DDA auf ProQuest Ebook Central oder wie Sie ZB MED E-Books zum Kauf vorschlagen können

von Anne Lerch

„Nutzergesteuerte Erwerbung (DDA, Demand Driven Acquisition) von E-Books aus den Fachgebieten Agrarwissenschaften, Ernährung, Gesundheit, Medizin, Umwelt und angrenzenden Gebieten auf ProQuest Ebook Central jetzt deutschlandweit für den Fernzugriff!“ – Diese Meldung von ZB MED wurde über diverse bibliothekarische Kanäle verbreitet. Aber was verbirgt sich jetzt genau dahinter?

Nutzergesteuerte Erwerbung – was ist das?

Das bedeutet, unsere Nutzer:innen nehmen Einfluss darauf, welche Literatur von ZB MED letztendlich erworben wird. Dafür erstellen wir eine Vorauswahl; das heißt in diesem Fall, die Nutzer:innen finden auf der E-Book Platform „ProQuest Ebook Central“ zusätzlich zu den bereits gekauften und zur Verfügung gestellten E-Books fast 6.500 weitere E-Book-Titel, die dort Probegelesen und dann zum Kauf vorgeschlagen werden können. Und es kommen fast täglich neue Titel dazu! Wenn wir den Kaufvorschlag annehmen, kann das E-Book sofort genutzt werden. Die Nutzer:innen erhalten direkt eine E-Mail mit der Freischaltungsinformation.

ProQuest Ebook Central – und was ist das?

Das ist eine der weltweit größten E-Book-Plattformen für kostenpflichtige Verlagsliteratur. Derzeit umfasst das Portfolio auf Ebook Central ca. 1,4 Mio E-Books von rund 930 Verlagen. Wenn man sich auf Ebook Central registriert, kann man nicht nur die von ZB MED erworbenen E-Books lesen, sondern auch viele weitere praktische Tools nutzen wie z.B. ein persönliches Bücherregal erstellen, formatierte Literaturzitate der jeweiligen E-Books abrufen, im Text Markierungen, Lesezeichen und Notizen anbringen, usw.

Wer darf denn die E-Books nutzen und Kaufvorschläge machen?

Die Nutzung  erfolgt über den Fernzugriff und steht bei ZB MED  allen frei, die mindestens 18 Jahre alt sind und deren Wohnsitz in Deutschland liegt. Für die Registrierung beantragt man einen „virtuellen“ Benutzungsausweis – kostenfrei und online. Ein Besuch unserer Standorte Köln oder Bonn ist für die Fernzugriff-Anmeldung nicht notwendig, es muss lediglich ein ausgefüllter Antrag mit Scan/Foto des Personalausweises oder entsprechender Dokumente per E-Mail an ausleihe@zbmed.de gesendet werden. Der Remote Access (per EZProxy) ist dann sehr einfach und selbsterklärend; zum Einloggen müssen lediglich Benutzungsausweis-Nummer und  PIN eingegeben werden.

Alle weiteren Informationen zum Fernzugriff und den Antrag für den „virtuellen“ Benutzungsausweis finden Sie auf unserer Webseite:

Wenn Sie bereits einen regulären Benutzungsausweis von ZB MED haben, können Sie diesen verwenden und benötigen nicht zusätzlich den „virtuellen“ Ausweis.

Und welche Titel findet man dort?

Wir bieten ein breites Spektrum an E-Books an, die zu unserem lebenswissenschaftlichen Sammelprofil passen. Einen genaueren Überblick über die Fächer bekommt man unter:

Der Großteil der angebotenen E-Books ist englischsprachig, wir haben aber auch viele deutschsprachige Titel.

Verschaffen  Sie sich doch gerne selbst einen Überblick direkt auf der Plattform. Wenn Sie bereits einen ZB MED-Benutzungsausweis haben, können Sie die Recherche auf ProQuest Ebook Central direkt hier starten.

Und wie funktioniert jetzt der Kaufvorschlag?

Voraussetzung ist wie gesagt der ZB MED-Benutzungssausweis, sowie eine einmalige Registrierung bei ProQuest Ebook Central.

  • Loggen Sie sich mit Ihrem ZB MED-Benutzungsausweis (oder Ihrem virtuellen Benutzungsausweis) per Fernzugriff bei ProQuest Ebook Central ein.
  • Nach einmaliger Registrierung bei „ProQuest Ebook Central“ können Sie uns die Titel zum Kauf vorschlagen, indem Sie zunächst den Titel anklicken und Ihren Wunsch mit „Anfrage“ abschicken.

Titel, die zum Kauf auf Wunsch vorschlagen werden können, erkennt man an einem gelben Punkt bzw. dem Hinweis „Verfügbar auf Anfrage“:

Daran erkennen Sie, ob ein Titel bei ProQuest Ebook Central für ZB MED Nutzer:innen zum Kauf auf Wunsch verfügbar ist.

Darüber hinaus können Sie uns natürlich auch Titel vorschlagen, die Sie nicht auf Ebook Central finden:

An wen kann man sich wenden, wenn man Fragen zu dem Service hat?

Schreiben Sie uns gerne an fernzugriff@zbmed.de.
Oder setzen Sie sich telefonisch mit unserem InfoCenter in Verbindung: 0221-478-5685

Viele weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Webseite:

Aufbau einer qualitätsgesicherten Open-Access-Publikationsplattform – die drei wichtigsten Überlegungen aus Sicht einer Publikationsmanagerin

von Ursula Arning

Konkrete Hilfestellungen beim Aufbau einer qualitätsgesicherten Open-Access-Publikationsplattform stellen bisher ein Desiderat in der Praxis vieler wissenschaftlicher Bibliotheken dar. Fragen wie „Was muss ich beachten, wenn ich eine Publikationsplattform aufbauen möchte?“, „Welche Ressourcen habe ich dazu zur Verfügung?“ und „Wie kann ich zeigen, dass die Plattform vertrauenswürdig ist und allen qualitativen Ansprüchen genügt?“ tauchen bei allen auf, die sich mit dem Gedanken tragen, eine OA-Publikationsplattform aufzubauen. Dieser Blogbeitrag stellt die drei wichtigsten Überlegungen dazu dar.

1) Projektmanagement:

Wie bei jedem Projekt sind auch hier die Grundsätze des Projektmanagements anwendbar. Ganz zu Beginn sollten daher die Konzeptionierung und damit die Festlegung des Verwendungszwecks der Plattform stehen. Dazu zählt zwingend auch eine Zeitplanung:

Inhaltlich: Beim Aufbau einer Plattform ist zuallererst die Frage zu stellen, ob die Institution den Grünen Weg, also insbesondere Zweitveröffentlichungen, unterstützten möchte oder mit ihrer Plattform Erstveröffentlichungen im Open Access Gold ermöglichen wird. Sollen eventuell auch Forschungsdaten veröffentlicht werden? Kann es Gründe geben, nicht sofort alles offen (Open Access) zur Verfügung zu stellen? Ist in dem Falle eine Embargo-Funktion anzubieten, so dass die Artikel nach dieser Zeit automatisch freigeschaltet werden? Welchen Zeitraum soll diese Frist umfassen? Weitergehend ist zu entscheiden, welche Publikationsarten veröffentlicht werden – handelt es sich also um Zeitschriften, Bücher oder Kongresse? Und welche Besonderheiten sind dementsprechend beim Publikationsprozess zu erwarten? Je nach Disziplin verläuft das Review-Verfahren unterschiedlich. Auch die Frage der Lizenzvergabe (z.B. Creative Commons) für die Publikationen sollte möglichst zu Anfang geklärt werden. Um allen Beteiligten auf einen Blick ihre Rechte und Pflichten darzustellen, ist es hilfreich, diese Punkte in einer öffentlich zugänglichen Policy transparent zusammenzufassen.

Technisch: Die konzeptionellen Inhalte wirken sich auf die Wahl der zur nutzenden Infrastruktur aus. Welches System ist dafür am besten geeignet? Soll es ein Open-Source-System sein? Gibt es Gründe, warum man lieber ein System einkaufen möchte? Welche technischen Entwicklungen sind bereits vorhanden? Dazu gehören Überlegungen zur Stabilität bzw. Leistungsfähigkeit des Systems. Ist z.B. mit einer Expansion des Publikationsverhaltens zu rechnen, so dass eine Skalierbarkeit der Server notwendig ist? Wenn nur eine Zeitschrift publiziert wird oder nur Text sind die benötigten Speicherplatzkapazitäten andere, als wenn man plant, mehrere Zeitschriften oder zusätzlich dazugehörige Forschungsdaten zu veröffentlichen. Wie sieht es mit der Langzeitarchivierung der Veröffentlichungen aus? Gibt es schon Lösungen dazu im Haus? Welche Schnittstellen dazu muss die Plattform aufweisen? Auch Überlegungen zur Barrierefreiheit sowie der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sollten von Anfang an mit bedacht werden, um entsprechende und kompatible Publikationsformate zu erstellen.

Zeitplan: Umso konkreter der Zeitplan erstellt wird, umso valider ist die Kalkulation beispielsweise bezüglich des benötigten Personals. Viele zu erledigende Schritte hängen miteinander zusammen und sind bei einem guten Projektmanagement miteinander in Verbindung zu bringen und zu überwachen: Bis zu welchem Zeitpunkt sind welche Meilensteine beim technischen Aufbau der Plattform abgeschlossen? Ab wann kann mit den ersten Veröffentlichungen gerechnet werden? Ab wann sind erste Marketingmaßnahmen und Akquise der Publikationen sinnvoll? Wer ist wann über die Plattform und deren Entwicklung in Kenntnis zu setzen? Müssen Workshops zur Nutzung der Plattform eingeplant werden?

Tipp: Allgemein ist bei Entwicklungsprojekten von einer Verzögerung der Entwicklungsplanungen auszugehen und somit ein größerer Zeitpuffer einzuplanen.

