ELN-Filter hilft bei der Auswahl von ELNs für die Lebenswissenschaften – neuer Service von PUBLISSO

von Beatrix Adam und Birte Lindstädt

In Ergänzung zum ELN-Wegweiser, der für das nötige Hintergrundwissen zum Thema Auswahl und Einführung eines Elektronischen Laborbuchs sorgt, stellt PUBLISSO den ELN-Filter im Excel-Format zum Download zur Verfügung. Es handelt sich dabei um fünfzehn Tools, die anhand folgender Fragestellungen ausgewählt wurden:

  • Ist das Tool auf die Lebenswissenschaften zugeschnitten oder kann es entsprechend konfiguriert werden?
  • Kann mit einer ausreichenden Stabilität im Hinblick auf Marktpräsenz und Weiterentwicklung gerechnet werden?
    • Hat das Tool bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt?
    • Existieren Veröffentlichungen zu seinem Einsatz?
  • Ist das Tool für die Einbindung in ein Forschungsdatenmanagement geeignet?

Eine Abfrage für die ELN-Auswahl maßgeblicher Kriterien fand Ende 2019 bei den Anbietern statt. Die Ergebnisse wurden in mehreren Tabellenblättern aufbereitet und analysiert.

Tabellenblatt Filterung nach Kriterien
In 18 Kategorien, von Bereitstellungsmodell bis Workflows, stehen circa 150 Kriterien zur Verfügung. Dabei kann, wenn nötig, eine bessere Übersichtlichkeit erzielt werden, indem für die eigene Auswahl nicht relevante Kriterien/Kategorien ausgeblendet oder gelöscht werden.

Tabellenblatt Filterung nach Kategorien

Abb.1: Auszug aus dem Tabellenblatt „Filterung nach Kategorien“

Das Tabellenblatt Erläuterungen zu den Kategorien enthält Informationen, die die Einschätzung ihrer Relevanz für die Nutzenden erleichtern sollen und enthalten wo nötig weitere Erläuterungen. So wurde zum Beispiel vorausgesetzt, dass alle Produkte einen Text- und Tabelleneditor haben, sodass dieses Merkmal nicht als Kriterium in der Kategorie Dateneingabe auftaucht.

Tabellenblatt Erfüllungsgrad der ELN-Tools
Das Datenblatt stellt dar, wie viele der abgefragten Merkmale die einzelnen Produkte aufweisen. Dabei kann der Erfüllungsgrad pro Kriterium, pro Kategorie und insgesamt betrachtet werden.

Auszug Tabellenblatt Erfüllungsgrad der ELN-Tools

Abb.2: Erläuterung des Tabellenblatt „Erfüllungsgrad der ELN-Tools“

Schließlich bietet das Tabellenblatt Übersicht ELN-Tools Links zur Webseite des jeweiligen Angebots und zur Nutzung im akademischen Rahmen. Ergänzend werden Referenzen aufgelistet und zu Praxisbeispielen verlinkt. Preismodelle für die akademische Nutzung sowie Informationen der Anbieter zur Nutzung der Tools im akademischen Bereich finden sich in weiteren Spalten.

Die entwickelte Tabelle stellt lediglich einen Auszug aus dem vielfältigen Angebot an kommerziellen sowie Open-Source-Tools dar. Die hohe Dynamik, mit der sich der Markt entwickelt, erschwert die Zusammenstellung von Informationen, die für einen längeren Zeitraum verlässlich sind. Die Anbieter entwickeln ihre Produkte weiter und ergänzen häufig nachgefragte Features. Daher kann es sich zum Beispiel lohnen, ein Produkt, das aufgrund der Usability favorisiert wird, aber nicht alle Kriterien erfüllt, nochmals eingehend zu prüfen. Viele Anbieter sind auch bereit, auf Kundenwünsche zu reagieren und Funktionen zu entwickeln, wenn die Anforderung für die akademische Landschaft insgesamt von Nutzen ist. Bei Open-Source-Produkten kann man selbst aktiv an der Entwicklungscommunity teilnehmen oder spezielle Lösungen für die eigene Institution entwickeln.

Haben Sie Fragen? Brauchen Sie weitere Informationen? Gerne beraten wir Sie hinsichtlich der Auswahl und Einführung eines Elektronischen Laborbuchs.

Kontakt: forschungsdaten@zbmed.de

Weiterführende Links:

Zum Download-Link des ELN-Filters

Informationen zu ELNs auf der PUBLISSO Website: https://www.publisso.de/forschungsdatenmanagement/fd-dokumentieren/

PUBLISSO Website zum Forschungsdatenmanagement: https://www.publisso.de/forschungsdatenmanagement/

 

ZB MED Wegweiser zu Elektronischen Laborbüchern in aktualisierter und erweiterter Fassung

von Beatrix Adam und Birte Lindstädt

Das Thema Elektronische Laborbücher (Electronic Lab Notebook ELN) gewinnt in der deutschen und internationalen Forschungslandschaft zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Forschungseinrichtungen nutzen die Vorteile eines ELN. Im Videopodcast Nachgefragt erklärt Birte Lindstädt, Leitung Forschungsdatenmanagement bei ZB MED, welche Vorteile die Einführung eines ELN hat, worauf zu achten ist und warum die gute wissenschaftliche Praxis und Elektronische Laborbücher Hand in Hand gehen:

Erfahrungen mit Elektronischen Laborbüchern

Dort, wo es bereits eingeführt wurde, stellen sich Herausforderungen hinsichtlich des Monitoring und der Integration des ELN in das Forschungsdatenmanagement (FDM). In Einrichtungen, in denen das ELN der Initialfunke zur Etablierung eines FDM war, werden im Anschluss an seine Einführung unter anderem Lösungen zur zentralen Datenspeicherung, zur Langzeitarchivierung und zur Verknüpfung mit einem Repositorium, aufgebaut.

Daneben rücken auch rechtliche Rahmenbedingungen in den Fokus, wie zum Beispiel die Einbeziehung des Personalrats bei der Einführung. Je nach Bundesland gibt es unterschiedliche gesetzliche Regelungen in welcher Form der Personalrat einzubeziehen ist.

Titelseite ELN-Wegweiser zweite AuflageParallel dazu zeigt sich der Markt für Elektronische Laborbücher sehr dynamisch: die Anbieter bauen ihre Produkte aus und gehen Allianzen ein, um den wachsenden Anforderungen, beispielsweise hinsichtlich Usability, Features, Konnektivität, Beweissicherheit, gerecht zu werden.

Vor diesem Hintergrund ist die zweite aktualisierte und erweiterte Fassung des ELN-Wegweisers in neuem Layout erschienen.

Die Neuerungen im Überblick:

Neues Kapitel: Rechtliche Rahmenbedingungen Infobox zu rechtlichen Rahmenbedingungen für ELN

In einem neuen Kapitel wird die Einbeziehung des Personalrats bei der Einführung eines ELN behandelt. Neben Hintergrundinformationen zur Gesetzgebung werden praktische Tipps zur Umsetzung und Planung an die Hand gegeben.

Eine dazu gehörige Infobox enthält Links zu weiteren Informationen.

Neue Best-Practice-Beispiele

Wir freuen uns, dass wir weitere Interviewpartner gewinnen konnten, die die Einführung eines ELN an ihrer Einrichtung maßgeblich mitgestaltet haben:

  • Universität und Universitätsklinikum zu Köln – lizensiertes Produkt: eLabJournal
  • Leibniz-Institut für Alternsforschung, Jena – lizensiertes Produkt: RSpace

Alle Fallbeispiele in der Übersicht:

Alle Fallbeispiele zur Einführung von ELNs auf einen Bilck

 

Infoboxen mit aktualisierten und neuen Links

  • Umstieg vom Papierlaborbuch zum ELN/Einführung in das Thema ELN
  • Das ELN als Baustein im Lebenszyklus von Forschungsdaten
  • Literatur zu Best-Practice-Beispielen
  • Ausschreibungen für ELNs können Impulse geben

Infoboxen zu Einführung und Ausschreibung zu ELNs

Gerne treten wir in einen Dialog mit Ihnen sowohl zum ELN-Wegweiser als auch zum Thema insgesamt. Auch wenn Sie weiteren Beratungsbedarf haben, stehen wir gerne zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare und Fragen hier im Blog oder per E-Mail: forschungsdaten@zbmed.de.

Weiterführende Links:

Zum Inhaltsverzeichnis und Download des ELN-Wegweisers:
https://www.publisso.de/forschungsdatenmanagement/fd-dokumentieren/eln-wegweiser/

Informationen zu ELNs auf der PUBLISSO Website: https://www.publisso.de/forschungsdatenmanagement/fd-dokumentieren/

PUBLISSO Website zum Forschungsdatenmanagement: https://www.publisso.de/forschungsdatenmanagement/

Das nehmen wir aber jetzt persönlich! – Analyse von SPAM-Mails von Zeitschriften und Konferenzen

Von Julia Bartlewski und Jasmin Schmitz

Einleitung: Warum sind SPAM-Mails ein Problem?

Wenn Betreibende von Zeitschriften und Organisator*innen von Konferenzen massenhaft E-Mails versenden, um Einreichungen einzuwerben oder um zur Mitarbeit als Herausgebende oder Begutachtende aufzufordern, dann handelt es sich möglicherweise um Predatory Journals und Predatory Conferences. Predatory Journals sind Open-Access-Zeitschriften, die Publikationsgebühren verlangen, aber keine verlegerische und/oder redaktionelle Leistung anbieten. Das „Geschäftsmodell“ wird mittlerweile auch auf Konferenzen übertragen. Hier geht es dann um die betrügerische Einnahme von Konferenzgebühren, die Konferenz findet entweder nicht statt oder in einem Rahmen, der einen fruchtbaren wissenschaftlichen Austausch unmöglich macht. Auch hier werden Beiträge meist nicht hinreichend begutachtet.
Wichtig mit Blick auf die Zeitschriften zu wissen: Das Gros der Open-Access-Zeitschriften ist seriös und wendet die in der jeweiligen Disziplin üblichen Qualitätssicherungsmaßnahmen (Peer Review) an. Daneben gibt es auch noch einen nicht quantifizierbaren Graubereich von Zeitschriften, die seriöse Absichten haben, die aber die Publikationsstandards nicht oder noch nicht erfüllen. Um diese nicht zu diskriminieren, bietet sich das Prüfen anhand eines Kriterienkatalogs an.

