarien, bei denen eine kritische Situation im Bus nachgespielt und ein Gang durch eine dunkle Gasse simuliert wurde, brachten Spaß und förderten den notwendigen Mut, sich in den entsprechenden Situationen richtig zu verhalten. Sie weckten Erinnerungen zu Situationen, die man selbst schon erlebt hat und bei denen man selbst Hilfe benötigt hätte bzw. Hilfe geleistet wurde. Wir nehmen von dem Tag die Erkenntnis mit, dass man nichts falsch machen kann, wenn man sich auf sein Bauchgefühl verlässt. Brenzlige Situationen muss man nicht alleine meistern. Frei nach dem Motto „gemeinsam sind wir stark“ sollten stets weitere Personen zur Mithilfe aufgefordert werden und natürlich die entsprechenden Notrufnummern bzw. -geräte in öffentlichen Verkehrsmitteln genutzt werden.

Gelernt haben wir:

  • Selbstbehauptung und Antiopfersignale
  • Wirksames Gefahrenradar
  • Aufforderung Anderer zur Mithilfe
  • Vermeidung von Täterkontakt
  • Absetzen eines Notrufs mit den fünf W-Fragen
  • Rechtliche Rahmenbedingungen

Wer gerne mehr über die muTiger-Stiftung erfahren möchte, kann sich auf ihrer Website umfangreich zum Angebot informieren.

Rückblick: ZB MED auf dem Bibliothekartag

Der Deutsche Bibliothekartag ist für ZB MED alljährlich ein wichtiges Forum, denn dort trifft sich die gesamte Fachcommunity. Bestehende Partnerschaften werden gepflegt, möglicherweise bahnen sich neue Kooperationen an. Außerdem zählen Bibliotheken zu den Kunden von ZB MED, denen wir unsere Dienstleistungen gerne zur Verfügung stellen.

So haben wir auch unser Engagement auf dem diesjährigen Bibliothekartag verstanden, der vom 30. Mai bis zum 2. Juni in Frankfurt am Main stattfand. In verschiedenen Veranstaltungen haben wir mit Anderen diskutiert und Informationen geteilt.

Am 31. Mai fand der Workshop „Open-Access-Beratung konkret: Welche Tools kann ich nutzen? Wie halte ich mich auf dem Laufenden?“ mit Dr. Jasmin Schmitz und Dr. Ursula Arning aus dem PUBLISSO-Team statt. Mehr als 100 Teilnehmende diskutierten sehr angeregt über Praxisfragen wie:

  • „Wie wird mit rechtlichen Fragen umgegangen?“,
  • „Wie bewerte ich Zeitschriften, die nicht im DOAJ gelistet sind?“ oder
  • „Wie vermittle ich den Forschenden, dass sie ihre Publikationen nicht auf Research Gate einstellen, sondern das institutionelle Repositorium nutzen?“

Fragen und Diskussionspunkte wurden dokumentiert und sind nun – wie auch die Präsentation – online abrufbar (1). Die Dokumentation verdeutlicht, wie vielschichtig der Alltag von Open-Access-Verantwortlichen ist!

Im Rahmen der PUBLISSO Open-Access-Publikationsberatung bietet ZB MED regelmäßig solche und ähnliche Workshops für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren an, die zum Ziel haben, Open-Access-Verantwortliche zu vernetzen und gleichzeitig im Sinne eines Train-the-Trainer-Ansatzes zu deren Kompetenzerweiterung beizutragen (2).

Ein zweiter Workshop von ZB MED fand ebenfalls am 31. Mai statt: „Open-Access-Publikationsangebot am Beispiel des Portals PUBLISSO von ZB MED“. Im Mittelpunkt stand das Content Management System Drupal, das dem ZB MED-Publikationsportal PUBLISSO als technische Grundlage dient und beispielsweise für die Publikation im Bereich „Plattform gold“ sowie für das Fachrepositorium Lebenswissenschaften eingesetzt wird. Die Wahl fiel auf Drupal, da es Funktionen anbietet, die speziell für die Publikation wissenschaftlicher Texte benötigt werden. Dr. Ursula Arning, Leiterin des ZB MED-Programmbereichs Open-Access-Publizieren und -Beraten, stellte zunächst PUBLISSO mit seinen verschiedenen Komponenten vor und gab eine Einführung in Drupal. Danach wurden die Teilnehmenden des Workshops aktiv und testeten Drupal live vor Ort.

In einer Diskussionsrunde war dann die Meinung der Teilnehmenden gefragt. Gemeinsam wurden Wünsche und Ideen entwickelt, welche zusätzlichen Tools für wissenschaftliches Publizieren wünschenswert und notwendig sind. So wurden beispielsweise die Möglichkeit der Mehrsprachigkeit und des kollaborativen Schreibens genannt. Die Workshop-Dokumentation ist ebenfalls inzwischen online (3).