2) Ressourcen

Unumgänglich sind auch Überlegungen zu den finanziellen Möglichkeiten. Dazu gehört eine möglichst genaue Kalkulation aller Kosten und die Gegenüberstellung aller vorhandenen und eventuell zusätzlicher benötigter Ressourcen, also sowohl Personal- als auch Sachkosten.

Personal: Die Planung der personellen Ressourcen baut auf der vorherigen konzeptionellen Entscheidung auf: Möchten Sie (nur) das technische System zur Verfügung stellen? Müssen Sie zumindest zeitliche Aufwände für den technischen Support berechnen? Bauen Sie zusätzlich eine Redaktion auf, die z.B. das Korrektorat übernimmt und eventuell auch das Management des Review-Prozesses, ist dieser Personalbedarf gesondert zu kalkulieren. Vielleicht möchten Sie über diese Services hinaus auch Beratungen rund um den Publikationsprozess wie auch zu urheberrechtlichen Fragen anbieten und ganz nah an den Forschenden arbeiten? Dafür benötigen Sie einen sogenannten Publikationsmanager, der die Akquise betreibt und den Publikationsworkflow begleitet. Während der Aufbauphase der Plattform sollten Sie einen Projektmanager einplanen, der den Fortgang des Aufbaus der Publikationsplattform überwacht und alle Beteiligten jeweils zusammenbringt, um möglichst zeitnah bei Problemen eingreifen zu können. Sie müssen sich bei den Planungen auch darüber klarwerden, welche Kompetenzen im Sinne von Fähigkeiten und (Fach-)Kenntnissen die einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sollten. Können Sie dafür Personal aus der Belegschaft gewinnen, das sich für diese neue Arbeit engagieren möchte (eventuell nach einer Fortbildung oder Zusatzqualifikation) oder benötigen Sie neue Kolleginnen und Kollegen für die entsprechend Ausschreibungen vorbereitet werden müssen?

Sachkosten: Die Kosten für die aufzubauende Infrastruktur sind nicht zu unterschätzen. Auch wenn man sich für eine Open-Source-Lösung entscheidet, die kostenlos zur Verfügung steht, werden kleinere Entwicklungsarbeiten für institutionelle Anpassungen anfallen. Auch wird man sich um Lösungen bezüglich Wartung und Hosting der Plattform kümmern müssen. Wie viele Server oder virtuelle Maschinen sowie Lizenzen müssen eingeplant werden? Und schon in kleinere Details gehend: Gibt es ein Sicherheitszertifikat für die Webseiten?

Wie hoch die finanziellen Aufwände dafür einzurechnen sind, hängt davon ab, ob eine Auftragsvergabe an einen Drittanbieter (Entwicklungsfirma außer Haus nach einem entsprechenden Ausschreibungsverfahren) erfolgt oder man auf spezifische Kompetenzen im Haus zurückgreifen kann, die eventuell intern verrechnet werden.

Tipp: In Betracht zu ziehen ist, dass für den Aufbau der Infrastruktur eventuell Fördermittel (z.B. durch die DFG) zur Verfügung stehen.[1]

3) Qualität

Schon beim Aufbau von Publikationsplattformen, sei es Gold oder Grün, sollte auf die Qualitätssicherung geachtet werden. Dazu stehen z.B. die Vorgaben bzw. Empfehlungen der DINI e.V. (Deutsche Initiative für Netzwerkinformation e.V.)[2] quasi als Anleitung zur Verfügung, die im besten Fall in der Zertifizierung der Plattform münden. Zu den bekanntesten internationalen Entwicklern von Qualitätskriterien und deren Standards gehören die Open Access Scholarly Publishing Association (OASPA)[3], bei der man Mitglied werden kann, wenn man deren Kriterien erfüllt. Die Mitgliedschaft bedeutet damit quasi ein Qualitätssiegel. Im Bereich der Publikationsethik ist die Initiative Committee on Publication Ethics (COPE)[4] zu nennen, auf deren Kriterien man zumindest auf den Webseiten oder in den Policies verweisen sollte. Des Weiteren haben die Initiativen OpenAIRE[5] und Plan S[6] Qualitätskriterien herausgegeben, die für die Plattformen verbindlich zu beachten sind, sollten auf ihnen Publikationen veröffentlicht werden, die von den Partnern gefördert wurden.

Zu den Begutachtungskriterien gehören allgemein die Zugänglichkeit der Plattform, die Sichtbarkeit, die Zurverfügungstellung von Schnittstellen und Statistiken sowie die Beachtung rechtlicher Bestimmungen, die (Langzeit-)Archivierung wie auch die Nachhaltigkeit des Angebots. Die Plattformen entsprechen bei Erfüllung den höchsten Qualitätskriterien und Standards und werden von den Herausgeberinnen und Herausgebern sowie den Autorinnen und Autoren somit als vertrauenswürdig wahrgenommen.

Weiterführend

ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften hat 2020 einen „Leitfaden zum Aufbau von Open-Access-Publikationsplattformen für den Goldenen und Grünen Weg“ [7] herausgebracht, der den oben vorgestellten Fragen detailliert nachgeht. Zusätzlich zu den konzeptionellen und finanziellen Überlegungen sind im Leitfaden auch nachnutzbare Open-Access-Gold- (bzw. -Grün) Softwarelösungen und Publikationstools verzeichnet, mit denen bereits einige Plattform-Betreiberinnen und -Betreiber arbeiten. Zusätzlich werden technische Anforderungen an OAI- und OpenAIRE-Schnittstellen dargestellt, da es für Plattformen essentiell ist, dass die Veröffentlichungen auch sichtbar sind und in die gängigen Datenbanken eingespeist werden. Darüber hinaus helfen die Definitionen wichtiger Begriffe – dargestellt in farblich gekennzeichneten Boxen – Einsteigerinnen und Einsteigern beim Einarbeiten in die Thematik.

Wenn Sie selber mit ein bisschen technischem Know-how ein System testen möchten, steht Ihnen z.B. die VirtualBox des hbz NRW (Hochschulbibliothekszentrum des Landes NRW) zur Verfügung: https://github.com/hbz/to.science/tree/master/vagrant/ubuntu-14.04

Fazit:

Der Aufbau einer Publikationsplattform muss gut überlegt sein, da er einiges an Ressourcen bindet. Dafür kann man seinen Forschenden eine qualitätsgesicherte, vertrauenswürdige Publikationsplattform anbieten. Inzwischen gibt es aber auch viele Partner im öffentlichen Bereich, die z.B. Open-Source-Systeme als kooperative Lösung anbieten und das Hosting und die Wartung übernehmen. Dazu zählt neben dem PUBLISSO-System z.B. auch das Open Journal System (OJS)[9].

Um bei den konzeptionellen Planungen nicht alleine zu stehen, empfiehlt sich der Austausch. Wertvolle Unterstützung können in diesem Bereich beispielsweise Mitglieder der AG Universitätsverlage oder der DINI AG elektronisches Publizieren (DINI e-Pub) durch ihre eigene jahrelange Arbeit und Erfahrung leisten.

* Dieser Blogbeitrag ist auch im Blog der DINI AG FIS & E-Pub erschienen sowie in der englischen Version im Blog der IFLA Section Academic and Research Libraries


Quellen:

[1] Vgl. https://www.dfg.de/foerderung/programme/infrastruktur/lis/index.html [zuletzt abgerufen: 24.02.2021].
[2] Siehe https://dini.de/dienste-projekte/dini-zertifikat/ [zuletzt abgerufen: 24.02.2021].[3] https://oaspa.org/ [zuletzt abgerufen am 24.02.2021].
[4] https://publicationethics.org/ [zuletzt abgerufen am 24.02.2021].
[5] Siehe https://www.openaire.eu/ [zuletzt abgerufen am 24.02.2021].
[6] Siehe https://www.coalition-s.org/ [zuletzt abgerufen: 24.02.2021].
[7] Der Leitfaden ist im Rahmen des vom BMBF geförderten Projekts „SynOA-Pub“ entstanden und gründet auf Interviews mit Software-EntwicklerInnen von Publikationsplattformen sowie auf den eigenen Erfahrungen beim Aufbau der PUBLISSO – Publikationsplattform Gold und dem PUBLISSO – Fachrepositorium Lebenswissenschaften. Hinzugezogen wurden Standards, wie sie im Hinblick auf die Erlangung des DINI-Zertifikats bereits etabliert wurden oder für die Erfüllung der Vorgaben aus Plan S wichtig sind. S. Beringer, C, Arning, U (2020), Leitfaden zum Aufbau von Open-Access- Publikationsplattformen für den Goldenen und Grünen Weg, DOI: 10.4126/FRL01-006419770.
[8] https://www.publisso.de/open-access-publizieren/ [zuletzt abgerufen: 24.02.2021].
[9] https://ojs-de.net/start [zuletzt abgerufen: 24.02.2021].

Das Ziel ist das Ziel: Entwicklung und Kernergebnisse der Gesamtstrategie 2020-2025 für ZB MED und BIBI

Von Miriam Albers und Elke Roesner

„Der Weg ist das Ziel.“
Konfuzius

Kein Zweifel – jede Bibliothek, jedes Forschungsinstitut, jedes Unternehmen, jede öffentliche Einrichtung braucht ein Ziel: eine Vision, eine Mission – kurz eine Strategie. Für ZB MED, eine Einrichtung, die in den letzten Jahren viel Kritik, aber auch Unterstützung erfahren hat, wird dieses Ziel mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt.