Analyse des E-Mailsaufkommens

Auch die PUBLISSO Publikationsberatung und andere nicht-wissenschaftliche Bereiche von ZB MED erhalten regelmäßig solche SPAM E-Mails, was umso verwunderlicher ist, da man hier eher punktuell im Rahmen von kleineren Projekten wissenschaftlich tätig ist und deshalb weniger publiziert als in den ZB MED Forschungsprojekten. Zwar ist die Zahl deutlich kleiner als bei Forschenden – manche berichten von mehr als 1.800 E-Mails in zwei Jahren[1]. Das hat umso mehr die Neugierde geweckt, zu analysieren, wie die, die die SPAM-Mails-versenden, Mailadressen auswählen und welche inhaltlichen Auffälligkeiten es gibt.

Hierzu wurden die E-Mails von Zeitschriften und Konferenzen, die im Zeitraum Januar 2019 bis Juni 2020 an die Mailadressen publikationsberatung [at] zbmed [punkt] de und an die persönliche Adresse der Abteilungsleitung für die Publikationsberatung schmitz [at] zbmed [punkt] de versendet wurden, systematisch erfasst. Ebenfalls in die Analyse eingeflossen sind E-Mails, die an die persönliche E-Mailadresse der PUBLISSO Programmbereichsleitung arning [at] zbmed [punkt] de geschickt wurden oder von anderen Bereichen stammten (z.B. Pressestelle/ Marketing, allgemeine Mailadresse für das Suchportal LIVIVO und für das Infocenter) und zwecks Überprüfung/ Konsultation an die Publikationsberatung weitergeleitet wurden. Diese wurden nicht systematisch gesammelt, so dass sich auch Lücken ergeben können.

Insgesamt wurden 124 E-Mails gesammelt.

Grafische Abbildung über die Verteilung der gesammelten E-Mails

Abbildung 1: Zeitliche Verteilung der gesammelten E-Mailsim Untersuchungszeitraum (Januar 2019 bis Juni 2020)
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Es zeigt sich, dass mehr E-Mails zu Zeitschriften (n=85) als zu Konferenzen (n=39) versendet wurden. Abbildung 2 zeigt das E-Mail-Aufkommen sortiert nach Mailkonten.

Grafische Abbildung über Verteilung der E-Mails nach Empfänger

Abbildung 2: Verteilung auf unterschiedliche E-Mailkonten
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Es zeigt sich, dass im Januar, Mai und im Hochsommer derartige SPAM-E-Mails Konjunktur haben. Deutlich zu sehen ist auch die Abnahme an SPAM-Mails mit Beginn der COVID-19-Krise: Während im Januar 2020 noch 13 E-Mails eingegangen sind, lässt mit Februar – also mit Beginn der Diskussion um die Notwendigkeit von Reisebeschränkungen und möglichen Lock-Downs – das Aufkommen deutlich nach. Obwohl nach Juni 2020 das Sammeln eingestellt wurde, lässt sich aus dem subjektiven Eindruck heraus feststellen, dass auch bislang nicht das Niveau von 2019 erreicht wurde. Insbesondere das Versenden von Einladungen zu Konferenzen wurde weitestgehend eingestellt. Seit den Berichten über Erfolge bei der Impfstoffentwicklung Ende Oktober/ Anfang November 2020 nehmen die Anfragen allerdings wieder zu.

Analyse der Mailinhalte

Acht (7%) der E-Mails (drei von Zeitschriften und fünf zu Konferenzen) sind im SPAM-Filter des E-Mailservers gelandet und wurden aus Sicherheitsgründen nicht komplett zugestellt. Wegen fehlender Informationen wurden diese aus der inhaltlichen Analyse ausgeklammert. In die inhaltliche Analyse sind somit 116 E-Mails eingeflossen. Es wurden zwischen den E-Mail-Konten keine nennenswerten Unterschiede festgestellt, weshalb die E-Mails gemeinsam analysiert wurden.

Anrede

Mehr als ein Drittel der E-Mails (n=44; 38%) verzichtet auf eine Anrede oder verwendet eher ein unpersönliche Art der Ansprache wie „Dear Researchers/ Colleagues/ Authors“ o.ä., „Hello/Hi“; „Dear Sir/Madam“. Ebenfalls 38% (n=45) der E-Mails nehmen direkt Bezug auf Publikationen in bibliothekarischen Fachzeitschriften wie Information – Wissenschaft & Praxis, BIBLIOTHEK – Forschung und Praxis oder ZEITSCHRIFT FÜR BIBLIOTHEKSWESEN UND BIBLIOGRAPHIE und kopieren den Namen (einschließlich die der Ko-Autor*innen – falls vorhanden) auch direkt aus den Autor*inneninformationen des jeweiligen Artikels und setzen lediglich ein „Dear“ davor.  Ersichtlich wird dies, da Vornamen und Nachnamen vertauscht und durch ein Komma getrennt werden. Hieran wird deutlich, woher die Versender ihre Adressat*innen-Liste erhalten: Offenbar werden gezielt Zeitschriftenseiten durchforstet. Offensichtlich geschieht das automatisch, weil man bei einer intellektuellen Ermittlung erwarten würde, dass zumindest Vor- und Nachname in die richtige Reihenfolge gebracht werden. Interessanterweise werden hier wohl Seiten großer Verlage bevorzugt, weil ein Teil der Adressat*innen auch regelmäßig für Zeitschriften kleinerer Verlage schreibt, auf deren Artikel nicht Bezug genommen wird. 22% (n=25) wählen eine Anrede mit einer Kombination aus „Dear“ mit (Titel), Vornamen und Nachnamen: Hier liegt die Vermutung nahe, dass akademische Webseiten bzw. unsere institutionelle Website automatisch nach Namen und E-Mailadressen abgesucht werden.

E-Mails von Verlagen oder Einzelzeitschriften?

Analysiert wurde, ob die 82 E-Mails zu den Zeitschriften im Namen eines Verlages/einer Fachgesellschaft o.ä. versendet wurden. Hier stechen insbesondere zwei Institutionen hervor: Zum einen die „American Association for Science and Technology (AASCIT)“ mit 13 E-Mails (16%), die ausschließlich für Einreichungen bei der Zeitschrift „American Journal of Computation, Communication and Control“ wirbt und der Verlag „Science Publishing Group“, der mit insgesamt 32 E-Mails (39%) zu den Spitzenreitern an E-Mail-Versendern im Untersuchungsset gehört. Dieser wirbt insbesondere für Einreichungen für die Zeitschrift „American Journal of Information Science and Technology (AJIST)“ (14 E-Mails) und „Science Journal of Business and Management“ (17 E-Mails). Lediglich eine E-Mail wirbt für eine Einreichung beim „International Journal of Economics, Finance and Management Sciences“. Bei den Aktivitäten beider Verlage droht Verwechslungsgefahr. American Association for Science and Technology (AASCIT) aus unserem Untersuchungsset hat eine starke Ähnlichkeit mit der im Bereich Informationswissenschaft international sehr renommierten „The Association for Information Science and Technology (kurz: ASIS&T)“. Die vom Verlag „Science Publishing Group“ beworbene Zeitschrift „American Journal of Information Science and Technology (AJIST)“ weist wiederum vom Titel her starke Ähnlichkeiten mit der ASIS&T-Zeitschrift „The Journal of the Association for Information Science and Technology (abgekürzt: JASIST)“ auf. Alle übrigen 37 (45%) E-Mails verteilen sich auf Verlage, die lediglich maximal zwei bis drei E-Mails versendet haben oder bei denen die Zugehörigkeit der Zeitschrift nicht auf Anhieb ermittelbar ist.

Inhaltliche Analyse der E-Mails zu Zeitschriften

80 E-Mails zu Zeitschriften verteilen sich insgesamt auf 30 Zeitschriftentitel. Zwei weitere E-Mails wurden aus der Analyse ausgeschlossen, weil diese das komplette Zeitschriften-Portfolio bewerben. Bis auf wenige Zeitschriften, deren Betreibende häufiger um Einreichungen und Zusammenarbeit werben (siehe Analyse oben), haben 21 (26%) der Zeitschriften bzw. deren Betreibende nur eine E-Mail geschickt, für fünf der Zeitschriften wurden zwei oder drei E-Mails versendet (und auch immer an dasselbe E-Mail-Konto), lediglich für eine Zeitschrift wurden vier E-Mails verschickt und dabei auch unterschiedliche E-Mailkonten angeschrieben.

Grafische Abbildung über Verteilung der E-Mails nach Zeitschriftentitel

Abbildung 3: Verteilung des E-Mail-Aufkommens auf die Zeitschriften
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Des Weiteren fällt bei der Sichtung der E-Mails auf, dass der inhaltliche Zuschnitt der Zeitschriften eher breit ausfällt bzw. der fachliche Bezug zu der Arbeit der Adressat*innen nicht gegeben ist. Lediglich bei zwei Zeitschriften stimmt die fachliche Ausrichtung: DESIDOC Journal of Library and Information Technology (DRDO) und ITlib.Information Technologies and Libraries.