Das Management von Forschungsdaten ist ein Thema, welches viele Wissenschaftseinrichtungen derzeit beschäftigt. Auf dem Bibliothekartag wurden verschiedene Sessions dazu angeboten. Birte Lindstädt, ebenfalls aus dem PUBLISSO-Team, hat im Rahmen einer praxisorientierten Session einen Vortrag zum Thema der Publikation lebenswissenschaftlicher Forschungsdaten gehalten. Unter anderem hat sie verschiedene Publikationswege vorgestellt, so zum Beispiel das Fachrepositorium Lebenswissenschaften von ZB MED. Auch dieser Vortrag ist nun online verfügbar (4).

Bereits zum zweiten Mal gab es beim Bibliothekartag die Möglichkeit, nicht nur analoge Poster in einer Ausstellung zu präsentieren, sondern auch kurze Videoclips, die ein fachlich relevantes Thema behandeln. ZB MED hat zwei Filme – beides Video-Tutorials – erfolgreich eingereicht:

  • „Wege zur Finanzierung der Open-Access-Publikationsgebühren“ (5)
  • „Recherchieren mit LIVIVO – ZB MED-Suchportal für Lebenswissenschaften“ (6)
Open Access Bibliothekartag Coffee Lecture

Coffee Lecture zur Open-Access-Publikationsberatung mit Dr. Jasmin Schmitz

Neben all diesen Punkten im Programm hat sich ZB MED in diesem Jahr erstmalig am Gemeinschaftsstand der Deutschen Gesellschaft für Information und Wissen (DGI) beteiligt, um uns und unsere Services vorzustellen. Besonderes Highlight waren an zwei Tagen verschiedene Coffee Lectures, bei denen unsere Expertinnen über Open-Access-Themen informiert und unser Rechercheportal LIVIVO vorgestellt haben. Diese Präsentationen können wir Ihnen nicht online zur Verfügung stellen, denn wir haben uns für ein etwas anderes Konzept entschieden. Die Kurzvorträge bei einer Tasse Kaffee wurden mittels Flip-Chart präsentiert. Die Kolleginnen haben dafür mit viel Kreativität ihre Charts von Hand gemalt!

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Weiterführende Links:
(1) Workshop-Präsentation und -Dokumentation „Open-Access-Beratung konkret: Welche Tools kann ich nutzen? Wie halte ich mich auf dem Laufenden?“
(2) Informationen zum PUBLISSO-Workshopangebot 
(3) Workshop-Präsentation und -Dokumentation „Open-Access-Publikationsangebot am Beispiel des Portals PUBLISSO von ZB MED“
(4) Präsentation des Vortrags „Publikation von Forschungsdaten in den Lebenswissenschaften: Fachrepositorium Lebenswissenschaften“
(5) Video-Tutorial: „Wege zur Finanzierung der Open-Access-Publikationsgebühren“
(6) Video-Tutorial: „Recherchieren mit LIVIVO – ZB MED-Suchportal für Lebenswissenschaften“

Videotutorial zu den “Finanzierungsmöglichkeiten von Open Access Publikationen” fertiggestellt

Von Jasmin Schmitz (Open-Access-Publikationsberatung) und
Bettina Kullmer (Informationskompetenz)

Als Orientierungshilfe hat ZB MED 2016 eine Übersicht an freien, thematischen Videotutorials in Deutsch und Englisch als Tabelle zusammengestellt und verlinkt. Bei der Analyse zeigte sich, dass eine Übersicht über die zahlreichen Finanzierungsmöglichkeiten für Open-Access-Publikationsgebühren fehlte. Im Rahmen eines Semesterpraktikums, das eine Studentin der Bibliothekswissenschaft der TH Köln bei ZB MED absolvierte, konnte diese Lücke geschlossen werden. So erarbeitete sie gemäß dem internen Konzept ein persona-basiertes Storyboard  und setzte es selbst mit der Software Animatron um. Das fertige Tutorial – in einer deutschen und englischen Version – ist nun online auf YouTube verfügbar. Eine zitierfähige Version ist jeweils im Fachrepositorium Lebenswissenschaften hinterlegt. Das Tutorial ist über eine Creative Commons Lizenz CC-BY-ND 4.0 nachnutzbar.

Viel Vergnügen beim Anschauen!

 


Weiterführende Links:

Videotutorials zu Open Access und Open Data (ZB MED Blog-Beitrag vom 7.2.2017)
Komplexes einfach visualisiert: Video-Tutorials von ZB MED (ZB MED Blog-Beitrag vom 13.6.2016)