Der Weg zu einer neuen Gesamtstrategie war für ZB MED allerdings durchaus mühevoll. Traditionelle Strukturen, neue Forschung, hohe Erwartungen, viele Meinungen und die nicht einfach zu beantwortenden Fragen: „Wer sind wir und wer wollen wir künftig sein?“ machten den Weg holprig. Während die grundsätzlichen Bestandteile von zentraler Fachbibliothek, Ausbau aller Aspekte rund um (Forschungs-)Daten sowie Open Science schnell klar waren, verloren sich viele Diskussionen in Detail- und Gewichtungsfragen: Sind wir mehr Bibliothek oder sind wir überwiegend Forschungsinstitut? Stellen wir gesicherte Zugänge zu Literatur her oder richten wir uns vollkommen auf Open Access aus? Sind wir Forschende der Data Science, der Informationswissenschaften oder der Service Science? Wenn der Weg allein das Ziel darstellen sollte, dann hätten wir dieses bereits erreicht – denn den Weg, mit dem wir das gegebene Ziel erreichen wollten, kannten wir gut.

Für eine kurze Zeitspanne schien allerdings das eigentliche Ziel wieder in die Ferne zu rücken – bis wir zu der entscheidenden Frage zurückkehrten: Wer sind unsere Kund:innen? Und vor allem: Was genau brauchen sie? Die Vision von ZB MED ist – da bestand umgehend Einigkeit –, mit Forschung und Infrastruktur Mensch und Umwelt zu stärken und unsere Kundinnen und Kunden in den Fokus zu stellen. Und um dies zu erreichen, konnte die Antwort auf die Frage, wer wir sind, nur lauten: Wir sind zweierlei in einem – Infrastruktur- und Forschungszentrum zugleich. Nur wenn wir beide Funktionen ausfüllen, können wir die Forschung umfassend unterstützen.

Ab diesem Punkt wurde der Weg gradliniger, obwohl wir uns weiterhin unseren Herausforderungen stellen müssen: Unsere Kund:innen zeichnen sich durch Heterogenität sowohl in der fachlichen Ausrichtung (Medizin, Gesundheitswesen, Ernährungs-, Umwelt- und Agrarwissenschaften sowie deren Grundlagenwissenschaften und Randgebiete) aus, in ihrer Rolle im Fachgebiet (Forschende, Lehrende, Studierende sowie Praktikerinnen und Praktiker) als auch dem örtlichen Bezug (lokal, regional und national). Die COVID-19-Pandemie, die uns auf dem Weg des Strategieprozesses überraschte, hat uns dann deutlich vor Augen geführt, wie wichtig Forschung in den Lebenswissenschaften ist und wofür unsere Kundinnen und Kunden uns brauchen.

Unterstützung der lebenswissenschaftlichen Forschung entlang des Forschungskreislaufs im Sinne von Open Science

Die heterogenen Fachdisziplinen, die wir unter dem Obergriff „Lebenswissenschaften“ zusammenfassen, bedienen sich zudem der unterschiedlichsten Forschungsmethoden: Literaturstudien, Befragungen, Laborexperimente, Vergleiche von Proben aus der Natur bis hin zu explorativen Analysen von Massendaten. Darauf basierend entstand als Grundlage der Strategie von ZB MED eine Darstellung des Forschungskreislaufes der Lebenswissenschaften, die all diese Forschungsmethoden vollumfänglich integriert (siehe Abb. 1). Er bezeichnet die verschiedenen Stationen nach den unterschiedlichen Methoden der Forschung, die komplett abgedeckt werden. Die Disziplinen können untereinander integriert werden, denn ihnen allen ist eins gemeinsam: die Zusammenführung von Daten und Literatur und deren effektive Nachnutzung.

Im Gegensatz zu der traditionellen Darstellung des Forschungskreislaufes als geschlossener Kreis, sind die einzelnen Stationen hier an einer offenen und vor allem weiterführenden Linie platziert. Damit rücken wir die Verbreitung der Forschungsergebnisse, deren Wiederverwendung und die Vernetzung der Forschenden als wesentlichen Teil dieses Kreislaufes in den Fokus.

Abbildung 1: Forschungskreislauf der Lebenswissenschaften

Service for Science – Science for Services

Die Beschreibung der Arbeitsweise der Forschenden machte schnell deutlich, dass das Ziel von ZB MED kein „entweder oder“, sondern nur ein „sowohl als auch“ sein kann. ZB MED vereint zwei Aufgaben in einer Einrichtung: zum einen die einer Zentralen Fachbibliothek in der Informations- und Literaturversorgung als einer Infrastruktureinrichtung für Literatur, Daten und deren Analyse („Service for Science“), zum anderen die eines anwendungsorientierten Forschungsinstituts, welches neue Dienste zur Nutzung von Daten in den Lebenswissenschaften entwickelt („Science for Services“).

Datenwissenschaften für die Lebenswissenschaften

Gerade für die Expertise in Bezug auf die ergänzende Bearbeitung von Daten ist die strategische Allianz mit dem Bielefelder Institut für Bioinformatik-Infrastruktur (BIBI) zielführend. Durch die Verknüpfung von Inhalten, Data Science, Cloud-Infrastrukturen und die Erweiterung der Zielgruppen engagieren sich die Einrichtungen gemeinsam im Sinne von Open Science für die Lebenswissenschaften.

Abbildung 2: Die strategische Allianz von ZB MED und BIBI führt zu zahlreichen neuen sowie dem Ausbau bestehender Services.

ZB MED und BIBI begleiten die Vielfalt in den Lebenswissenschaften mit einer Fülle an Diensten. Die unterschiedlichen Angebote decken alle Aspekte des Forschungskreislaufes mit den jeweiligen Daten ab: vom Zugang zu einem breiten Literaturangebot durch die spezialisierte Suchmaschine LIVIVO über elektronische Laborbücher, professionelles Forschungsdatenmanagement und Cloud-Infrastrukturen bis hin zu einem strukturierten Publikationsangebot im Open-Access-Publikationsportal PUBLISSO und begleitet von passgenauer Beratung sowie Aus- und Weiterbildungen.

Die ausdifferenzierte Mission ist unterteilt in fünf Leitlinien, die den Weg aufzeigen, den ZB MED und BIBI gehen, um die heterogene Zielgruppe im Blick zu behalten und den facettenreichen Aufgaben gerecht zu werden:

  • Forschen + vernetzen: Wir forschen gemeinsam mit der regional, national, europäisch und weltweit vernetzten Forschungsgemeinschaft.
  • Data Science: Wir ermöglichen Datenanalysen und generieren neue Erkenntnisse durch Forschung.
  • Zugang zu Informationen: Wir stellen den Zugang zu Information, Literatur und Daten als zentrale Informationsinfrastruktur nachhaltig bereit.
  • Open + FAIR: Wir fördern die offene und reproduzierbare Wissenschaft im Sinne von Open Science und FAIR-Prinzipien.
  • Wissens- und Kompetenzvermittlung: Wir vermitteln aktiv Wissen, Kompetenzen und Fähigkeiten.

ZB MED und BIBI haben sich auf dem Weg zu einer neuen Gesamtstrategie intensiv mit verschiedenen Alternativen und unterschiedlichen Optionen auseinandergesetzt. Nicht jeder Weg hat sich dabei direkt als zielführend herausgestellt – teilweise waren es Umwege, die uns weiter gebracht haben. Letztendlich haben ZB MED und BIBI die gemeinsame Strategie aufgrund der Ausrichtung auf das Ziel erarbeitet, nämlich mit Forschung und Infrastruktur Mensch und Umwelt zu stärken. Somit ist das Ziel – die Entwicklung einer zukunftsweisenden Gesamtstrategie –  für ZB MED/BIBI nicht über den Weg, sondern über die konsequente Ausrichtung auf das Ziel erreicht worden. Dass die Strategie als der vorbestimmte „Weg zum zukünftigen Erfolg“[1] umgesetzt wird, bringt eine hohe Erwartung mit sich und macht die nächsten Schritte umso spannender.


Dieser Text erscheint parallel im ZB MED-Jahresbericht 2020.


[1] Fühles-Ubach, Simone: Mittendrin oder nur dabei? Welche Rolle spielen Bibliotheken und ihre Strategien im Gesamtkontext ihrer Träger?. In: BIBLIOTHEK – Forschung und Praxis, 2018, Preprint, S. 5. URL: https://edoc.hu-berlin.de/bitstream/handle/18452/20018/AR_3228_Fuehles-Uhbach_Preprint_BFP_2018.pdf?sequence=1.

#wenigerHashtagswirkenwissenschaftlicher oder: Was sollten Forschende beachten, wenn sie auf Twitter auch als solche wahrgenommen werden möchten?

von Jasmin Schmitz

Eine Online-Befragung hat untersucht, welche Eigenschaften von Tweets wissenschaftlich wirken. Eines der Hauptergebnisse: Bilder und Links haben keine Auswirkungen, die Anzahl der Hashtags aber sehr wohl.

Die Befragung wurde im Rahmen des Projekts „KlawiT: Klassifizierung wissenschaftlicher Tweets“ mit finanzieller Unterstützung des Leibniz-Forschungsverbundes Open Science zwischen April und Oktober 2018 durchgeführt. Die Ergebnisse des Projekts haben die Projektbeteiligten Athanasios Mazarakis, Isabella Peters (beide ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft und Universität Kiel) und Jasmin Schmitz (ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften) in einem gemeinsamen Beitrag auf dem 16th International Symposium for Information Science (ISI) vorgestellt.

Ziel des Projekts war es herauszufinden:

  1. Wann wird ein Tweet als wissenschaftlich eingestuft?
  2. Welche Eigenschaften bei Tweets wirken sich auf die wahrgenommene Wissenschaftlichkeit aus?

Warum haben wir uns mit dieser Frage beschäftigt? Die informelle Kommunikation von wissenschaftlichen Ergebnissen unter anderem über Social Media wird im Zuge von Open Science immer stärker propagiert. Damit ist die Idee verbunden, dass so das Verständnis der Gesellschaft für wissenschaftliche Prozesse verbessert wird; gleichzeitig wird dieser „Impact“ in die Gesellschaft hinein über alternative Metriken, die sogenannten Altmetrics, in gewisser Weise messbar. Wir wollten daher wissen, was Forschende tun können, um auf Social-Media-Kanälen wie Twitter auch „wissenschaftlich“ zu wirken.