Auf eine endgültige Bewertung, ob die Zeitschriften tatsächlich Predatory Journals sind oder eher einem Graubereich zuzuordnen sind und somit über redliche Absichten verfügen, aber die gängigen Publikationsstandards noch nicht umgesetzt haben, wird verzichtet, weil aufgrund der fehlenden inhaltlichen Passfähigkeit ohnehin von einer Publikation dort unsererseits Abstand genommen wird. Dennoch werden einige wenige Kriterien abgeprüft und dokumentiert, um einen groben Eindruck zu erhalten. Für einige Angaben wurden die Websites der Zeitschriften konsultiert. Recherchen auf den Zeitschriften-Websites wurden im Juli und August 2020 durchgeführt.

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass keine der Zeitschriften im Directory of Open Access Journals gelistet ist. Lediglich eine Zeitschrift behauptet, dort gelistet zu sein, die Angabe konnte aber nicht verifiziert werden. Bei noch jungen Zeitschriften ist es nicht verwunderlich, dass diese dort noch nicht gelistet sind. Das Aufnahmeverfahren braucht eine gewisse Zeit, so dass dies nicht als alleiniges Kriterium zur Bewertung von Zeitschriften herangezogen werden sollte. Dennoch ist das häufig ein wichtiges Kriterium für die Zeitschriftenbewertung, insbesondere um Publikationsgebühren finanziert zu bekommen. Allerdings wurden unsere Recherchen bei vielen der Zeitschriften einige Zeit nach Eingang der E-Mails durchgeführt, so dass doch verwunderlich ist, dass bis dato keine einzige Zeitschrift verzeichnet ist.

Was die Angaben zum Peer-Review-Verfahren angeht, so sind bei den meisten Zeitschriften Informationen dazu vorhanden, bei mehr als der Hälfe der Zeitschriften wird aber entweder das Verfahren nicht genau ausgeführt oder die Angaben sind sehr vage. Die fehlende Transparenz hier ist deshalb ein Problem, da Publikationen in Peer-Review-Zeitschriften häufig zentral für das Fortkommen im Wissenschaftsbetrieb sind. Wenn Forschende erst nach der Publikation feststellen, dass die Publikation keine im Fach übliche Begutachtung durchlaufen hat, ist diese für den Aufbau der Reputation unbrauchbar. Es fällt auf, dass etwa bei einem Drittel der Zeitschriften keine Angaben zur Höhe der Publikationsgebühren gemacht werden und die Zeitschriften, zu denen konkrete Angaben gemacht werden, zu mehr als der Hälfte relativ niedrige Gebühren (0-300 USD) verlangen. Hier stellt sich die Frage, wie diese kostendeckend arbeiten können bzw. ob diese noch anderweitig – z.B. institutionell – finanziert werden.

Abbildung Tabelle über Zusammenstellung von Kriterien für einzelne Zeitschriften

Tabelle 1: Zusammenstellung von Kriterien für einzelne Zeitschriften im Untersuchungsset
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Bei drei der beworbenen Zeitschriften besteht der Verdacht, dass es sich um sogenannte „hijacked journals“ handelt. Darunter versteht man Zeitschriften, die im Titel und Internetauftritt einer anderen Zeitschrift stark ähneln, so dass es hier zu einer Verwechslung kommen kann. Konkret betrifft das in unserem E-Mail-Set folgende Zeitschriften:

Abbildung Tabelle über Zusammenstellung der Hijacked Journals

Tabelle 2: Zusammenstellung der Hijacked Journals
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Inhaltliche Analyse der E-Mails zur Konferenzen

Insgesamt sind 39 E-Mails mit Einladungen zu Konferenzen bzw. Aufforderungen, entsprechende Einreichungen zu machen, eingegangen. Fünf wurden aus der inhaltlichen Analyse ausgeschlossen, weil diese vom SPAM-Filter des E-Mailbetreibers abgefangen wurden und daher keine inhaltlichen Informationen zur Verfügung standen. Alleine 21 der 34 verbleibenden E-Mails (62%) wurden vom International Institute of Informatics and Systemics (IIIS) verschickt und bewerben unterschiedliche Konferenzen, die alle in Orlando, Florida (USA) stattfinden. Insgesamt werden über das IIIS zehn Konferenzen beworben (teilweise auch gemeinsam in einer E-Mail), die bei genauerer Analyse oftmals zeitgleich stattfinden. Zudem werden „Special Tracks“ im Zusammenhang mit den genannten Konferenzen beworben. Die Teilnahmegebühren für alle Konferenzen sind einheitlich (640 USD für Mitglieder, 690 USD für Nichtmitglieder). In der Konferenzgebühr inbegriffen ist die Veröffentlichung eines 6-seitigen Proceedingpapers. Darüberhinausgehende Seiten werden zusätzlich bepreist, ebenso kann mittels Zahlung von weiteren 400 USD ein weiterer Proceedingbeitrag publiziert werden. Die Angaben zum Peer-Review-Verfahren sind dabei eher allgemein (zweistufig: offen bzw. Non-blind und Double-blind). Die E-Mails erhalten auch eine Ankündigung, dass die besten Artikel in der Zeitschrift „Journal of Systemics, Cybernetics and Informatics“ veröffentlicht werden; einer Zeitschrift, die bis 2017 im DOAJ gelistet wurde, bei der allerdings als Verlag das „International Institute of Informatics and Cybernetics“ angegeben ist. Wenngleich es nicht ungewöhnlich ist, dass professionelle Veranstalter regelmäßig Konferenzen organisieren, so ist doch verwunderlich, dass die Gebühren einheitlich kalkuliert werden und ein wissenschaftliches Institut alleine gleich mehrere Konferenzen in einem Jahr organisiert. Zudem fehlen Angaben darüber, wer für die inhaltliche Ausrichtung der jeweiligen Konferenz verantwortlich ist (Fachgesellschaft, Programmkomitee oder das organisierende Institut alleine).

Abbildung Tabelle über von IIIS beworbene Konferenzen

Tabelle 3: Von International Institute of Informatics and Systemics (IIIS) beworbene Konferenzen
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In drei E-Mails (9%) wird die Konferenz “Global Protection Cluster World Summit On Gender-Based Violence (GBV) Involves Men and Women, Youth and Terrorism Organization” beworben. Jeweils mit unterschiedlichen Jahresangaben bzw. Zahl, zum wievielten Mal die Konferenz stattfindet. Es handelt sich hier um eine Konferenz, die hintereinander an einem Ort in den USA und im Senegal stattfindet. In allen E-Mails wird darauf hingewiesen, dass die Teilnahme kostenlos ist und Teilnehmende lediglich die Unterbringungskosten im Senegal tragen müssen. Für ein US-Visum sorgen laut E-Mails die Konferenzveranstalter, auch um die Flüge wird sich gekümmert. Um weitere Informationen zu erhalten soll eine E-Mail an eine Gmail-Adresse geschickt werden. Auf die inhaltliche Ausrichtung der Konferenz wird nur rudimentär eingegangen.

Die übrigen zehn E-Mails (29%) verteilen sich auf neun weitere Konferenzen:

Abbildung über Tabelle zu sonstigen Konferenzen

Tabelle 4: In den E-Mails erwähnten sonstigen Konferenzen
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Bei der Sichtung fällt auf, dass lediglich eine Konferenz einen fachlichen Bezug zur beruflichen Domäne der Empfängerinnen hat. Diese ist auch die einzige, die einen detaillierten Zeitplan und Themenschwerpunkte benennt. Insgesamt sind die E-Mails so heterogen, dass eine gemeinsame Analyse schwerfällt. Allerdings fällt auf, dass lediglich zwei weitere E-Mails Auskunft über den inhaltlichen Zuschnitt einer Konferenz machen. Hinweise zu den Konferenzgebühren finden sich lediglich in zwei E-Mails. Bei zwei Konferenzeinladungen ist unklar, wann die Konferenz überhaupt stattfindet, bei vier Einladungen wird nicht deutlich, wer die Konferenz veranstaltet/organisiert. Bei drei weiteren Konferenzen können zusätzliche Informationen per E-Mail über eine Gmail-Adresse eingeholt werden.

Weitere Informationen zum Thema

FAQ zu Predatory Publishing: Predatory Publishing oder „Schwarze Schafe“ bei Open-Access-Zeitschriften auf publisso.de/open-access-beraten/faqs/predatory-publishing/

Danksagung

Wir danken unseren Kolleginnen Ursula Arning, Ulrike Ostrzinski, Elke Roesner und Heike Schmidt für die Weiterleitung der E-Mails.

 

 

[1] Burggren, W., Madasu, D.K., Hawkins, K.S. and Halbert, M., 2018. Marketing via Email Solicitation by Predatory (and Legitimate) Journals: An Evaluation of Quality, Frequency and Relevance. Journal of Librarianship and Scholarly Communication, 6(1), p.eP2246. DOI: http://doi.org/10.7710/2162-3309.2246

ZB MED Twitter-Challenge for the Open Access Week 2020

Like every year in October the international Open Access Week is taking place and for this year’s Open Access Week, held October 19-25, we started a challenge on Twitter asking: “Why are you supporting Open Access?”

For ZB MED, Open Access, the unlimited and free access to scientific information, and Open Science, the opening of the entire research process, are important fields of action: We promote open, reproducible research based on the principles of open science and FAIR data.

Reasons for supporting Open Access:

  • ZB MED – Information Centre for Life Sciences:

“We support #OpenAccess because #OpenScience needs good infrastructures.”

 

  • Prof. Dr. Ursula Arning, Head of the Department Open Science at ZB MED:

„I support OA because because it brings together researchers worldwide.“

 

On Twitter Moments we have collected a bunch of responses. But even though we couldn’t put all the answers in one place, you still can get an impression of how important supporting Open Access is by looking at all these reasons:

https://twitter.com/i/events/1321437954712211459

https://twitter.com/ZB_MED/status/1321822721991413763

 

 

Or take a look at some particular tweets:

 

Ausbildung während der COVID-19-Pandemie: Funktioniert das überhaupt?

Von Joshua Klostermann, Auszubildender bei ZB MED

Als die COVID-19-Pandemie im Februar und März Deutschland erreichte, haben wir schnell festgestellt, dass nicht nur das Alltagsleben, sondern auch das Arbeitsleben davon betroffen ist.

In diesem Blogbeitrag berichte ich, Joshua Klostermann, Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste der Fachrichtung Bibliothek im dritten Ausbildungsjahr bei ZB MED, von meinen persönlichen Erfahrungen und wie sich die Pandemie auf meine Ausbildung bei ZB MED ausgewirkt hat.

Die Pandemie erreichte uns im März. Viele Geschäfte hatten genau wie ZB MED selbst geschlossen. Um das Infektionsrisiko mit Covid-19 zu begrenzen, hat die Geschäftsleitung den Mitarbeitenden die Möglichkeit gegeben, im Homeoffice zu arbeiten. Auch die Auszubildenden waren davon betroffen.

Das größte Problem bestand darin, Aufgaben für uns zu finden. Da es kaum ZB MED-Laptops gab, mit denen ein Remotezugriff auf den ZB MED-Account möglich ist, konnten wir auch nicht mit der Software von ZB MED arbeiten.

Demzufolge brauchten wir Aufgaben, die ausschließlich mit einem Internetzugang und den Standardprogrammen wie Word, Excel etc. bearbeitet werden konnten. Daher haben wir Auszubildenden eine Rechercheaufgabe erhalten, die wir in ca. ein bis zwei Wochen bearbeitet haben. Der Rest der Zeit stand für Schulaufgaben zur Verfügung, die wir per Mail zugeschickt bekommen haben. Mehr zur schulischen Situation folgt später.

Diese Phase des Home Office dauerte ca. 2 Monate. Mitte Mai kam die Nachricht, dass wir in den Betrieb zurückkehren können.

Aber die Ausbildung konnte natürlich immer noch nicht regulär weiter laufen. Denn es kam die Frage auf, wo man uns unterbringen sollte. In die eigentlich eingeplanten Abteilungen konnten wir aufgrund von Hygiene-Vorschriften nicht gehen. Die Auszubildende im ersten Lehrjahr hat daraufhin Dissertationen eingearbeitet. Ich selbst habe in der Ausleihe mitgeholfen, da man sich dort gut an die Abstandsregelungen halten konnte und auch vieles selbstständig machen kann.

 

In der Ausleihe sind durch die Hygienevorschriften und Schutzmaßnahmen einige zusätzliche Aufgaben entstanden:

 

Schutzmaßnahmen:

  • Kein Zugang zu den Lesesälen
  • Öffentlicher Zugang nur im Foyer bis zur Ausleihtheke
  • Bestellung von Büchern aus dem Lesesaal ausschließlich über E-Mail und Abholung an der Ausleihe

 

Zusätzliche Aufgaben:

  • Heraussuchen sämtlicher Lesesaal- und Zeitschriftenbestellungen
  • Bedienung der Bücherrückgabebox: Medien entnehmen, zurückbuchen und einstellen
  • Benutzerausweise können nach Beantragung per E-Mail (o.ä.) ausgestellt werden

 

Bei ZB MED hat sich inzwischen alles eingespielt. Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten häufig abwechselnd zu Hause und vor Ort, da die Büros nur einzeln besetzt werden. Mit dem Videokonferenztool Zoom gibt es ein gutes Mittel, um effektiv miteinander zu kommunizieren.

Nun zur Situation in der Berufsschule: Von Mitte März an waren auch die Schulen komplett geschlossen. Der Unterrichtsstoff wurde uns überwiegend per Mail mitgeteilt und wir bekamen Schulaufgaben. Die Themen wurden wenn möglich in den Fächern Allgemeine Wirtschaftslehre (AWL), Spezielle Betriebslehre (SBL), Deutsch und Politik bearbeitet, wodurch der normale Unterrichtsfortschritt erzielt werden sollte. In SBL lief zu dieser Zeit eine Projektphase, die in der Regel als Überbrückungszeit bis zum dritten Lehrjahr genutzt wird. Reguläre Unterrichtsinhalte sind für diese Zeit nicht vorgesehen. Eine Bewertung entfiel – was natürlich Einfluss auf die Erledigung der Aufgaben hatte! In Deutsch wurde zwar relevanter Stoff vermittelt, aber die Aufgaben wurden auch hier nicht bewertet.

Anders in AWL und Politik – hier war das Ziel, mit der Thematik innerhalb der Fächer fortzufahren. Um dies zu erreichen, erhielten wir hier regelmäßig Texte und Aufgaben. Zwar wurden auch hier die Ergebnisse der Hausaufgaben nicht bewertet, dennoch war es wichtig, sie zu erledigen, da die Themen relevant sind für die Abschlussprüfungen. Für mich war es kein Problem, die Aufgaben im Homeoffice neben denen für ZB MED zu bearbeiten. Aber viele der Schülerinnen und Schüler hatten einfach keine Zeit dafür, da sie an fünf Tagen in der Woche arbeiten mussten.

Aber wie haben wir uns abgestimmt, wenn wir Fragen hatten oder etwas besprochen werden sollte? Hierfür hat uns die Stadt Köln das Programm Teams von Microsoft für Videokonferenzen zur Verfügung gestellt. Leider kam es bei uns nur selten zur Verwendung. Ich habe es fast nur genutzt, um mich mit den Mitgliedern meiner Gruppe vom SBL-Projekt auszutauschen.

Auch für die Schule gab es im Mai die Nachricht, dass wir zurückkehren können. Wenn es auch nur an einem Tag alle zwei Wochen war, durften wir wieder mit geteilter Klasse in den Unterricht gehen. In der Klasse saßen wir dann an Einzeltischen, damit wir den Mindestabstand einhalten konnten. Für die Zeit zwischen den Schultagen haben wir dann wieder Aufgaben bekommen, die wir dann in den nächsten Stunden besprochen haben.

Wir hatten dann bis zu den Sommerferien ungefähr 4 Schultage. Auch wenn das nicht sonderlich viel ist, war es dennoch sehr hilfreich. Im Präsenzunterricht ist es wesentlich einfacher Fragen zu klären und sich Themen auszusuchen, die wiederholt werden sollten.

Nach den Sommerferien findet der Unterricht dann wieder im gesamten Klassenverband und an allen Schultagen statt. Allerdings müssen wir die ganze Zeit Masken tragen.

Das waren im Wesentlichen alle Ereignisse bis Mitte August. Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie gänzlich verschwunden sind. Aber dank der technischen Möglichkeiten und der wachsenden Erfahrung hat sich inzwischen alles recht gut eingependelt und die Arbeit ist relativ gut zu bewältigen.

Electronic Lab Notebooks in der Lehre

von Beatrix Adam und Birte Lindstädt

Gerade in Zeiten, in denen Präsenzunterricht nicht oder nur eingeschränkt möglich ist, stellt sich die Frage, ob Elektronische Laborbücher (ELN) dazu beitragen können, Forschende in ihrer Lehrtätigkeit, zum Beispiel bei der Erstellung von Online-Kursen und -Lehrmaterialien, zu unterstützen. Dabei kommen einige grundsätzliche Vorteile elektronischer Laborbücher auch in der Lehre zum Tragen. Das sind zum Beispiel die Verwendung von Vorlagen, der Import von Forschungsdaten und ihre Verlinkung mit der Dokumentation, die direkte Verbindung mit Messgeräten, möglicherweise der Zugriff auf Materialdatenbanken, die Möglichkeiten kollaborativen Arbeitens.

Darüber hinaus kann die Nutzung eines ELN an Stelle eines papiergeführten Laborbuchs mögliche Hürden hinsichtlich der Dokumentation der Forschungstätigkeit bei den Studierenden abbauen. Eine große Mehrheit nutzt bereits im Alltag die Möglichkeiten elektronischer Kommunikation, beispielsweise durch soziale Medien, sodass die Studierenden sozusagen im vertrauten Umfeld ihre fachliche Dokumentations- und Kommunikationsfähigkeit schulen können.1)

Verschiedenste Lehrmaterialien können direkt im ELN erstellt oder importiert werden, zum Beispiel standardisierte Vorlagen, Video- und Audiodateien, Bilder, Dokumente oder Links zu Online-Ressourcen. Dozierende können die Funktionen zum kollaborativen Arbeiten nutzen, um Materialien und angelegte Projekte zur Bearbeitung freizugeben. Dabei kommt die Möglichkeit der Vergabe spezifischer Nutzerrechte zum Tragen: es können beispielsweise Rollen mit Lese- und/oder Schreibrechten auf Dateien und Einträge definiert und Nutzenden zugewiesen werden.Einträge von Studierenden und bearbeitete Aufgaben können zeitnah und kollaborativ kommentiert, diskutiert und/oder benotet werden. Studierende können nach Abschluss des Projekts ihr Laborbuch ausdrucken oder elektronisch speichern (zum Beispiel als pdf-Export).Durch die genannten Vorteile einer computergestützten Vermittlung der Arbeitsschritte und Arbeitsweise im Labor kann die Qualität der Dokumentation von Forschungsprojekten durch Studierende verbessert werden.2) Darüber hinaus können Studierende an wichtige Inhalte des Forschungsdatenmanagements, wie etwa sinnvolle und richtige Vergabe von Metadaten, zielführende Nutzung von Such- und Filterfunktionen, Sinn und Zweck zentraler Speicherorte und der Langzeitarchivierung herangeführt werden. Die Möglichkeiten des kooperativen Arbeitens im ELN machen die Chancen wissenschaftlichen Austauschs erlebbar. Die Bedeutung Guter Wissenschaftlicher Praxis kann durch die Nutzung des ELN vermittelt werden anhand von Funktionen wie Versionskontrolle, Audit-Trail, elektronische Signatur.