Hashtags zu medizinischen Fachbezeichnungen als Grundlage für die Datensammlung

Für die Online-Befragung wurde nach Hashtags mit einschlägigen medizinischen Fachbezeichnungen (z.B. Urologie) in deutscher und englischer Sprache gesucht. Diese haben wir deshalb ausgewählt, weil wir davon ausgegangen sind, dass sich damit ein heterogenes Datenset zusammenstellen lässt, an dem sich Unterschiede zwischen wissenschaftlich und nicht-wissenschaftlich wirkenden Tweets herausarbeiten lassen. Erstes überraschendes Ergebnis der Datensammlung: Für die englischsprachigen Hashtags gab es deutlich mehr Treffer bei der Suche.

Vorab-Analyse und Kategorisierung von Tweets

Insgesamt sind 162 Tweets in die Analyse eingeflossen. Im nächsten Schritt wurden die Merkmale der Tweets erfasst, d.h. Vorhandensein von Bildern, Hashtags, Links, Videos sowie Anzahl der Likes und Retweets. Die Mehrheit der Tweets (jeweils über 70%) enthielt Links und Bilder. Zusätzlich wurden die Tweets auf Basis ihres Inhalts einem von sieben unterschiedlichen Themengebieten – Artikel, Methodik, Job, Meinung, Publicity, Spaß, Verständnis – zugeordnet. Der überwiegende Teil der Tweets in unserem Untersuchungsset beschäftigte sich mit „Publicity” (N=59, 36 %), zu denen auch Tweets zu Konferenzen gehören, gefolgt von Tweets über wissenschaftliche Artikel (N=35, 22 %). Abschließend haben wir die Tweets vorab von Kodierern mit Blick auf die Wissenschaftlichkeit bewerten lassen, um die Ergebnisse der anschließenden Online-Befragung besser einordnen zu können.

Online-Befragung mit 109 Teilnehmenden

Insgesamt haben 109 Personen an der Online-Studie teilgenommen, die über Teilnahmeaufrufe auf den Institutsseiten und auf Twitter sowie Facebook rekrutiert wurden. Sie wurden darin nach ihrer Einschätzung gefragt, ob ein Tweet ihrer Meinung nach als wissenschaftlich eingestuft werden kann. Sie konnten darauf ausschließlich mit „Ja“ oder „Nein“ antworten. 41% der Tweets wurden als „wissenschaftlich“ bewertet, wobei es keine nennenswerten Unterschiede zwischen der Kodierer- und Probandenbeurteilung gegeben hat. Bei der anschließenden Auswertung hat sich gezeigt, dass die Anzahl der Hashtag einen Einfluss auf die Bewertung hat: Je mehr Hashtags ein Tweet hat, umso seltener wird er als wissenschaftlich wahrgenommen.

Am ehesten wurden Tweets aus der Kategorie „Methodik“ als wissenschaftlich bewertet, Tweets in den Kategorien „Artikel“ und „Verständnis“ mindestens zur Hälfte. Tweets, die den übrigen Kategorien zugeordnet waren, wurden mehrheitlich als „nicht-wissenschaftlich“ bewertet. Bei den Kategorien „Artikel“ und „Publicity“ konnten wir eine starke Streuung feststellen, was darauf hindeutet, dass die Teilnehmenden der Online-Befragung bei der Bewertung eher ambivalent waren.

Interessanterweise zeigt sich, dass die Teilnehmenden der Online-Befragung bei den Kategorien „Methodik“, „Job“ und „Spaß“ weniger uneins waren, wobei – wie oben bereits dargestellt – lediglich Tweets in der Kategorie „Methodik“ als wissenschaftlich bewertet wurden.

Was macht einen Tweet nun wissenschaftlich?

Eine anschließende Gegenüberstellung von Tweets, die als eindeutig „wissenschaftlich“ und „nicht-wissenschaftlich“ bewertet wurden, zeigte, dass solche Tweets als „wissenschaftlich“ bewertet werden, die sich auf wissenschaftliche Arbeitsprozesse beziehen, also auf Publikationen, Berichte oder Kongresse. Zudem konnte die Gegenüberstellung die Ergebnisse aus der statistischen Analyse direkt bestätigen, dass solche Tweets als wissenschaftlich wahrgenommen werden, die maximal drei Hashtags aufweisen.

Empfehlungen für twitternde Forschende

Was können wir nun Forschenden empfehlen, die Twitter und Twitterbeiträge im wissenschaftlichen Kontext nutzen möchten und sicherstellen wollen, dass diese als „wissenschaftlich“ wahrgenommen werden?

  • Verwendet maximal drei einschlägige Hashtags, die den Inhalt beschreiben: Hashtags erleichtern die Auffindbarkeit und erlauben es, unterschiedliche Gruppen zu adressieren, von denen man wahrgenommen werden möchte. Eine große Anzahl an unspezifischen Hashtags führt dazu, dass Tweets eher als unwissenschaftlich eingestuft werden.
  • Vermeidet spaßige Tweets oder solche mit Stellenangeboten. Diese werden sehr häufig als nicht-wissenschaftlich eingeschätzt.
  • Meldungen aus einem wissenschaftlichen Kontext wie einem Kongress steigern die Akzeptanz. Allerdings solltet ihr euch auch hier auf wissenschaftliche Publikationen und Vorträge fokussieren.

Wie geht es weiter?

In künftigen Studien wollen wir zum einen die Hashtags um Krankheitsbilder sowie auch auf Sets aus dem nicht-medizinischen Bereich erweitern, um die Ergebnisse zu generalisieren.

Links

Short Paper „#wenigerHashtagswirkenwissenschaftlicher. Der Zusammenhang von Tweet-Eigenschaften und wahrgenommener Wissenschaftlichkeit“ im ISI-Proceedingsband online (S. 44-63): https://files.mi.ur.de/f/b11233047d864a1d822b/?dl=1

Projektbericht zu „KlawiT: Klassifizierung wissenschaftlicher Tweets“ auf Zenodo: http://doi.org/10.5281/zenodo.4033357

ELN-Filter hilft bei der Auswahl von ELNs für die Lebenswissenschaften – neuer Service von PUBLISSO

von Beatrix Adam und Birte Lindstädt

In Ergänzung zum ELN-Wegweiser, der für das nötige Hintergrundwissen zum Thema Auswahl und Einführung eines Elektronischen Laborbuchs sorgt, stellt PUBLISSO den ELN-Filter im Excel-Format zum Download zur Verfügung. Es handelt sich dabei um fünfzehn Tools, die anhand folgender Fragestellungen ausgewählt wurden:

  • Ist das Tool auf die Lebenswissenschaften zugeschnitten oder kann es entsprechend konfiguriert werden?
  • Kann mit einer ausreichenden Stabilität im Hinblick auf Marktpräsenz und Weiterentwicklung gerechnet werden?
    • Hat das Tool bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt?
    • Existieren Veröffentlichungen zu seinem Einsatz?
  • Ist das Tool für die Einbindung in ein Forschungsdatenmanagement geeignet?

Eine Abfrage für die ELN-Auswahl maßgeblicher Kriterien fand Ende 2019 bei den Anbietern statt. Die Ergebnisse wurden in mehreren Tabellenblättern aufbereitet und analysiert.

Tabellenblatt Filterung nach Kriterien
In 18 Kategorien, von Bereitstellungsmodell bis Workflows, stehen circa 150 Kriterien zur Verfügung. Dabei kann, wenn nötig, eine bessere Übersichtlichkeit erzielt werden, indem für die eigene Auswahl nicht relevante Kriterien/Kategorien ausgeblendet oder gelöscht werden.

Tabellenblatt Filterung nach Kategorien

Abb.1: Auszug aus dem Tabellenblatt „Filterung nach Kategorien“

Das Tabellenblatt Erläuterungen zu den Kategorien enthält Informationen, die die Einschätzung ihrer Relevanz für die Nutzenden erleichtern sollen und enthalten wo nötig weitere Erläuterungen. So wurde zum Beispiel vorausgesetzt, dass alle Produkte einen Text- und Tabelleneditor haben, sodass dieses Merkmal nicht als Kriterium in der Kategorie Dateneingabe auftaucht.

Tabellenblatt Erfüllungsgrad der ELN-Tools
Das Datenblatt stellt dar, wie viele der abgefragten Merkmale die einzelnen Produkte aufweisen. Dabei kann der Erfüllungsgrad pro Kriterium, pro Kategorie und insgesamt betrachtet werden.

Auszug Tabellenblatt Erfüllungsgrad der ELN-Tools

Abb.2: Erläuterung des Tabellenblatt „Erfüllungsgrad der ELN-Tools“

Schließlich bietet das Tabellenblatt Übersicht ELN-Tools Links zur Webseite des jeweiligen Angebots und zur Nutzung im akademischen Rahmen. Ergänzend werden Referenzen aufgelistet und zu Praxisbeispielen verlinkt. Preismodelle für die akademische Nutzung sowie Informationen der Anbieter zur Nutzung der Tools im akademischen Bereich finden sich in weiteren Spalten.

Die entwickelte Tabelle stellt lediglich einen Auszug aus dem vielfältigen Angebot an kommerziellen sowie Open-Source-Tools dar. Die hohe Dynamik, mit der sich der Markt entwickelt, erschwert die Zusammenstellung von Informationen, die für einen längeren Zeitraum verlässlich sind. Die Anbieter entwickeln ihre Produkte weiter und ergänzen häufig nachgefragte Features. Daher kann es sich zum Beispiel lohnen, ein Produkt, das aufgrund der Usability favorisiert wird, aber nicht alle Kriterien erfüllt, nochmals eingehend zu prüfen. Viele Anbieter sind auch bereit, auf Kundenwünsche zu reagieren und Funktionen zu entwickeln, wenn die Anforderung für die akademische Landschaft insgesamt von Nutzen ist. Bei Open-Source-Produkten kann man selbst aktiv an der Entwicklungscommunity teilnehmen oder spezielle Lösungen für die eigene Institution entwickeln.

Haben Sie Fragen? Brauchen Sie weitere Informationen? Gerne beraten wir Sie hinsichtlich der Auswahl und Einführung eines Elektronischen Laborbuchs.

Kontakt: forschungsdaten@zbmed.de

Weiterführende Links:

Zum Download-Link des ELN-Filters

Informationen zu ELNs auf der PUBLISSO Website: https://www.publisso.de/forschungsdatenmanagement/fd-dokumentieren/

PUBLISSO Website zum Forschungsdatenmanagement: https://www.publisso.de/forschungsdatenmanagement/

 

ZB MED Wegweiser zu Elektronischen Laborbüchern in aktualisierter und erweiterter Fassung

von Beatrix Adam und Birte Lindstädt

Das Thema Elektronische Laborbücher (Electronic Lab Notebook ELN) gewinnt in der deutschen und internationalen Forschungslandschaft zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Forschungseinrichtungen nutzen die Vorteile eines ELN. Im Videopodcast Nachgefragt erklärt Birte Lindstädt, Leitung Forschungsdatenmanagement bei ZB MED, welche Vorteile die Einführung eines ELN hat, worauf zu achten ist und warum die gute wissenschaftliche Praxis und Elektronische Laborbücher Hand in Hand gehen:

Erfahrungen mit Elektronischen Laborbüchern

Dort, wo es bereits eingeführt wurde, stellen sich Herausforderungen hinsichtlich des Monitoring und der Integration des ELN in das Forschungsdatenmanagement (FDM). In Einrichtungen, in denen das ELN der Initialfunke zur Etablierung eines FDM war, werden im Anschluss an seine Einführung unter anderem Lösungen zur zentralen Datenspeicherung, zur Langzeitarchivierung und zur Verknüpfung mit einem Repositorium, aufgebaut.

Daneben rücken auch rechtliche Rahmenbedingungen in den Fokus, wie zum Beispiel die Einbeziehung des Personalrats bei der Einführung. Je nach Bundesland gibt es unterschiedliche gesetzliche Regelungen in welcher Form der Personalrat einzubeziehen ist.

Titelseite ELN-Wegweiser zweite AuflageParallel dazu zeigt sich der Markt für Elektronische Laborbücher sehr dynamisch: die Anbieter bauen ihre Produkte aus und gehen Allianzen ein, um den wachsenden Anforderungen, beispielsweise hinsichtlich Usability, Features, Konnektivität, Beweissicherheit, gerecht zu werden.

Vor diesem Hintergrund ist die zweite aktualisierte und erweiterte Fassung des ELN-Wegweisers in neuem Layout erschienen.

Die Neuerungen im Überblick:

Neues Kapitel: Rechtliche Rahmenbedingungen Infobox zu rechtlichen Rahmenbedingungen für ELN

In einem neuen Kapitel wird die Einbeziehung des Personalrats bei der Einführung eines ELN behandelt. Neben Hintergrundinformationen zur Gesetzgebung werden praktische Tipps zur Umsetzung und Planung an die Hand gegeben.

Eine dazu gehörige Infobox enthält Links zu weiteren Informationen.

Neue Best-Practice-Beispiele

Wir freuen uns, dass wir weitere Interviewpartner gewinnen konnten, die die Einführung eines ELN an ihrer Einrichtung maßgeblich mitgestaltet haben:

  • Universität und Universitätsklinikum zu Köln – lizensiertes Produkt: eLabJournal
  • Leibniz-Institut für Alternsforschung, Jena – lizensiertes Produkt: RSpace

Alle Fallbeispiele in der Übersicht:

Alle Fallbeispiele zur Einführung von ELNs auf einen Bilck

 

Infoboxen mit aktualisierten und neuen Links

  • Umstieg vom Papierlaborbuch zum ELN/Einführung in das Thema ELN
  • Das ELN als Baustein im Lebenszyklus von Forschungsdaten
  • Literatur zu Best-Practice-Beispielen
  • Ausschreibungen für ELNs können Impulse geben

Infoboxen zu Einführung und Ausschreibung zu ELNs

Gerne treten wir in einen Dialog mit Ihnen sowohl zum ELN-Wegweiser als auch zum Thema insgesamt. Auch wenn Sie weiteren Beratungsbedarf haben, stehen wir gerne zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare und Fragen hier im Blog oder per E-Mail: forschungsdaten@zbmed.de.

Weiterführende Links:

Zum Inhaltsverzeichnis und Download des ELN-Wegweisers:
https://www.publisso.de/forschungsdatenmanagement/fd-dokumentieren/eln-wegweiser/

Informationen zu ELNs auf der PUBLISSO Website: https://www.publisso.de/forschungsdatenmanagement/fd-dokumentieren/

PUBLISSO Website zum Forschungsdatenmanagement: https://www.publisso.de/forschungsdatenmanagement/

Das nehmen wir aber jetzt persönlich! – Analyse von SPAM-Mails von Zeitschriften und Konferenzen

Von Julia Bartlewski und Jasmin Schmitz

Einleitung: Warum sind SPAM-Mails ein Problem?

Wenn Betreibende von Zeitschriften und Organisator*innen von Konferenzen massenhaft E-Mails versenden, um Einreichungen einzuwerben oder um zur Mitarbeit als Herausgebende oder Begutachtende aufzufordern, dann handelt es sich möglicherweise um Predatory Journals und Predatory Conferences. Predatory Journals sind Open-Access-Zeitschriften, die Publikationsgebühren verlangen, aber keine verlegerische und/oder redaktionelle Leistung anbieten. Das „Geschäftsmodell“ wird mittlerweile auch auf Konferenzen übertragen. Hier geht es dann um die betrügerische Einnahme von Konferenzgebühren, die Konferenz findet entweder nicht statt oder in einem Rahmen, der einen fruchtbaren wissenschaftlichen Austausch unmöglich macht. Auch hier werden Beiträge meist nicht hinreichend begutachtet.
Wichtig mit Blick auf die Zeitschriften zu wissen: Das Gros der Open-Access-Zeitschriften ist seriös und wendet die in der jeweiligen Disziplin üblichen Qualitätssicherungsmaßnahmen (Peer Review) an. Daneben gibt es auch noch einen nicht quantifizierbaren Graubereich von Zeitschriften, die seriöse Absichten haben, die aber die Publikationsstandards nicht oder noch nicht erfüllen. Um diese nicht zu diskriminieren, bietet sich das Prüfen anhand eines Kriterienkatalogs an.

Analyse des E-Mailsaufkommens

Auch die PUBLISSO Publikationsberatung und andere nicht-wissenschaftliche Bereiche von ZB MED erhalten regelmäßig solche SPAM E-Mails, was umso verwunderlicher ist, da man hier eher punktuell im Rahmen von kleineren Projekten wissenschaftlich tätig ist und deshalb weniger publiziert als in den ZB MED Forschungsprojekten. Zwar ist die Zahl deutlich kleiner als bei Forschenden – manche berichten von mehr als 1.800 E-Mails in zwei Jahren[1]. Das hat umso mehr die Neugierde geweckt, zu analysieren, wie die, die die SPAM-Mails-versenden, Mailadressen auswählen und welche inhaltlichen Auffälligkeiten es gibt.

Hierzu wurden die E-Mails von Zeitschriften und Konferenzen, die im Zeitraum Januar 2019 bis Juni 2020 an die Mailadressen publikationsberatung [at] zbmed [punkt] de und an die persönliche Adresse der Abteilungsleitung für die Publikationsberatung schmitz [at] zbmed [punkt] de versendet wurden, systematisch erfasst. Ebenfalls in die Analyse eingeflossen sind E-Mails, die an die persönliche E-Mailadresse der PUBLISSO Programmbereichsleitung arning [at] zbmed [punkt] de geschickt wurden oder von anderen Bereichen stammten (z.B. Pressestelle/ Marketing, allgemeine Mailadresse für das Suchportal LIVIVO und für das Infocenter) und zwecks Überprüfung/ Konsultation an die Publikationsberatung weitergeleitet wurden. Diese wurden nicht systematisch gesammelt, so dass sich auch Lücken ergeben können.

Insgesamt wurden 124 E-Mails gesammelt.

Grafische Abbildung über die Verteilung der gesammelten E-Mails

Abbildung 1: Zeitliche Verteilung der gesammelten E-Mailsim Untersuchungszeitraum (Januar 2019 bis Juni 2020)
– zum Vergrößern bitte Bild anklicken

Es zeigt sich, dass mehr E-Mails zu Zeitschriften (n=85) als zu Konferenzen (n=39) versendet wurden. Abbildung 2 zeigt das E-Mail-Aufkommen sortiert nach Mailkonten.

Grafische Abbildung über Verteilung der E-Mails nach Empfänger

Abbildung 2: Verteilung auf unterschiedliche E-Mailkonten
– zum Vergrößern bitte Bild anklicken

Es zeigt sich, dass im Januar, Mai und im Hochsommer derartige SPAM-E-Mails Konjunktur haben. Deutlich zu sehen ist auch die Abnahme an SPAM-Mails mit Beginn der COVID-19-Krise: Während im Januar 2020 noch 13 E-Mails eingegangen sind, lässt mit Februar – also mit Beginn der Diskussion um die Notwendigkeit von Reisebeschränkungen und möglichen Lock-Downs – das Aufkommen deutlich nach. Obwohl nach Juni 2020 das Sammeln eingestellt wurde, lässt sich aus dem subjektiven Eindruck heraus feststellen, dass auch bislang nicht das Niveau von 2019 erreicht wurde. Insbesondere das Versenden von Einladungen zu Konferenzen wurde weitestgehend eingestellt. Seit den Berichten über Erfolge bei der Impfstoffentwicklung Ende Oktober/ Anfang November 2020 nehmen die Anfragen allerdings wieder zu.