Beispiel: Nutzung der Classroom Edition des ELN LabArchives

Beispiel: Nutzung der Classroom Edition des ELN LabArchives 3)

Einige Tools bieten eine (manchmal kostenlose) Classroom-Edition, z. B. LabArchives, eLabJournal, Labfolder, Rspace. (Diese Liste ist nicht vollständig und die Nennung der Produkte stellt keine Bewertung durch ZB MED dar.) Sicherlich kann aber auch bereits die „normale“ Version eines ELN mit den genannten Funktionalitäten in der Lehre gewinnbringend eingesetzt werden.

 

Quellen

1) Monica Dominique Okon, Tanya M. Nocera: Electronic Lab Notebooks Impact Biomedical Engineering Students’ Quality of Documentation and Technical Communication (2017), S. 2

https://peer.asee.org/electronic-lab-notebooks-impact-biomedical-engineering-students-quality-of-documentation-and-technical-communication.pdf

2) Sofia Robb, James M. Burnette, Alexandra Chaposkya, Krista Palmer, Susan R Wessler: An Open Source, Collaborative Electronic Notebook for Undergraduate Laboratory Classes (2015), S. 1

https://www.coursesource.org/courses/an-open-source-collaborative-electronic-notebook-for-undergraduate-laboratory-classes

3) Mary Muhlenhaupt, Mary Ann Wagner-Graham, Gary E. Kaplan: Electronic Notebooks to Facilitate Student Learning Within and Beyond the Classroom Poster (2019): https://jdc.jefferson.edu/tjufacultydays/54/

Weiterführende Informationen

Dr. Tracy Jane Puccinelli, John Murphy: Bringing technology to the First Year Design Experience through the use of Electronic Design Notebooks (2015)

https://www.asee.org/public/conferences/56/papers/14145/download

Amani Magid: Is It Worth It? Implementation of Electronic Lab Notebook Software Among the STEM Community at an American University in the UAE (2018)

https://www.asee.org/public/conferences/106/papers/23165/view

Miles A. Pufall  Anne M. Wilson: An idea to explore: A collaboration and cross training in an extended classroom‐based undergraduate research experience between primarily undergraduate and research‐intensive institutions

https://iubmb.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/bmb.21340

Monica Dominique Okon, Tanya M. Nocera: The Student Educational Experience with Electronic Laboratory Notebooks (Work in Progress) (pdf)

https://www.asee.org/public/conferences/78/papers/19973/download

Nutzung der Classroom Edition des ELN LabArchives an der Columbia University (Video): https://eln.site.drupaldisttest.cc.columbia.edu/content/classroom-edition

Liste von 12 Videos zur Classroom Editon des ELN LabArchives: https://www.youtube.com/playlist?list=PLB32BF93AEA6F9DA7

Informationen zu Elektronischen Laborbüchern bietet der ELN-Wegweiser von ZB MED:

Elektronische Laborbücher im Kontext von Forschungsdatenmanagement und guter wissenschaftlicher Praxis – ein Wegweiser für die Lebenswissenschaften

ZB MED bietet Information und Beratung für Auswahl, Test und Einführung eines Electronic Lab Notebook (ELN/Elektronischen Laborbuchs).

Inhalt und Download:

https://bit.ly/2S02JeM

 

Sprechen Sie uns gerne an.

Kontakt: Birte Lindstädt (lindstaedt@zbmed.de) und Beatrix Adam (adam@zbmed.de)

Informationen in Zeiten von Corona

Coronavirus SARS-CoV-2: Hinweise auf verlässliche Quellen

Von Prof. Dr. Dietrich Rebholz-Schuhmann, Wissenschaftliche Leitung von ZB MED und Elke Roesner, Marketing und Kommunikation

  • Update 03.04.2020

Neu: LIVIVO hat eine spezielle COVID-19 / SARS-CoV-2 Collection: https://www.livivo.de/covid19

Die Spezialsuche ermöglicht die Recherche in rund 50.000 spezifischen Einträgen aus verschiedenen Quellen. In die LIVIVO COVID-19 Collection ist unter anderem das Open Research Dataset integriert. Zudem lassen sich auch die ganz aktuell relevanten Preprints aus bioRxiv und medRxiv finden.

ZB MED unterstützt mit diesem Angebot die dringende Forschung an COVID-19/SARS-CoV-2.

  • Update 31.03.2020

Die Anzahl an wissenschaftlichen Veröffentlichungen rund um das Coronavirus SARS-CoV-2 und die Erkrankung COVID-19 steigt stetig. Daher sichtet ZB MED frei zugängliche wissenschaftliche Veröffentlichungen und stellt sie auf der Website systematisiert zusammen. Die Liste wird regelmäßig aktualisiert.

https://www.zbmed.de/covid-19/publikationen/

Außerdem hat ZB MED eine Reihe von Services aufgebaut, um die Forschung zu unterstützen. Alles dazu finden Sie hier:

https://www.zbmed.de/covid-19/uebersicht/

  • Update 20.03.2020

Frei verfügbarer Content, der speziell für Medizinerinnen und Mediziner und Forschende von Interesse ist:

American Association for the Advancement of Science – neueste Nachrichten und Forschung zu COVID-19: https://bit.ly/2xadgfJ

American Medical Association – Informationen des JAMA Netzwerks über COVID-19: https://bit.ly/2U6vl7G

American Society of Clinical Oncology – Allgemeine Ressourcen und Informationen: https://bit.ly/3a95UHZ

American Society of Nephrology – Ressourcen für ambulante Dialyseeinrichtungen: https://bit.ly/2QwPYHP

American Society for Microbiology – Freier Zugang zu Forschungsartikeln über COVID-19 und Toolkit zur Verbreitung von Informationen: https://bit.ly/2wqwY6R

BioOne und ihre Verleger haben für das Jahr 2020 Artikel zum Thema SARS-CoV-2 über den offenen Zugang verfügbar gemacht: https://bit.ly/2WqgPJo

DUKE Uniiversity Press – Informationen darüber, wie wir die Verbreitung von übertragbaren Krankheiten steuern. Aufgeführte Bücher können bis zum 1.Juni 2020 online gelesen werden, und Zeitschriftenartikel sind bis zum 1.Oktober kostenlos: https://bit.ly/2WuLyFe

Microbiology Society – hat Artikel aus ihrem gesamten Portfolio zusammengestellt und diese Inhalte frei zugänglich gemacht: https://bit.ly/39cfFnH

New England Journal of Medicine – Sammlung von Artikeln und anderen Ressourcen über den Ausbruch des Coronavirus Sars-CoV-2: https://bit.ly/2QygQXP

The Royal Society – Austausch von Forschungsdaten und -ergebnissen, die für den Ausbruch des neuartigen Coronavirus relevant sind: https://bit.ly/2UoedJh

Springer Nature – Fernzugriff auf Inhalte von Springer Nature: https://bit.ly/2QwXN0i

JSTOR und partizipierende Verlage haben zeitlich begrenzt bis zum 30.6.2020 frei verfügbare Inhalte zur Verfügung gestellt: https://about.jstor.org/covid19/

University of Michigan Press hebt die Zugangsbeschränkungen für alle Titel der  University of Michigan Press Ebook Collection (UMP EBC)  ab dem 20.3. bis Ende April auf: https://bit.ly/33Fhuby

Evidenzbasierte Informationen:

Ein Team von Kolleginnen und Kollegen der Universitätsbibliothek Mainz hat evidenzbasierte Informationen zu SARS-CoV-2 zusammengestellt: https://bit.ly/2xMAOrh

Freie Inhalte von Amboss – der Lernplattform für Medizinstudierende:

AMBOSS, die Lernplattform für Medizinstudierende stellt Kapitel zu COVID-19 aus aktuellem Anlass frei zur Verfügung. Es kann auch ohne einen aktiven AMBOSS-Zugang genutzt werden: https://bit.ly/2QufugD

  • Update 19.03.2020

Sammlung von Preprint-Artikeln zu COVID-19

Die täglich wachsende Sammlung aller Artikel zu COVID-19 der Preprint-Server bioRxiv und medRxiv ist hier verfügbar:

https://bit.ly/2TZqoxb

Emerald Publishing unterstützt Forschende bei Veröffentlichung von Forschungsartikeln

Um Forschende dabei zu unterstützen, ihre Forschung weltweit zugänglich zu machen, nutzt Emerald Open Research eine innovative Open-Access-Forschungsplattform, die eine schnelle Veröffentlichung, eine offene Datenpolitik und einen offenen Peer-Review-Prozess unterstützt und hat einen Fond zur Deckung der Publikationskosten eingerichtet.Mehr dazu hier:

https://bit.ly/2TZnfxk

  • Update 18.03.2020

Videos zu COVID-19:

Corona-spezifische freie Videos sind hier zu finden: https://bit.ly/2x8guAg

Lernen von zu Hause – JoVE Education:

Unter dem folgenden Link kann man sich für JoVE Education freischalten lassen. Zielgruppe sind alle, die jetzt zu Hause lernen wollen/müssen (keine SARS-CoV-2-spezifischen Inhalte).

https://bit.ly/3a03f3r

  • Update: 17.03.2020

Artikelsammlung aus dem Portfolio von Mary Ann Liebert:

Die Artikelsammlung enthält wichtige akademische Forschungsarbeiten, die sich mit mit der Fragestellung zu globalen Ausbrüchen wie den des Coronavirus SARS-CoV-2 beschäftigen und ist bis Ende April kostenlos online verfügbar. https://bit.ly/2Qn6lH0

  • Update: 16.03.2020

Literatursammlungen aus dem Bibliotheksbereich:

Bibliothekarinnen und Bibliothekare weltweit haben in einem Dokument derzeit kostenlose von ansonsten lizenzierten Angeboten zu #Covid-19 zusammengestellt.

http://bit.ly/38OGKgk

Blogbeitrag vom 11.03.2020

In diesen Tagen kursieren viele Informationen – aber auch Fehlinformationen – zum Coronavirus SARS-CoV-2 und der dadurch ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Es entstehen Probleme allein dadurch, dass ein Teil der Informationen als widersprüchlich oder sogar als schädlich eingestuft werden müssen, im Gegensatz zu nützlichen Informationen.