Analyse der Mailinhalte

Acht (7%) der E-Mails (drei von Zeitschriften und fünf zu Konferenzen) sind im SPAM-Filter des E-Mailservers gelandet und wurden aus Sicherheitsgründen nicht komplett zugestellt. Wegen fehlender Informationen wurden diese aus der inhaltlichen Analyse ausgeklammert. In die inhaltliche Analyse sind somit 116 E-Mails eingeflossen. Es wurden zwischen den E-Mail-Konten keine nennenswerten Unterschiede festgestellt, weshalb die E-Mails gemeinsam analysiert wurden.

Anrede

Mehr als ein Drittel der E-Mails (n=44; 38%) verzichtet auf eine Anrede oder verwendet eher ein unpersönliche Art der Ansprache wie „Dear Researchers/ Colleagues/ Authors“ o.ä., „Hello/Hi“; „Dear Sir/Madam“. Ebenfalls 38% (n=45) der E-Mails nehmen direkt Bezug auf Publikationen in bibliothekarischen Fachzeitschriften wie Information – Wissenschaft & Praxis, BIBLIOTHEK – Forschung und Praxis oder ZEITSCHRIFT FÜR BIBLIOTHEKSWESEN UND BIBLIOGRAPHIE und kopieren den Namen (einschließlich die der Ko-Autor*innen – falls vorhanden) auch direkt aus den Autor*inneninformationen des jeweiligen Artikels und setzen lediglich ein „Dear“ davor.  Ersichtlich wird dies, da Vornamen und Nachnamen vertauscht und durch ein Komma getrennt werden. Hieran wird deutlich, woher die Versender ihre Adressat*innen-Liste erhalten: Offenbar werden gezielt Zeitschriftenseiten durchforstet. Offensichtlich geschieht das automatisch, weil man bei einer intellektuellen Ermittlung erwarten würde, dass zumindest Vor- und Nachname in die richtige Reihenfolge gebracht werden. Interessanterweise werden hier wohl Seiten großer Verlage bevorzugt, weil ein Teil der Adressat*innen auch regelmäßig für Zeitschriften kleinerer Verlage schreibt, auf deren Artikel nicht Bezug genommen wird. 22% (n=25) wählen eine Anrede mit einer Kombination aus „Dear“ mit (Titel), Vornamen und Nachnamen: Hier liegt die Vermutung nahe, dass akademische Webseiten bzw. unsere institutionelle Website automatisch nach Namen und E-Mailadressen abgesucht werden.

E-Mails von Verlagen oder Einzelzeitschriften?

Analysiert wurde, ob die 82 E-Mails zu den Zeitschriften im Namen eines Verlages/einer Fachgesellschaft o.ä. versendet wurden. Hier stechen insbesondere zwei Institutionen hervor: Zum einen die „American Association for Science and Technology (AASCIT)“ mit 13 E-Mails (16%), die ausschließlich für Einreichungen bei der Zeitschrift „American Journal of Computation, Communication and Control“ wirbt und der Verlag „Science Publishing Group“, der mit insgesamt 32 E-Mails (39%) zu den Spitzenreitern an E-Mail-Versendern im Untersuchungsset gehört. Dieser wirbt insbesondere für Einreichungen für die Zeitschrift „American Journal of Information Science and Technology (AJIST)“ (14 E-Mails) und „Science Journal of Business and Management“ (17 E-Mails). Lediglich eine E-Mail wirbt für eine Einreichung beim „International Journal of Economics, Finance and Management Sciences“. Bei den Aktivitäten beider Verlage droht Verwechslungsgefahr. American Association for Science and Technology (AASCIT) aus unserem Untersuchungsset hat eine starke Ähnlichkeit mit der im Bereich Informationswissenschaft international sehr renommierten „The Association for Information Science and Technology (kurz: ASIS&T)“. Die vom Verlag „Science Publishing Group“ beworbene Zeitschrift „American Journal of Information Science and Technology (AJIST)“ weist wiederum vom Titel her starke Ähnlichkeiten mit der ASIS&T-Zeitschrift „The Journal of the Association for Information Science and Technology (abgekürzt: JASIST)“ auf. Alle übrigen 37 (45%) E-Mails verteilen sich auf Verlage, die lediglich maximal zwei bis drei E-Mails versendet haben oder bei denen die Zugehörigkeit der Zeitschrift nicht auf Anhieb ermittelbar ist.

Inhaltliche Analyse der E-Mails zu Zeitschriften

80 E-Mails zu Zeitschriften verteilen sich insgesamt auf 30 Zeitschriftentitel. Zwei weitere E-Mails wurden aus der Analyse ausgeschlossen, weil diese das komplette Zeitschriften-Portfolio bewerben. Bis auf wenige Zeitschriften, deren Betreibende häufiger um Einreichungen und Zusammenarbeit werben (siehe Analyse oben), haben 21 (26%) der Zeitschriften bzw. deren Betreibende nur eine E-Mail geschickt, für fünf der Zeitschriften wurden zwei oder drei E-Mails versendet (und auch immer an dasselbe E-Mail-Konto), lediglich für eine Zeitschrift wurden vier E-Mails verschickt und dabei auch unterschiedliche E-Mailkonten angeschrieben.

Grafische Abbildung über Verteilung der E-Mails nach Zeitschriftentitel

Abbildung 3: Verteilung des E-Mail-Aufkommens auf die Zeitschriften
– zum Vergrößern bitte das Bild anklicken

Des Weiteren fällt bei der Sichtung der E-Mails auf, dass der inhaltliche Zuschnitt der Zeitschriften eher breit ausfällt bzw. der fachliche Bezug zu der Arbeit der Adressat*innen nicht gegeben ist. Lediglich bei zwei Zeitschriften stimmt die fachliche Ausrichtung: DESIDOC Journal of Library and Information Technology (DRDO) und ITlib.Information Technologies and Libraries.

Auf eine endgültige Bewertung, ob die Zeitschriften tatsächlich Predatory Journals sind oder eher einem Graubereich zuzuordnen sind und somit über redliche Absichten verfügen, aber die gängigen Publikationsstandards noch nicht umgesetzt haben, wird verzichtet, weil aufgrund der fehlenden inhaltlichen Passfähigkeit ohnehin von einer Publikation dort unsererseits Abstand genommen wird. Dennoch werden einige wenige Kriterien abgeprüft und dokumentiert, um einen groben Eindruck zu erhalten. Für einige Angaben wurden die Websites der Zeitschriften konsultiert. Recherchen auf den Zeitschriften-Websites wurden im Juli und August 2020 durchgeführt.

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass keine der Zeitschriften im Directory of Open Access Journals gelistet ist. Lediglich eine Zeitschrift behauptet, dort gelistet zu sein, die Angabe konnte aber nicht verifiziert werden. Bei noch jungen Zeitschriften ist es nicht verwunderlich, dass diese dort noch nicht gelistet sind. Das Aufnahmeverfahren braucht eine gewisse Zeit, so dass dies nicht als alleiniges Kriterium zur Bewertung von Zeitschriften herangezogen werden sollte. Dennoch ist das häufig ein wichtiges Kriterium für die Zeitschriftenbewertung, insbesondere um Publikationsgebühren finanziert zu bekommen. Allerdings wurden unsere Recherchen bei vielen der Zeitschriften einige Zeit nach Eingang der E-Mails durchgeführt, so dass doch verwunderlich ist, dass bis dato keine einzige Zeitschrift verzeichnet ist.

Was die Angaben zum Peer-Review-Verfahren angeht, so sind bei den meisten Zeitschriften Informationen dazu vorhanden, bei mehr als der Hälfe der Zeitschriften wird aber entweder das Verfahren nicht genau ausgeführt oder die Angaben sind sehr vage. Die fehlende Transparenz hier ist deshalb ein Problem, da Publikationen in Peer-Review-Zeitschriften häufig zentral für das Fortkommen im Wissenschaftsbetrieb sind. Wenn Forschende erst nach der Publikation feststellen, dass die Publikation keine im Fach übliche Begutachtung durchlaufen hat, ist diese für den Aufbau der Reputation unbrauchbar. Es fällt auf, dass etwa bei einem Drittel der Zeitschriften keine Angaben zur Höhe der Publikationsgebühren gemacht werden und die Zeitschriften, zu denen konkrete Angaben gemacht werden, zu mehr als der Hälfte relativ niedrige Gebühren (0-300 USD) verlangen. Hier stellt sich die Frage, wie diese kostendeckend arbeiten können bzw. ob diese noch anderweitig – z.B. institutionell – finanziert werden.

Abbildung Tabelle über Zusammenstellung von Kriterien für einzelne Zeitschriften

Tabelle 1: Zusammenstellung von Kriterien für einzelne Zeitschriften im Untersuchungsset
– zum Vergrößern bitte Bild anklicken

Bei drei der beworbenen Zeitschriften besteht der Verdacht, dass es sich um sogenannte „hijacked journals“ handelt. Darunter versteht man Zeitschriften, die im Titel und Internetauftritt einer anderen Zeitschrift stark ähneln, so dass es hier zu einer Verwechslung kommen kann. Konkret betrifft das in unserem E-Mail-Set folgende Zeitschriften:

Abbildung Tabelle über Zusammenstellung der Hijacked Journals

Tabelle 2: Zusammenstellung der Hijacked Journals
– zum Vergrößern bitte das Bild anklicken

Inhaltliche Analyse der E-Mails zur Konferenzen

Insgesamt sind 39 E-Mails mit Einladungen zu Konferenzen bzw. Aufforderungen, entsprechende Einreichungen zu machen, eingegangen. Fünf wurden aus der inhaltlichen Analyse ausgeschlossen, weil diese vom SPAM-Filter des E-Mailbetreibers abgefangen wurden und daher keine inhaltlichen Informationen zur Verfügung standen. Alleine 21 der 34 verbleibenden E-Mails (62%) wurden vom International Institute of Informatics and Systemics (IIIS) verschickt und bewerben unterschiedliche Konferenzen, die alle in Orlando, Florida (USA) stattfinden. Insgesamt werden über das IIIS zehn Konferenzen beworben (teilweise auch gemeinsam in einer E-Mail), die bei genauerer Analyse oftmals zeitgleich stattfinden. Zudem werden „Special Tracks“ im Zusammenhang mit den genannten Konferenzen beworben. Die Teilnahmegebühren für alle Konferenzen sind einheitlich (640 USD für Mitglieder, 690 USD für Nichtmitglieder). In der Konferenzgebühr inbegriffen ist die Veröffentlichung eines 6-seitigen Proceedingpapers. Darüberhinausgehende Seiten werden zusätzlich bepreist, ebenso kann mittels Zahlung von weiteren 400 USD ein weiterer Proceedingbeitrag publiziert werden. Die Angaben zum Peer-Review-Verfahren sind dabei eher allgemein (zweistufig: offen bzw. Non-blind und Double-blind). Die E-Mails erhalten auch eine Ankündigung, dass die besten Artikel in der Zeitschrift „Journal of Systemics, Cybernetics and Informatics“ veröffentlicht werden; einer Zeitschrift, die bis 2017 im DOAJ gelistet wurde, bei der allerdings als Verlag das „International Institute of Informatics and Cybernetics“ angegeben ist. Wenngleich es nicht ungewöhnlich ist, dass professionelle Veranstalter regelmäßig Konferenzen organisieren, so ist doch verwunderlich, dass die Gebühren einheitlich kalkuliert werden und ein wissenschaftliches Institut alleine gleich mehrere Konferenzen in einem Jahr organisiert. Zudem fehlen Angaben darüber, wer für die inhaltliche Ausrichtung der jeweiligen Konferenz verantwortlich ist (Fachgesellschaft, Programmkomitee oder das organisierende Institut alleine).

Abbildung Tabelle über von IIIS beworbene Konferenzen

Tabelle 3: Von International Institute of Informatics and Systemics (IIIS) beworbene Konferenzen
– zum Vergrößern bitte das Bild anklicken

In drei E-Mails (9%) wird die Konferenz “Global Protection Cluster World Summit On Gender-Based Violence (GBV) Involves Men and Women, Youth and Terrorism Organization” beworben. Jeweils mit unterschiedlichen Jahresangaben bzw. Zahl, zum wievielten Mal die Konferenz stattfindet. Es handelt sich hier um eine Konferenz, die hintereinander an einem Ort in den USA und im Senegal stattfindet. In allen E-Mails wird darauf hingewiesen, dass die Teilnahme kostenlos ist und Teilnehmende lediglich die Unterbringungskosten im Senegal tragen müssen. Für ein US-Visum sorgen laut E-Mails die Konferenzveranstalter, auch um die Flüge wird sich gekümmert. Um weitere Informationen zu erhalten soll eine E-Mail an eine Gmail-Adresse geschickt werden. Auf die inhaltliche Ausrichtung der Konferenz wird nur rudimentär eingegangen.

Die übrigen zehn E-Mails (29%) verteilen sich auf neun weitere Konferenzen:

Abbildung über Tabelle zu sonstigen Konferenzen

Tabelle 4: In den E-Mails erwähnten sonstigen Konferenzen
– zum Vergrößern bitte das Bild anklicken

Bei der Sichtung fällt auf, dass lediglich eine Konferenz einen fachlichen Bezug zur beruflichen Domäne der Empfängerinnen hat. Diese ist auch die einzige, die einen detaillierten Zeitplan und Themenschwerpunkte benennt. Insgesamt sind die E-Mails so heterogen, dass eine gemeinsame Analyse schwerfällt. Allerdings fällt auf, dass lediglich zwei weitere E-Mails Auskunft über den inhaltlichen Zuschnitt einer Konferenz machen. Hinweise zu den Konferenzgebühren finden sich lediglich in zwei E-Mails. Bei zwei Konferenzeinladungen ist unklar, wann die Konferenz überhaupt stattfindet, bei vier Einladungen wird nicht deutlich, wer die Konferenz veranstaltet/organisiert. Bei drei weiteren Konferenzen können zusätzliche Informationen per E-Mail über eine Gmail-Adresse eingeholt werden.

Weitere Informationen zum Thema

FAQ zu Predatory Publishing: Predatory Publishing oder „Schwarze Schafe“ bei Open-Access-Zeitschriften auf publisso.de/open-access-beraten/faqs/predatory-publishing/

Danksagung

Wir danken unseren Kolleginnen Ursula Arning, Ulrike Ostrzinski, Elke Roesner und Heike Schmidt für die Weiterleitung der E-Mails.

 

 

[1] Burggren, W., Madasu, D.K., Hawkins, K.S. and Halbert, M., 2018. Marketing via Email Solicitation by Predatory (and Legitimate) Journals: An Evaluation of Quality, Frequency and Relevance. Journal of Librarianship and Scholarly Communication, 6(1), p.eP2246. DOI: http://doi.org/10.7710/2162-3309.2246

ZB MED Twitter-Challenge for the Open Access Week 2020

Like every year in October the international Open Access Week is taking place and for this year’s Open Access Week, held October 19-25, we started a challenge on Twitter asking: “Why are you supporting Open Access?”

For ZB MED, Open Access, the unlimited and free access to scientific information, and Open Science, the opening of the entire research process, are important fields of action: We promote open, reproducible research based on the principles of open science and FAIR data.

Reasons for supporting Open Access:

  • ZB MED – Information Centre for Life Sciences:

“We support #OpenAccess because #OpenScience needs good infrastructures.”

 

  • Prof. Dr. Ursula Arning, Head of the Department Open Science at ZB MED:

„I support OA because because it brings together researchers worldwide.“

 

On Twitter Moments we have collected a bunch of responses. But even though we couldn’t put all the answers in one place, you still can get an impression of how important supporting Open Access is by looking at all these reasons:

https://twitter.com/i/events/1321437954712211459

https://twitter.com/ZB_MED/status/1321822721991413763

 

 

Or take a look at some particular tweets:

 

Ausbildung während der COVID-19-Pandemie: Funktioniert das überhaupt?

Von Joshua Klostermann, Auszubildender bei ZB MED

Als die COVID-19-Pandemie im Februar und März Deutschland erreichte, haben wir schnell festgestellt, dass nicht nur das Alltagsleben, sondern auch das Arbeitsleben davon betroffen ist.

In diesem Blogbeitrag berichte ich, Joshua Klostermann, Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste der Fachrichtung Bibliothek im dritten Ausbildungsjahr bei ZB MED, von meinen persönlichen Erfahrungen und wie sich die Pandemie auf meine Ausbildung bei ZB MED ausgewirkt hat.

Die Pandemie erreichte uns im März. Viele Geschäfte hatten genau wie ZB MED selbst geschlossen. Um das Infektionsrisiko mit Covid-19 zu begrenzen, hat die Geschäftsleitung den Mitarbeitenden die Möglichkeit gegeben, im Homeoffice zu arbeiten. Auch die Auszubildenden waren davon betroffen.

Das größte Problem bestand darin, Aufgaben für uns zu finden. Da es kaum ZB MED-Laptops gab, mit denen ein Remotezugriff auf den ZB MED-Account möglich ist, konnten wir auch nicht mit der Software von ZB MED arbeiten.

Demzufolge brauchten wir Aufgaben, die ausschließlich mit einem Internetzugang und den Standardprogrammen wie Word, Excel etc. bearbeitet werden konnten. Daher haben wir Auszubildenden eine Rechercheaufgabe erhalten, die wir in ca. ein bis zwei Wochen bearbeitet haben. Der Rest der Zeit stand für Schulaufgaben zur Verfügung, die wir per Mail zugeschickt bekommen haben. Mehr zur schulischen Situation folgt später.

Diese Phase des Home Office dauerte ca. 2 Monate. Mitte Mai kam die Nachricht, dass wir in den Betrieb zurückkehren können.

Aber die Ausbildung konnte natürlich immer noch nicht regulär weiter laufen. Denn es kam die Frage auf, wo man uns unterbringen sollte. In die eigentlich eingeplanten Abteilungen konnten wir aufgrund von Hygiene-Vorschriften nicht gehen. Die Auszubildende im ersten Lehrjahr hat daraufhin Dissertationen eingearbeitet. Ich selbst habe in der Ausleihe mitgeholfen, da man sich dort gut an die Abstandsregelungen halten konnte und auch vieles selbstständig machen kann.

 

In der Ausleihe sind durch die Hygienevorschriften und Schutzmaßnahmen einige zusätzliche Aufgaben entstanden:

 

Schutzmaßnahmen:

  • Kein Zugang zu den Lesesälen
  • Öffentlicher Zugang nur im Foyer bis zur Ausleihtheke
  • Bestellung von Büchern aus dem Lesesaal ausschließlich über E-Mail und Abholung an der Ausleihe

 

Zusätzliche Aufgaben:

  • Heraussuchen sämtlicher Lesesaal- und Zeitschriftenbestellungen
  • Bedienung der Bücherrückgabebox: Medien entnehmen, zurückbuchen und einstellen
  • Benutzerausweise können nach Beantragung per E-Mail (o.ä.) ausgestellt werden

 

Bei ZB MED hat sich inzwischen alles eingespielt. Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten häufig abwechselnd zu Hause und vor Ort, da die Büros nur einzeln besetzt werden. Mit dem Videokonferenztool Zoom gibt es ein gutes Mittel, um effektiv miteinander zu kommunizieren.