Wir bei ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften haben eine medizinische Leitung und weisen hohe klassische bibliothekarische Kernkompetenz im Bereich der Medizin und den Lebenswissenschaften aus: Wir können seriöse Quellen aufzeigen. Wir sind keine ausgewiesenen Expertinnen und Experten für Pandemien.

Daher haben wir eine Reihe nützlicher Links zusammengestellt.

Weltweit registrierte Fälle in Echtzeit:

Zahlen zur Verbreitung des Virus mittels eines interaktiven webbasierten Dashboards – erstellt von der renommierten John Hopkins Universität –, das COVID-19 in Echtzeit trackt, finden Sie hier:

http://bit.ly/3aXnHSw

Der Blick auf die interaktive Karte zeigt auch, dass die Zahlen sich schnell ändern können und als situative Bestandsaufnahmen zu verstehen sind. Die Karte ermöglicht einen faktenbasiert Überblick über die Gesamtlage und die Relation zu anderen Ländern.

Zahlen aus Europa:

Das European Centre for Disease, Prevention and Control liefert tägliche Updates zur Situation in Europa: http://bit.ly/38P2RmJ

80% der infizierten Personen haben einen milden Verlauf der Krankheit, während die Krankheit für 6% kritisch ist: http://bit.ly/39Uk7bv

Zusammenfassung der Verbreitung von COVID-19:

Eine aktuelle Zusammenfassung der tatsächlichen Todesfälle in einem kurzen Überblick seit Ausbruch des Coronavirus findet sich hier:

http://bit.ly/2xC5QlC

Bewertung des Infektionsrisikos: Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts:

Das Robert-Koch-Institut hat Kontaktpersonen, die einen näher definierten Kontakt zu einem bestätigten Fall von COVID-19 hatten, in verschiedene Risikokategorien eingeteilt – von höheres bis geringes Infektionsrisiko – und listet empfohlenen Maßnahmen auf:

http://bit.ly/38VpFl0

Infektionsschutz für alle:

Die Zahlen zu COVID-19 und Influenza zeigen, dass grundsätzlich Infektionen vorgebeugt werden sollte. Nützliche Tipps für Bürgerinnen und Bürger bietet die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung unter: https://www.infektionsschutz.de/

Podcasts zu Corona SARS-CoV-2:

Aktueller Hörtipp: www.leibniz-gemeinschaft.de/tonspur-wissen mit der Folge:

„Corona-Virus – was kann die Wissenschaft tun?“

Die Moderatorin Ursula Weidenfeld spricht mit den Wissenschaftlern Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg und Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS in Bremen. Die Experten erläutern, was die Wissenschaft inzwischen über das neuartige Virus weiß, was die Forschung tun kann, um die Ausbreitung einzudämmen und die Menschen zu schützen, sowie die brennende Frage, wann wir mit einem Impfstoff rechnen können und wie der Weg dahin ist.

Ein tägliches Update zum Coronavirus SARS-CoV-2 und Covid-19 gibt auch Christian Drosten, Leiter der Virologie an der Charité, im Podcast von NDR Info:

https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html

 

Ein Ritt durch die Geschichte Wuppertals

von Joshua Klostermann Auszubildender bei ZB MED als Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste im 2. Ausbildungsjahr

Hinter der alten Fassade versteckt sich mehr als man denkt. Im Gebäude des Stadtarchivs steckt die Kultur und die Geschichte Wuppertals. Auf über mehr als sechs Regalkilometern befinden sich Akten, Bilder und viele andere Archivalien rund um Wuppertal und die umliegenden Orte.

In diesen Blog möchte ich von meinen Erfahrungen in dem Stadtarchiv erzählen und über die Tätigkeiten berichten, die ich dort ausgeführt habe.

Das Stadtarchiv archiviert alles, was sich auf Wuppertal bezieht und bewahrt es für die Nachwelt dauerhaft auf. Auch für Nutzerinnen und Nutzer ist das Archiv zugänglich, um dort zu recherchieren. In der Regel sind es Erbenermittlerinnen und -ermittler, aber es kommen auch manchmal Schülerinnen und Schüler, Studierende und viele andere Interessierte ins Archiv, um etwas für eine Arbeit zu recherchieren. Für die Nutzerinnen und Nutzer hat das Archiv auch einen kleinen Lesesaal. Hier können sie sich über ein Bestellformular unter anderem Geburts-, Heirats-, und Sterberegister bestellen. Manche Nutzerinnen und Nutzer sehen sich auch mal alte Zeitschriften an, die zum Teil verfilmt im Archiv zu finden sind. Die verfilmten Zeitschriften bestehen zum größten Teil aus dem Generalanzeiger und der Wuppertaler Rundschau. Jeden zweiten Mittwoch kommen außerdem Familienforscherinnen und -forscher sowie Erbenermittlerinnen und -ermittler, die dann außerhalb der Öffnungszeiten ebenfalls in den Registern und Urkunden recherchieren.

Mein erster Tag begann mit der Besichtigung des Archivs selbst, das sich über vier Etagen erstreckt. Der größte Bestand ist den Sterbe-, Heirats- und Geburtsurkunden vorbehalten. Um in dieser Masse etwas finden zu können, gibt es zu den meisten Urkunden auch Register. Desweitern befinden sich auch noch Plakate, Bilder und diverse andere Medien in dem Archiv, wie auch die verschiedenen Akten aus den Verwaltungsabteilungen der Stadt Wuppertal.

Die Verzeichnung bzw. die Erfassung dieser Akten gehörte unter anderem zu meinen Aufgaben. Ich habe ausschließlich die Akten aus dem Kulturamt verzeichnet. Bei der Verzeichnung werden alle relevanten Themen aus der Akte in einer Access-Datenbank erfasst.

Wie schon vorher erwähnt gibt es auch Personen, die gerne etwas über ihre Vorfahren erfahren wollen, oder im Auftrag bestimmte Infos zu Personen brauchen. Diese Anfragen bearbeitet die Familienforschung. In der Regel erhalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Briefe oder E-Mails mit den Anfragen. Oft werden die Adressen oder die Geburt-, Heirats- oder Sterbedaten einer oder mehrerer Personen erfragt. Für die Adressrecherche werden verfilmte oder digitalisierte Adressbücher oder Meldekarten benutzt. Die Adressbücher ab 1950 wurden digitalisiert und können am Computer eingesehen werden. Die Jahrgänge davor sind auf Mikrofichen am dazugehörigen Lesegerät einsehbar. Bei den Meldekarten waren alle vorhandenen Jahrgänge auf Mikrofilmen vorhanden. Die Recherche begann man immer mit den Adressbüchern, da man da grobe erste Infos erhalten konnte. Wenn dort nichts zu finden war, nahm man sich die verfilmten Meldekarteien vor. Hier gab es aber das Problem, dass aufgrund der Qualität oft nicht lesbar war, was darauf stand. Daher musste ich auch manchmal an die Originale dran gehen, die ebenfalls im Archiv zu finden waren. Wenn dann aber auch nichts gefunden wurde, bekam der Kunde eine Nachfrage nach weiteren Infos hat, die helfen könnten das Gesuchte zu finden. Aber wenn von Anfang an nur unzureichende Infos vorhanden sind, wird erst gar nicht recherchiert, sondern der Kontakt zum Kunden direkt aufgenommen. Manchmal kam es vor, dass auch Anfragen kamen, die nichts mit der Familienforschung zu tun hatten. Einmal hatte ich zum Beispiel eine Anfrage zu dem so genannten Frontkämpferbund.

Eine andere Aufgabe, die nur das eine Mal gemacht werden musste und sonst nicht zu den üblichen Aufgaben gehört, war das Entsorgen alter Gesetzestexte. Denn diese hatte das Archiv bereits doppelt in seinem Bestand. Und da man sie nicht veräußern konnte, mussten diese leider weggeworfen werden.

Außerdem gab es noch eine eher ungewöhnliche Aufgabe. Aufgrund eines Wasserschadens sind einige der Heiratsurkunden beschädigt worden. Deswegen werden diese nach und nach an eine Restaurationsstätte in Trier gebracht. Bei dem Verpacken der Urkunden habe ich ebenfalls mitgemacht.