Nun zur Situation in der Berufsschule: Von Mitte März an waren auch die Schulen komplett geschlossen. Der Unterrichtsstoff wurde uns überwiegend per Mail mitgeteilt und wir bekamen Schulaufgaben. Die Themen wurden wenn möglich in den Fächern Allgemeine Wirtschaftslehre (AWL), Spezielle Betriebslehre (SBL), Deutsch und Politik bearbeitet, wodurch der normale Unterrichtsfortschritt erzielt werden sollte. In SBL lief zu dieser Zeit eine Projektphase, die in der Regel als Überbrückungszeit bis zum dritten Lehrjahr genutzt wird. Reguläre Unterrichtsinhalte sind für diese Zeit nicht vorgesehen. Eine Bewertung entfiel – was natürlich Einfluss auf die Erledigung der Aufgaben hatte! In Deutsch wurde zwar relevanter Stoff vermittelt, aber die Aufgaben wurden auch hier nicht bewertet.

Anders in AWL und Politik – hier war das Ziel, mit der Thematik innerhalb der Fächer fortzufahren. Um dies zu erreichen, erhielten wir hier regelmäßig Texte und Aufgaben. Zwar wurden auch hier die Ergebnisse der Hausaufgaben nicht bewertet, dennoch war es wichtig, sie zu erledigen, da die Themen relevant sind für die Abschlussprüfungen. Für mich war es kein Problem, die Aufgaben im Homeoffice neben denen für ZB MED zu bearbeiten. Aber viele der Schülerinnen und Schüler hatten einfach keine Zeit dafür, da sie an fünf Tagen in der Woche arbeiten mussten.

Aber wie haben wir uns abgestimmt, wenn wir Fragen hatten oder etwas besprochen werden sollte? Hierfür hat uns die Stadt Köln das Programm Teams von Microsoft für Videokonferenzen zur Verfügung gestellt. Leider kam es bei uns nur selten zur Verwendung. Ich habe es fast nur genutzt, um mich mit den Mitgliedern meiner Gruppe vom SBL-Projekt auszutauschen.

Auch für die Schule gab es im Mai die Nachricht, dass wir zurückkehren können. Wenn es auch nur an einem Tag alle zwei Wochen war, durften wir wieder mit geteilter Klasse in den Unterricht gehen. In der Klasse saßen wir dann an Einzeltischen, damit wir den Mindestabstand einhalten konnten. Für die Zeit zwischen den Schultagen haben wir dann wieder Aufgaben bekommen, die wir dann in den nächsten Stunden besprochen haben.

Wir hatten dann bis zu den Sommerferien ungefähr 4 Schultage. Auch wenn das nicht sonderlich viel ist, war es dennoch sehr hilfreich. Im Präsenzunterricht ist es wesentlich einfacher Fragen zu klären und sich Themen auszusuchen, die wiederholt werden sollten.

Nach den Sommerferien findet der Unterricht dann wieder im gesamten Klassenverband und an allen Schultagen statt. Allerdings müssen wir die ganze Zeit Masken tragen.

Das waren im Wesentlichen alle Ereignisse bis Mitte August. Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie gänzlich verschwunden sind. Aber dank der technischen Möglichkeiten und der wachsenden Erfahrung hat sich inzwischen alles recht gut eingependelt und die Arbeit ist relativ gut zu bewältigen.

Electronic Lab Notebooks in der Lehre

von Beatrix Adam und Birte Lindstädt

Gerade in Zeiten, in denen Präsenzunterricht nicht oder nur eingeschränkt möglich ist, stellt sich die Frage, ob Elektronische Laborbücher (ELN) dazu beitragen können, Forschende in ihrer Lehrtätigkeit, zum Beispiel bei der Erstellung von Online-Kursen und -Lehrmaterialien, zu unterstützen. Dabei kommen einige grundsätzliche Vorteile elektronischer Laborbücher auch in der Lehre zum Tragen. Das sind zum Beispiel die Verwendung von Vorlagen, der Import von Forschungsdaten und ihre Verlinkung mit der Dokumentation, die direkte Verbindung mit Messgeräten, möglicherweise der Zugriff auf Materialdatenbanken, die Möglichkeiten kollaborativen Arbeitens.

Darüber hinaus kann die Nutzung eines ELN an Stelle eines papiergeführten Laborbuchs mögliche Hürden hinsichtlich der Dokumentation der Forschungstätigkeit bei den Studierenden abbauen. Eine große Mehrheit nutzt bereits im Alltag die Möglichkeiten elektronischer Kommunikation, beispielsweise durch soziale Medien, sodass die Studierenden sozusagen im vertrauten Umfeld ihre fachliche Dokumentations- und Kommunikationsfähigkeit schulen können.1)

Verschiedenste Lehrmaterialien können direkt im ELN erstellt oder importiert werden, zum Beispiel standardisierte Vorlagen, Video- und Audiodateien, Bilder, Dokumente oder Links zu Online-Ressourcen. Dozierende können die Funktionen zum kollaborativen Arbeiten nutzen, um Materialien und angelegte Projekte zur Bearbeitung freizugeben. Dabei kommt die Möglichkeit der Vergabe spezifischer Nutzerrechte zum Tragen: es können beispielsweise Rollen mit Lese- und/oder Schreibrechten auf Dateien und Einträge definiert und Nutzenden zugewiesen werden.Einträge von Studierenden und bearbeitete Aufgaben können zeitnah und kollaborativ kommentiert, diskutiert und/oder benotet werden. Studierende können nach Abschluss des Projekts ihr Laborbuch ausdrucken oder elektronisch speichern (zum Beispiel als pdf-Export).Durch die genannten Vorteile einer computergestützten Vermittlung der Arbeitsschritte und Arbeitsweise im Labor kann die Qualität der Dokumentation von Forschungsprojekten durch Studierende verbessert werden.2) Darüber hinaus können Studierende an wichtige Inhalte des Forschungsdatenmanagements, wie etwa sinnvolle und richtige Vergabe von Metadaten, zielführende Nutzung von Such- und Filterfunktionen, Sinn und Zweck zentraler Speicherorte und der Langzeitarchivierung herangeführt werden. Die Möglichkeiten des kooperativen Arbeitens im ELN machen die Chancen wissenschaftlichen Austauschs erlebbar. Die Bedeutung Guter Wissenschaftlicher Praxis kann durch die Nutzung des ELN vermittelt werden anhand von Funktionen wie Versionskontrolle, Audit-Trail, elektronische Signatur.

Beispiel: Nutzung der Classroom Edition des ELN LabArchives

Beispiel: Nutzung der Classroom Edition des ELN LabArchives 3)

Einige Tools bieten eine (manchmal kostenlose) Classroom-Edition, z. B. LabArchives, eLabJournal, Labfolder, Rspace. (Diese Liste ist nicht vollständig und die Nennung der Produkte stellt keine Bewertung durch ZB MED dar.) Sicherlich kann aber auch bereits die „normale“ Version eines ELN mit den genannten Funktionalitäten in der Lehre gewinnbringend eingesetzt werden.

 

Quellen

1) Monica Dominique Okon, Tanya M. Nocera: Electronic Lab Notebooks Impact Biomedical Engineering Students’ Quality of Documentation and Technical Communication (2017), S. 2

https://peer.asee.org/electronic-lab-notebooks-impact-biomedical-engineering-students-quality-of-documentation-and-technical-communication.pdf

2) Sofia Robb, James M. Burnette, Alexandra Chaposkya, Krista Palmer, Susan R Wessler: An Open Source, Collaborative Electronic Notebook for Undergraduate Laboratory Classes (2015), S. 1

https://www.coursesource.org/courses/an-open-source-collaborative-electronic-notebook-for-undergraduate-laboratory-classes

3) Mary Muhlenhaupt, Mary Ann Wagner-Graham, Gary E. Kaplan: Electronic Notebooks to Facilitate Student Learning Within and Beyond the Classroom Poster (2019): https://jdc.jefferson.edu/tjufacultydays/54/

Weiterführende Informationen

Dr. Tracy Jane Puccinelli, John Murphy: Bringing technology to the First Year Design Experience through the use of Electronic Design Notebooks (2015)

https://www.asee.org/public/conferences/56/papers/14145/download

Amani Magid: Is It Worth It? Implementation of Electronic Lab Notebook Software Among the STEM Community at an American University in the UAE (2018)

https://www.asee.org/public/conferences/106/papers/23165/view

Miles A. Pufall  Anne M. Wilson: An idea to explore: A collaboration and cross training in an extended classroom‐based undergraduate research experience between primarily undergraduate and research‐intensive institutions

https://iubmb.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/bmb.21340

Monica Dominique Okon, Tanya M. Nocera: The Student Educational Experience with Electronic Laboratory Notebooks (Work in Progress) (pdf)

https://www.asee.org/public/conferences/78/papers/19973/download

Nutzung der Classroom Edition des ELN LabArchives an der Columbia University (Video): https://eln.site.drupaldisttest.cc.columbia.edu/content/classroom-edition

Liste von 12 Videos zur Classroom Editon des ELN LabArchives: https://www.youtube.com/playlist?list=PLB32BF93AEA6F9DA7

Informationen zu Elektronischen Laborbüchern bietet der ELN-Wegweiser von ZB MED:

Elektronische Laborbücher im Kontext von Forschungsdatenmanagement und guter wissenschaftlicher Praxis – ein Wegweiser für die Lebenswissenschaften

ZB MED bietet Information und Beratung für Auswahl, Test und Einführung eines Electronic Lab Notebook (ELN/Elektronischen Laborbuchs).

Inhalt und Download:

https://bit.ly/2S02JeM

 

Sprechen Sie uns gerne an.

Kontakt: Birte Lindstädt (lindstaedt@zbmed.de) und Beatrix Adam (adam@zbmed.de)