Ein Teil des Archives beinhaltet die Zeitgeschichtliche Sammlung. In dieser sind Zeitschriften, Flyer und andere Informationsquellen rund um Ereignisse in Wuppertal enthalten. Die Wuppertaler Rundschau oder Zeitschriften anderer Stadtteile dienen hier unter anderem als Informationsquellen. Aus diesen werden alle interessanten Artikel herausgesucht und wie bei der Verzeichnung der Akten in eine Access-Datenbank eingetragen. Jeder Artikel wird aber nur in einem kleinen Absatz zusammengefasst. Anschließend werden die Zeitschriften und andere Quellen noch anhand einer Liste nach Zahlen sortiert und dann in ihre passenden Kartons in das Magazin gebracht.
Eine andere, sehr interessante Aufgabe war das Bewerten von Akten. Ich habe diese Tätigkeit nur einmal miterlebt, aber allgemein wird dies des Öfteren getan. Wir sind dann zum Wuppertaler Rathaus gefahren, um Akten aus dem Gewerbeamt einzusehen. In dem Fall wurden verfilmte Gewerbeanmeldungen und welche auf Papier bewertet. Am Ende wurde beschlossen, dass diese dann ins Archiv aufgenommen werden, um die Geschichte Wuppertaler Firmen und Geschäfte besser nachvollziehen zu können.
Dem Archiv wurden auch Bauakten übergeben, obwohl diese eigentlich nicht in das Sammelgebiet des Archivs fallen. Aber da diese nun mal im Archivgut sind, müssen sie auch verwaltet werden. Diese wurden aber leider unsortiert und ohne eine vorgegebene Sortierung ins Archiv gebracht und mussten deswegen komplett neu sortiert werden. Einmal habe ich dabei geholfen. Wir haben einen Teil der Akten nach den Namen der Straße sortiert, wo der Bau stattfand. Aber da es mehrere Regale sind, wird dies eine längere Aufgabe sein.

Dies waren die wichtigsten Aufgaben, die ich in den vier Wochen im Archiv ausgeführt habe. Am letzten Tag habe ich noch eine kleine Übungsaufgabe bearbeitet. Ich habe einige Infotexte über die Kurrentschrift erhalten. Dies ist die alte Deutsche Schrift. Da viele der Dokumente in dieser Schrift geschrieben sind, sollte ich mich mal daran probieren einen Brief von Friedrich Engels in unsere Schrift zu übertragen.

Im Allgemeinen konnte ich mir ein gutes Bild davon machen, was die grundlegenden Aufgaben eines FaMIs der Fachrichtung Archiv sind:

  • Akten verzeichnen
  • Akten bewerten
  • Archivgut verwalten
  • Nutzeraufträge bearbeiten
  • Unterstützung im Lesesaal

Hier sollte man noch erwähnen, dass es sich um ein Kommunalarchiv handelt und die Aufgaben in anderen Archivarten entsprechend variieren können. Ich fand die Erfahrung im Archiv sehr interessant und abwechslungsreich. Auch wenn das Verzeichnen der Akten mit der Zeit etwas einseitig wurde, waren die anderen Aufgaben immer sehr interessant.

Wer also Interesse an Geschichte hat, sich für Medien aller Art interessiert, findet hier eine gute Ausbildungsmöglichkeit und ein spannendes Tätigkeitsfeld.

Bericht zum Workshop „Was tun, wenn es passiert ist? Umgang mit Publikationen, die bei einem Predatory Journal eingereicht wurden.“

von Jasmin Schmitz, ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften  und
Stefan Schmeja, TIB – Leibniz Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften.
Zugleich veröffentlicht im TIB Blog.

Der Workshop wurde im Rahmen der Open-Access-Tage 2019 veranstaltet, die vom 20.09.-02.10. in Hannover stattfanden.

Motivation für den Workshop war das Identifizieren von möglichen Handlungsoptionen, wenn Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler in einer Zeitschrift mit zweifelhaftem Geschäftsgebaren publiziert haben.

Leitfragen der Veranstaltung waren:

  • Mit welchen Fragestellungen oder Erwartungen wenden sich betroffene Organisationseinheiten und/oder Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an die Open-Access-Verantwortlichen in Bezug auf Predatory Publishing?
  • Welche Strategien haben sich im Umgang mit Publikationen in Predatory Journals als erfolgreich herausgestellt?
  • Gibt es institutionelle Policies zu dem Thema oder gibt es Institutionen mit einer einheitlichen Praxis beim Umgang mit Publikationen in Predatory Journals?
  • Wie erfolgt die hochschulinterne Abstimmung bei divergierenden Interessen der Beteiligten (Forschende, Präsidium, Bibliothek, Forschungsdezernat…)?

Die Diskutanten waren sich einig, dass Artikel in Predatory Journals deshalb ein Problem sind, weil man nicht weiß, ob ein Peer-Review-Verfahren stattgefunden hat. Grundsätzlich herrscht sowohl in den Einrichtungen als auch bei den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Haltung vor: Die Publikation ist passiert! Damit verbunden das Bewusstsein, dass diese Publikation nicht weiter zum Reputationsaufbau genutzt werden kann.

Somit war man sich einig, dass es gilt, Einreichungen bei Predatory Journals im Vorfeld durch Aufklärung zu verhindern. Insbesondere Doktorandinnen und Doktoranden sollten als Nachwuchsforschende sensibilisiert werden, weil diese zumeist noch über wenig Publikationserfahrung verfügen.

Eine Herausforderung hierbei ist zu vermitteln, dass es sich bei Open-Access-Zeitschriften mit Professionalitätsmängeln nicht zwingend um Predatory Journals handelt, es also auch einen großen Graubereich an Zeitschriften gibt, die redliche Absichten haben, aber einen gewissen Professionalisierungsgrad noch nicht erreicht haben und somit auch Merkmale aufweisen könnten, die man eigentlich einem Predatory Journal zuschreiben würde.

Ein weiteres Ergebnis der Veranstaltung war, dass es:

  1. bislang keine Strategie gibt, die sich als „Goldstandard“ identifizieren lässt und übergreifend empfohlen werden kann
  2. nur selten einrichtungsweites abgestimmtes Vorgehen oder eine Art „Workflow“ für dem Umgang mit dem Thema gibt.

Dennoch kristallisiert sich an einzelnen Einrichtungen regelmäßige Vorgehensweisen im Umgang mit den Publikationen heraus wie zum Beispiel: Verweis auf die Rechtsabteilung, Erhöhung der Sichtbarkeit der Artikelversion in einem legitimen Publikationskanal oder vorherige Genehmigung der Publikation durch die Direktion.

Wir danken allen Workshopteilnehmerinnen und -teilnehmern für die engagierte Diskussion.


Ein ausführlicher Bericht zum Workshop mit Ausführungen zu den möglichen Strategien und weitere Diskussionspunkte ist auf Zenodo abrufbar.

Nachhaltigkeit in Bibliotheken – Wunsch oder absurdes Ziel?

von Lea Schindler, Auszubildende bei ZB MED als Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste im 3. Ausbildungsjahr

Es begab sich an einem Donnerstagmorgen am Joseph-DuMont-Berufskolleg, der Berufsschule für den Ausbildungsbereich Fachangestellte(r) für Medien und Informationsdienste (FaMI). Ich war noch richtig geschafft von der Zwischenprüfung, als uns unser Lehrer für Spezielle Betriebslehre – kurz SBL – in der ersten Schulstunde mitteilte: „So, Ihr habt euch jetzt wirklich genug erholt, es wird Zeit das ihr wieder was tut. Zeit für die Projektarbeit!“

Projektarbeit? Jetzt?

Nach mehreren Wochen intensivem Lernen und Wiederholen des Lehrstoffes der vergangenen anderthalb Jahre, in denen wir über Papieren und Unterlagen brüteten, sollten wir jetzt in Gruppenarbeiten ein Projekt erarbeiten? Hm… neee. Eigentlich hatte da keiner von uns Lust drauf. Zumindest waren wir alle unterschiedlich stark motiviert. Aber es ist für das zweite Halbjahr des zweiten Ausbildungsjahres nach der Zwischenprüfung so vorgesehen.

Ich gehörte im Übrigen eher der unmotivierten Gruppe an. Unser SBL-Lehrer versuchte gut gelaunt uns zu einer offenen Diskussion zu bewegen, um mögliche Themen zu erörtern. Zu seinem Verdruss blieben 18 Erwachsene vor ihm sitzende Menschen, sehr still. „Vielleicht stelle ich Ihnen einfach einige Projekte der vergangenen Jahre vor“, murmelte er, ging zur Tür und verschwand Richtung Lehrerzimmer.

Als hätte man einen Schalter umgelegt, fingen einige meiner Mitschülerinnen und Mitschüler an, laut zu überlegen. Wir durften uns jedes Thema aussuchen, was wir wollten. Es gab keinerlei Vorgaben, was es mir irgendwie schwer machte, mich für etwas zu erwärmen. Ich hatte mehrere Wochen vor der Zwischenprüfung Lern-Urlaub genommen, etwas, was vielleicht übertrieben gewesen war. Doch ich bin kein entspannter Prüfungsmensch, habe den größten Teil des Tages am Schreibtisch gesessen und versucht, mir alles Wissen einzuverleiben. Die restliche Zeit starrte ich aus dem Fenster und fragte mich, ob das alles überhaupt nötig ist.Ich fühlte mich schlapp und energielos. Einigen meiner Mitschülerinnen und Mitschülern ging es genauso. Sie schauten ebenso müde drein.

Unser SBL-Lehrer kam zurück, eine riesige Tüte in den Händen, aus der viel Papier und ein Karton heraus ragten. Er ließ alle Projektarbeiten herumgehen und wir konnten uns alles anschauen. Doch Ideen, was ich jetzt machen wollte, kamen mir daraufhin auch nicht in den Sinn. Gut, dass ein paar andere auf einmal gesprächig wurden. Wir bekamen letzten Endes fünf größere Themen an die Tafel geschrieben:

  • Nachhaltigkeit (etwas für die Welt tun)
  • Bienen, Natur
  • Schul-Chronik
  • Ein FaMI-Lehrbuch mit nützlichen Schaubildern, welche wir gerne vor der Zwischenprüfung gehabt hätten
  • FaMI-Werbung, um den Beruf bekannter zu machen mit Postern oder ähnlichem

Ein paar Leute wurden richtig euphorisch und planten Projekte im Bereich Nachhaltigkeit. Was kann man alles dafür tun, worauf verzichten? Reicht es, keine Wattestäbchen und Strohhalme mehr zu verwenden?

Mir war das zu weit weg von unserem Beruf. Es bildeten sich vier Gruppen. Ich arbeitete mit an der Gruppenbildung für das FaMI-Lernmaterial, doch es entwickelte sich in eine Richtung, die ich uninteressant fand. Eine der Parallelgruppen, zu der Zeit noch bestehend aus zwei Leuten, wollte irgendwas mit Nachhaltigkeit in Bibliotheken machen. Gut, dachte ich. Das klingt doch mal praxisnah. Ich wechselte zu Lisa und Tabea und blieb damit nicht alleine. Drei weitere Mädels schlossen sich dem ehemaligen Duo an. Und das waren wir: Lisa, Tabea, Kathrin, Lisa, Diana und ich.

Bei unserem ersten Zusammentreffen Ende März standen wir bald vor einer sehr entscheidenden Frage:

Was verstehen wir eigentlich unter dem Begriff „Nachhaltigkeit“?

Wir waren sehr überrascht, was wir alles damit verbanden. Von Bäumchen pflanzen, Recyclingpapier und digitaler Verwaltung bis hin zur Solaranlage auf dem Dach war alles vertreten, sodass uns schnell bewusst wurde, dass bei der Definition des Begriffs Nachhaltigkeit besonders die Aspekte Forst- und Landwirtschaft sowie die Energiegewinnung eine Rolle spielen.

Nachhaltigkeit ist ein präsentes und umstrittenes Thema, welches in allen Branchen unterschiedlich definiert und umgesetzt wird – dadurch wirkt es gleichermaßen oft etwas vage. Durch den Marketingfaktor Nachhaltigkeit kommen wir im Alltag mit den verschiedensten Pseudonymen wie “Go/Think Green”, “Fair Trade” oder Kombinationen mit dem Wort “Öko”, “Up/Down-Cycling” in Kontakt. Man könnte fast davon sprechen, dass einige dieser Begriffe von der Werbebranche zunehmend missbraucht werden.

Uns wurde klar: Wir brauchen mehr Informationen und Anregungen.

Zwei aus unserer Gruppe widmeten sich der Monografie „The Green Library“, dem von der International Federation of Library Associations and Institutions verfassten „Toolkit“, um Bibliotheken dazu zu motivieren, an der UN Agenda 2030 mitzuarbeiten. Uns gefiel der Aufruf der IFLA, mit dem sie Bibliotheken dazu auffordert, sich national zusammenzuschließen, um zu der Entwicklung beizutragen und zu zeigen, dass sie auch wirtschaftlich wertvolle Partner sind. Doch die sehr kompakte Agenda der IFLA war nach unserem Geschmack etwas zu kompakt und es gab keine konkreten Umsetzungsvorschläge.

Das wäre doch eine Idee! Wir könnten einen Leitfaden verfassen, mit praktischen Ideen und Anregungen, um nachhaltig in den Einrichtungen zu arbeiten.

Nun fragten wir uns, ob es Bibliotheken gab, die sich bereits für das Thema engagierten. Wir verfassten einen Fragebogen. Dann begannen wir, Listen zu erstellen mit Öffentlichen und Wissenschaftlichen Bibliotheken und diesen unseren Fragebogen zuzusenden. Gemeinsam erstellten wir ein Email-Konto. Von nun an sollte alles über „projekt.nachhaltigkeit.jdbk.com“ laufen, damit unsere Anfrage nicht direkt in einem Spam-Ordner landet. Die Deadline betrug drei Wochen, denn viel Zeit hatten wir nicht. Ende Mai war bereits Projektabgabe. Der Fragebogen wurde anonym behandelt, denn wir wollten nicht, dass die Teilnehmenden mit ihrem Namen eine Position beziehen müssen, sonst würden nicht viele mitmachen.

Einladungsbrief zur Umfrage über Anregungen und Ideen zum Thema Nachhaltigkeit in Bibliotheken

Gut. Nun hatten wir eine feste Vorstellung davon, zu was das Ganze führen sollte. Bei sechs Leuten war die Einteilung in Zweier-Gruppen am einfachsten. Wir korrespondierten über eine Messenger App und legten unsere Dateien in einer Cloud ab, telefonierten auch ab und an. Jedes Duo hatte seinen Arbeits- und Recherchebereich. Zwischendurch beschäftigten uns natürlich auch Fragen wie „Was haben wir denn in Bibliotheken damit zu tun?” oder „Glauben wir, dass Bibliotheken in Sachen Nachhaltigkeit eine Rolle spielen können und / oder sollten?“ Die meisten solcher Fragen packten wir auch in den Fragebogen.

Von den knapp 300 angefragten Bibliotheken antworteten uns etwas über 50. Das kam mir unglaublich wenig vor, fast schon mickrig. Interessierten sich unsere „Kolleginnen und Kollegen“ denn nicht für die Umwelt? Ein Gespräch mit einer Freundin, welche im Bereich Kunden- und Produkt-Akquise tätig ist, machte mir bewusst, dass es eigentlich sogar eine sehr hohe Rate für Rückantworten war. Denn wie häufig klickt man bei Umfragen – noch dazu per Mail – nicht einfach nur auf den Papierkorb?

Auf unsere Umfrage kamen die unterschiedlichsten Antworten zurück. Wir erstellten Ordner, um die Übersicht zu bewahren und um sie nach und nach auszuwerten. Dies nahm mit die meiste Zeit in Anspruch: Das Einteilen und sich vor Augen führen, ob uns das, was da stand, nutzte. Bei der Analyse konnten wir hilfreiche von „nicht-so-hilfreichen“ Mails unterscheiden. Wir diskutierten auch einige der Antworten offen in der Gruppe und erstellten für uns eine Treppchenvergabe:

  1. Richtig tolle Antworten – die uns nur in Staunen versetzten.
  2. Hilfreiche Antworten – die sich wiederholten aber auch dadurch nützlich waren.
  3. Einfach nur: nicht hilfreich.

Es machte uns sprachlos, welche schönen nachhaltigen Ideen bereits im Bibliotheksalltag integriert worden sind.

Wir bewunderten auch die Fotografien, die teilweise mitgesendet worden waren. Zum Beispiel einen Tannenbaum aus alten Büchern als Weihnachtsdekoration zu nutzen, anstatt neue Deko-Artikel zu kaufen und die Bücher einfach zu entsorgen. Oder die Tütenkugel! Mehr dazu im Leitfaden… Uns wurde vieles bereitwillig zur Verfügung gestellt. Einige Bibliotheken waren neugierig, wie wir auf die Idee kamen. Und doch waren auch Mails dabei, wo man sich bei der Beantwortung bedeckt gehalten hat. Uns als angehendes Bibliothekspersonal fiel leider auch auf, wie häufig wir Absagen aufgrund von Personalmangel erhielten. Überraschenderweise bekamen wir sogar richtig unfreundliche Kommentare zurück, die unser Projekt für absolut überflüssig erklärten. Wir nahmen es mit Humor, denn es war schließlich die Ausnahme und nicht die Regel.

Die Struktur des Leitfadens war schnell ausgearbeitet. Mitte der vierten Woche begannen wir mit dem Formulieren. Wir diskutierten über Bilder, die wir dafür nutzen wollten, und fanden Gefallen am Stöbern auf verschiedenen Stockfoto-Seiten.

Nachwort und Danksagung des Leitfadens „Nachhaltigkeit in Bibliotheken“

Zum Ende des Projektes gehörte es dazu, das Erarbeitete nicht nur abzugeben, sondern den Verlauf des Schaffens in einer Präsentation vor der Klasse vorzustellen. Ich hatte das Vergnügen, mit meiner Partnerin Kathrin die PowerPoint-Präsentation vorzubereiten. Um ehrlich zu sein, ich hasste PowerPoint. Ich musste zuvor nie groß damit arbeiten und fühlte mich überfordert. Kathrin dagegen war ein Ass! Sie brachte mir viel bei und ich bin dankbar, für die Geduld, die sie mir entgegenbrachte. Ich war keine einfache Schülerin!

Bevor wir den Leitfaden an die zuvor angeschriebenen Bibliotheken senden wollten, las jede von uns ihn bestimmt noch zehn Mal durch. Wir nahmen an, dass wir unser Projekt zur Zufriedenheit fertig gestellt hatten und ihn stolz unserem SBL-Lehrer übergeben konnten. Doch Überraschungen gibt es immer. Tatsächlich fiel erst einige Wochen nach Abgabe des Leitfadens auf, dass uns ein urheberrechtlich geschütztes Bild durchgegangen ist. Hui, war das peinlich. Nachdem wir das Foto entfernt hatten, beschlossen wir, ein gemeinsames Bild an die Stelle zu setzen sowie ein Gruppenbild im Impressum zu positionieren und sind jetzt stolzer als zuvor.

Nie hätten wir erwartet, dass unser kleines Schulprojekt großes Aufsehen erregen würde. Ein begeistertes Mitglied des Netzwerkes Grüne Bibliothek sendete unseren Leitfaden an die Chefredaktion von „BuB – Forum Bibliothek und Information“ mit einer Publikationsempfehlung. So bekamen wir die Chance, Autorinnen in einem waschechten Fachmagazin für Bibliotheken zu werden. Der Artikel erscheint in einer der nächsten Ausgaben. Und hiermit nochmal Dank an alle, die uns so fantastisch unterstützt haben!

You know – Communication is key!

Zum Leitfaden „Nachhaltigkeit in Bibliotheken“

 


Weiterführende Links:

„The Green Library – die Grüne Bibliothek“, IFLA Publications Series 161
Netzwerk Grüne Bibliothek